Oerlinghauser Einbrecher-Duo muss hinter Gitter

Kirsten Fuhrmann

Zwei Albaner geben vor Gericht zu, in ein Friseurgeschäft eingebrochen zu sein und Wertgegenstände gestohlen zu haben. - © Symbolbild: pixabay.com
Zwei Albaner geben vor Gericht zu, in ein Friseurgeschäft eingebrochen zu sein und Wertgegenstände gestohlen zu haben. (© Symbolbild: pixabay.com)

Detmold. Sie hebelten das Fenster eines Oerlinghauser Friseurladens auf, stiegen in das Geschäft ein und stahlen Geräte und Bargeld im Wert von knapp 5000 Euro. Ein Einbrecher-Duo musste sich am Dienstag vor dem Detmolder Jugendschöffengericht verantworten und wurde in dem genannten Fall sowie in mehreren weiteren Punkten für schuldig befunden. Sie müssen für drei beziehungsweise gut zwei Jahre in Haft. Die Straftaten ereigneten sich zwischen November vergangenen Jahres und Februar diesen Jahres.

Mit gesenkten Köpfen sitzen die Angeklagten Adnan F. (20) und Enis K. (38) (Namen von der Redaktion geändert) aus Albanien zwischen ihren Rechtsanwälten, hören angestrengt zu. In der Mitte ein Dolmetscher, der ihnen die Worte von Richter, Zeugen und Staatsanwältin übersetzt. Deutsch sprechen die beiden Albaner nur gebrochen. Zu den Anklagepunkten wollen sie sich zuerst nicht äußern. Dass sie für den Einbruchsdiebstahl im Friseursalon verantwortlich sind, geben beide aber schnell zu, nachdem Richter Christian von Borries die klare Beweislage gleich zu Anfang der Verhandlung darlegt: „Es gibt Kamerabilder, auf denen man Sie eindeutig identifizieren kann", sagt der Richter. „Das werden Sie nicht leugnen können." Nach kurzer Unterbrechung folgen die Geständnisse der Angeklagten.

Untergebracht waren die Albaner vor der U-Haft in der Oerlinghauser Flüchtlingsunterkunft am Flugplatz. Sie besitzen keine gültige Aufenthaltsgenehmigung.

Adnan F. wurde zudem zur Last gelegt, in kurzer Zeit drei weitere Wohnungseinbrüche begangen zu haben. „Wir haben in seinem Spind Diebesgut gefunden", sagt ein Polizeibeamter im Zeugenstand. „Auch die Schuhabdrücke, die wir vor Ort gefunden haben, stimmten mit seinen überein."

Rechtsanwältin Deborah Weinert streitet das aber ab. Ein gestohlenes Smartphone habe ihr Mandant beispielsweise von einem drogensüchtigen Georgier gekauft. Das Diebesgut aus dem Spind gehöre ihm nicht, und die Schuhe mit dem passenden Profil habe er gefunden. Der 20-Jährige ist wegen gefährlicher Körperverletzung und Hehlerei bereits vorbestraft. Schon vor mehr als einem Jahr sollte er abgeschoben werden.

Enis K. soll des Weiteren in Oerlinghausen in die Segelflugschule und in mehrere Wohnwagen auf einem Campingplatz eingebrochen sein. Eine Wildkamera habe ihn erfassen können. Einem Wohnwagenbesitzer seien Bargeld, ein Laptop und mehrere Flaschen Wein entwendet worden. „Es wurde auch so viel zerstört, ich kann das nicht verstehen", sagt der Zeuge vor Gericht.

Adnan F. wurde neben dem gemeinschaftlichen Einbruch in den Friseurladen wegen der anderen Taten zu einer Jugendhaftstrafe von drei Jahren ohne Bewährung verurteilt. „So viele Zufälle, wie der Angeklagte vorgewiesen hat, sind dann doch unwahrscheinlich", sagte der Richter. „Das glaubt das Gericht nicht." Enis K. wurde wegen zusätzlichen zwei Diebstahlsfällen und Urkundenfälschung zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und zwei Monaten verurteilt.

„Der Haftbefehl bleibt wegen der bestehenden Fluchtgefahr aufrecht erhalten", sagt Richter Christian von Borries. Während der Verhandlung wurde deutlich, das beide zurück in die Heimat wollen. Ihre Rechtsanwälte wollen in Berufung gehen.

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