Oerlinghauser Heinrich Schindowski wird zum dritten Mal Regent

Patrick Bockwinkel

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Auf den Schultern: Robin Grote (links) und Chris Sauer tragen den neuen Kreiskönig Heinrich Schindowski davon. - © Patrick Bockwinkel
Auf den Schultern: Robin Grote (links) und Chris Sauer tragen den neuen Kreiskönig Heinrich Schindowski davon. (© Patrick Bockwinkel)

Oerlinghausen. Es ist Samstagmittag, als Heinrich und Ingrid Schindowski in ihrem Wohnzimmer in Oerlinghausen sitzen und über das Kreiskönigsschießen des Schützenkreises Bielefeld reden, das am Nachmittag auf dem Festgelände am Steinbült stattfindet. „Ich glaube, Du holst nachher den Adler runter", sagt Ingrid Schindowski zu ihrem Mann – sie soll Recht behalten.

Gegen 17.20 Uhr legt Heinrich Schindowski zum dritten Mal an diesem Tag auf den im Hochstand hängenden Holzvogel an, zielt und drückt ab. Ein lauter Knall ertönt, fast gleichzeitig fällt der Restadler zu Boden. Mit einem breiten Grinsen dreht sich Heinrich Schindowski zu den Beifall klatschenden Schützen und Besuchern um und reckt die Siegerfaust hoch.

Dass der 68-Jährige etwas ganz Besonderes geschafft hat, ist ihm und vielen anderen schnell bewusst. Nach 2005/06 und 2009/10 ist Heinrich Schindowski schon zum dritten Mal Kreiskönig geworden. „Das gab es, glaube ich, noch nie", sagt Frank Becker, Vorsitzender des Schützenkreises Bielefeld, ehe er und die anderen Vorstandsmitglieder nicht ganz ernst gemeint überlegen, wie Schindowski denn nun genau genannt werden muss. „Beim ersten Mal ist man König, beim zweiten Mal Kaiser und beim dritten Mal heißt man dann glaube ich Imperator", scherzt Becker bei der Siegerehrung unter dem Gelächter der Besucher. Dabei lobt er auch den spannenden Wettkampf.

53 ehemalige Majestäten aus sieben Vereinen des Schützenkreises Bielefeld sind an diesem Tag in die Bergstadt gekommen, um Kreiskönig zu werden. Zuvor hatte dort bereits das Jugendkreiskönigsschießen stattgefunden, bei der 13-jährige Malte Zurheide von den Heeper Schützen den Adler abgeschossen hatte. Dass die Wettbewerbe diesmal in Oerlinghausen über die Bühne gehen, liegt an Sören Grote. Der Oerlinghauser hatte im vergangenen Jahr in Heepen den Vogel abgeschossen.
Ziemlich zügig fallen an diesem Tag die Insignien. Mit dem 11. Schuss holt Stadtschänke-Wirt Rolf Hilker, Oerlinghauser Regent der Jahre 2012/13, den Apfel herunter.

Günter Witzig von der Schützengesellschaft des Amtes Heepen schießt dem Adler mit dem 21. Schuss die Krone vom Haupt, mit dem 23. Schuss fällt durch Stefan Schneider (Heepen) das Zepter. Der Rumpf erweist sich in der Folge als ziemlich zäh. Mit dem 174. Schuss kürt sich Schindowski schließlich zum dritten Mal zum Kreiskönig.
„Vorbeischießen kann ich nicht", sagt der Inhaber der gleichnamigen Oerlinghauser Gärtnerei später. „Obwohl es meine Frau ja geahnt hatte, war das natürlich nicht geplant", erzählt Schindowski, der seit Jahrzehnten einer der ehrenamtlichen Aktivposten im Unteroffizierskorps der Oerlinghauser Schützen ist. Denn bei mehr als 50 Mitbewerbern sei es auch Glückssache, wer den Holzvogel abschießt.

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