Lagenser findet Fossil im Lügder Steinbruch

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Aus diesem Hang stammt das Fossil, sagt Daniel Böhnke. Er hat es mit seinen Kollegen gefunden. Foto: Daniel Böhnke - © Daniel Böhnke
Aus diesem Hang stammt das Fossil, sagt Daniel Böhnke. Er hat es mit seinen Kollegen gefunden. Foto: Daniel Böhnke (© Daniel Böhnke)

Lage/Lügde. Hobby-Forscher Daniel Böhnke hat zusammen mit seinen Kollegen ein Millionen Jahre altes Fossil gefunden. Vor ein paar Monaten fand er bereits Teile einer versteinerte Seelilie auf einem Feld in Lage-Billinghausen. Nun wurde er in einem alten Steinbruch in Lügde an der Grenze zu Bad Pyrmont fündig.

Bei der Gesteinsprobe in Lügde handele es sich um das Fossil einer Muschel. Genauer gesagt: „Trochitenkalk, also Biomiktrit-Kalkstein aus dem Muschelkalk. Biomikrit ist Kalkschlamm aus biogenen Komponenten, in diesem Fall Muschelschalen. Trochiten sind die aus Müssen-Billinghausen schon bekannten übrig gebliebenen Stilglieder der Ur-Seelilie Encrinus", teilt Daniel Böhnke in einer Pressemitteilung mit. Das Ganze sei wissenschaftlich untermauert. Ein Experte der Universität Münster habe die Gesteinsprobe analysiert.

Daniel Böhnke mit der Gesteinsprobe, in welcher er in Billinghausen den Teil einer versteinerten Seelilie gefunden hat. 

Archivfoto: Karolina Schmidt - © Karolina Schmidt
Daniel Böhnke mit der Gesteinsprobe, in welcher er in Billinghausen den Teil einer versteinerten Seelilie gefunden hat. Archivfoto: Karolina Schmidt (© Karolina Schmidt)

Das Muschel-Fossil „Plagiostoma striatum" aus Lügde ist laut Daniel Böhnke der Beweis, dass die Kommune im Zeitalter des Muschelkalks „von Wasser überspült wurde, das aus einem Ozean stammt". Bei dem Fossil, dessen Alter Daniel Böhnke im Zeitalter Ladinium vor 238 bis 235,5 Millionen Jahre einordnet, werde von „lebenden Fossilien" gesprochen. Die Nachkommen der Muschel hätten sich über Millionen von Jahren körperlich kaum verändert und würden noch heute die Gebiete des Pazifiks und des Atlantiks dominieren, so der Experte.

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