Lügde-Fall: Stickeln und Spieker sollen vorm Untersuchungsausschuss aussagen

Simone Flörke

Landrat Michael Stickeln (l.) und sein Vorgänger Friedhelm Spieker. - © Kreis Höxter
Landrat Michael Stickeln (l.) und sein Vorgänger Friedhelm Spieker. (© Kreis Höxter)

Kreis Höxter. Der Parlamentarische Untersuchungsausschuss des NRW-Landtags zum Kindesmissbrauch in Lügde hat nun auch zwei ranghohe Politiker aus dem Kreis Höxter geladen: Das meldet unter anderem der heimische Radiosender Radio Hochstift. Dabei gehe es um den aktuellen Landrat Michael Stickeln und seinen Vorgänger Friedhelm Spieker. Sie sollen den Angaben zufolge laut Terminplanung am 5. und am 7. Mai vor dem Untersuchungsausschuss gehört werden. Eine Bestätigung vonseiten des Kreises Höxter gab es dazu am Donnerstag trotz mehrfacher Anfragen der NW jedoch nicht. Dort verwies man auf den Terminplan des Ausschusses.

Im Hinblick auf die Aussage einer Mitarbeiterin des Jugendamtes Höxter vor dem Lügde-Untersuchungsausschuss in Düsseldorf hatte bereits die Staatsanwaltschaft Paderborn Anfang März Vorermittlungen eingeleitet. Es seien „die entsprechenden Akten des Jugendamtes vom Kreis Höxter angefordert worden", erklärte damals Oberstaatsanwalt Marco Wibbe. Die Auswertung der Akten erfolge „in einem wegen des Anfangsverdachts der Urkundenunterdrückung eingeleiteten Ermittlungsverfahren".

Auch zwei Mitarbeiterinnen des Kreisjugendamts sind befragt worden

Das Verfahren richtet sich gegen eine Beschäftigte des Kreises Höxter. Die Ermittlungen dauerten an, mit einem Abschluss werde „frühestens Ende April gerechnet". „Der Kreis Höxter unterstützt vollumfänglich die Staatsanwaltschaft Paderborn bei den Ermittlungen", hieß es Anfang März vonseiten des Kreises auf NW-Anfrage. Die angeforderten Akten habe der Kreis Höxter der Staatsanwaltschaft Paderborn „umgehend zur Verfügung gestellt".

Wie berichtet, war im Fall des schweren Kindesmissbrauchs von Lügde, bei dem die beiden Haupttäter – darunter Mario S. aus Steinheim – wegen des sexuellen Missbrauchs an 33 Kindern zu langjährigen Haftstrafen mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden waren, auch das Jugendamt des Kreises Höxter in die Kritik geraten. Die Spurensuche im Untersuchungsausschuss, der bereits seit Sommer 2019 tagt, geht noch weiter. Inzwischen wurden auch zwei Mitarbeiterinnen des Kreis-Jugendamtes in dem Ausschuss befragt.

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