Ex-Freund von Julia R. drohen bis zu 15 Jahre Haft

Erol Kamisli

Der 21-jährige Tatverdächtige (2. v. r.) muss sich am 20. März vor Gericht verantworten. - © Archiv: Christian Mathiesen
Der 21-jährige Tatverdächtige (2. v. r.) muss sich am 20. März vor Gericht verantworten. (© Archiv: Christian Mathiesen)

Detmold/Oerlinghausen. Nach wochenlanger Suche hatten Polizisten im Oktober vergangenen Jahres die Leiche der 31-jährigen Julia R. in einem Waldstück bei Oerlinghausen gefunden.

Anschließend gestand der 21-jährige Freund die Tat, behauptete aber, er habe Julia R. im Juni auf ihren Wunsch hin erstochen und verscharrt.
 Nun muss er sich wegen Totschlags vor Gericht verantworten. Es sind insgesamt vier Verhandlungstage vorgesehen.

Information
Vor dem Landgericht wird ab dem 20. März der Fall der im vergangenen Juni getöteten Julia R. verhandelt.

Nach dem Auftakt wird der Prozess am 22., 24. und 30. März fortgesetzt. Oberstaatsanwalt Christopher Imig sagt: „Für einen Todeswunsch haben wir wirklich überhaupt keine Anhaltspunkte. Ich gehe davon aus, dass der Angeklagte Julia R. gegen ihren Willen getötet hat", sagt der Oberstaatsanwalt. Daher gehe er von Totschlag aus – dem 21-Jährigen drohe beim einer Verurteilung eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren.

Spuren zur Tatwaffe fehlen bislang

Julia R. sei im Sommer vergangenen Jahres spurlos verschwunden, doch der Freund habe nie eine Vermisstenanzeige erstattet. Erst zwei Monate später, im August, hätten Bekannte der Frau die Polizei informiert. Die anschließenden Suchaktionen nach der 31-Jährigen seien ergebnislos verlaufen. „Im Oktober haben wir die Leiche der 31-Jährigen im Wald gefunden. Da waren viele Spuren nicht mehr brauchbar", erinnert sich Imig. Auch die Tatwaffe sei bis heute verschwunden.

Trotz gründlicher Suche, auch mit Metalldetektoren einer Spezialeinheit aus Wuppertal, und Aussagen des Freundes zum Ablegeort der Tatwaffe, konnte das Messer bislang nicht gefunden werden, fügt Oberstaatsanwalt Imig hinzu.

„Es war auf jeden Fall kein Totschlag, sondern eine Tötung auf Verlangen. Es war der Wunsch von Julia R. – die Frau wollte sterben", erklärt Dr. Carsten Ernst, Verteidiger des 21-Jährigen. Nach mehreren Selbstmordversuchen seiner Freundin habe sich sein Mandant ihrem Wunsch nicht mehr versperren können.

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