Oerlinghauser wollen frische Farbe für das Parkhaus

Karin Prignitz

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Ziemlich trist: Das Parkdeck an der Ravensberger Straße vor dem Rathaus und hinter dem Ravensberger Haus wird von vielen Bürgern kritisch gesehen. Stein des Anstoßes ist insbesondere die Optik. - © Karin Prignitz
Ziemlich trist: Das Parkdeck an der Ravensberger Straße vor dem Rathaus und hinter dem Ravensberger Haus wird von vielen Bürgern kritisch gesehen. Stein des Anstoßes ist insbesondere die Optik. (© Karin Prignitz)

Oerlinghausen. Von ratlosem oder desinteressiertem Schulterzucken bis hin zu „potthässlich", „ganz schrecklich", „Verschandelung" und „verheerender Eingriff in die Umgebung" reichen die Eindrücke der Bürger beim Blick auf das Parkdeck aus Beton an der Ravensberger Straße. Viele Diskussionen hatte es bereits vor dem Bau gegeben. Nun ist eine neue angestoßen worden.

Stahl oder Beton, unterirdisch parken und in Kauf nehmen, dass das Ravensberger Haus höher in den Bergstadthimmel ragt oder nicht? Die historische Front des Rathauses halb verdecken? Der Bau hatte zu Unmut geführt. Vor allem die Optik ist vielen Menschen nach wie vor ein Dorn im Auge.

Seit zwei Jahren kann auf dem Deck geparkt werden. 21 Plätze gibt es dort, die 24 im Erdgeschoss sind vermietet, also nicht für jedermann nutzbar. Gebaut worden war das Parkdeck seinerzeit von der Firma Carl Weber & Co.

Das Unternehmen, kurz Ceweco, musste für den Bau des Ravensberger Hauses genügend Stellplätze nachweisen. Grundstück und Parkdeck gehören der Stadt, Ceweco hat die Stellplätze im Erdgeschoss gemietet.
Die in den Augen vieler Bürger trostlose Anmutung des Parkdecks, das sich so gar nicht in die Umgebung einfügen will, könnte durch eine malerische und farbliche Verschönerung der Fassade „des von vielen als abweisend empfundenen Betonriegels" aufgewertet werden, meint Gisela Burkamp, ehemaliges Beiratsmitglied des Kunstvereins Oerlinghausen.

Die Kunsthistorikerin hat eine Eingabe an die Stadt gemacht. In der regt sie an, dass Schüler als Graffito oder in anderen Techniken die Besonderheiten Oerlinghausens in bunten Bildern festhalten oder auch freigewählte Themen gestalten könnten.

In ihren Augen wäre das „ein verbindendes Projekt, das der Identifizierung der jungen Menschen mit ihrer Stadt zugute kommt und das Oerlinghausen reicher und anziehender machen würde". Eine Malaktion, ein Wettbewerb, die Beteiligung von Kindergärten – vieles sei denkbar, meint Gisela Burkamp. Ohne mit den Kunstpädagogen gesprochen zu haben, können sich sowohl Kathrin Tebben, Leiterin des Niklas-Luhmann-Gymnasiums, als auch Christian Landerbarthold, Leiter der Heinz-Sielmann-Sekundarschule, vorstellen, dass Schüler dafür zu begeistern sind.

Bauamtsleiter Helmut Holthöfer sagt, dass eine optische Aufwertung des Parkdecks bei der Stadt schon Thema gewesen sei und positiv gesehen werde. Jörg Czyborra, der Vorsitzende der Werbegemeinschaft, wundert sich ebenso wie andere, dass die Betonfassaden bislang von Schmierereien verschont geblieben sind. Er könnte sich durchaus vorstellen, dass ein Profi-Sprayer Kunst am Bau produziert und den Beton farbenfroher gestaltet. Weitere Idee: „Die Kunstkurse von Gymnasium und Heinz-Sielmann-Schule könnten die Fassade abschnittsweise gestalten." Kunstvereins-Vorsitzende Isolde Müller-Borchert hält diese Idee für gut. Junge Menschen sollten die Gestaltung übernehmen. Die Frage sei allerdings, wer die Kosten dafür bezahle.

Regina Knappert von der „KunstWerkstatt" regt ebenfalls einen Wettbewerb an. Den Beton mit Grün bewachsen zu lassen, sei sicherlich sehr pflegeintensiv. Vorstellen kann sie sich auch, dass Schulen einen Graffiti-Spezialisten einladen, um gemeinsam mit Schülern in Unterrichtseinheiten Themen für eine Gestaltung zu erarbeiten.

Bleibe allerdings die Frage, wie es mit der Haltbarkeit auf Beton sei und wie das Ganze finanziert werden kann. Geld sammeln durch Aktionen und Sponsoren finden, so könnte es gehen.

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