Pferdewiese in Oerlinghausen wird ungewollt zum Hundeklo

Karin Prignitz

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- © Symbolbild: Pixabay
Bitte kein Hundekot auf die Pferdewiese (© Symbolbild: Pixabay)

Oerlinghausen. Jürgen Nolte betreibt in Lipperreihe einen kleinen Bauernhof, auf dem er Pferde hält. Unter anderem bewirtschaftet der 57-Jährige eine vier Hektar große Wiese, die nicht umzäunt ist. „Die benötige ich zur Heugewinnung", erzählt Nolte. Die Trockenheit in diesem Jahr war ein Problem – Hunde und ihre Halter ein anderes. 

„Fremde Menschen nutzen mit ihren Hunden nicht nur meine Privatwege zwischen Wiesen und Weiden, sondern lassen immer häufiger ihre Hunde dort spielen." Andere träfen sich zum Fußballspielen auf der Fläche. „Neben den Hinterlassenschaften der Hunde und Tüten mit Kot sind immer wieder Stöcke, Steine und jede Menge Müll in der Wiese zu finden", erzählt Nolte.

Ihn kommt die Gedankenlosigkeit einiger Mitbürger teuer zu stehen. Mehr als 1000 Euro habe ihn allein die Reparatur einer Maschine gekostet, die auf Eisenstangen im Gras gestoßen sei, die Jugendliche dort wohl nach dem Fußballspielen liegengelassen hätten. Und: „Wenn Kot in den Heuballen ist, gehen die Pferde nicht dran." Die Ballen sind nutzlos – aber Futtergewinnung ist für den Hofbetreiber elementar, „ansonsten könnte ich den Betrieb nicht wirtschaftlich führen".

Nolte hat Schilder aufgestellt, das Gespräch gesucht – ohne Erfolg. „Das habe ich nicht gewusst", sagen die einen. „Da wächst doch gar nichts", meinen andere. Manch einer meint, er solle sich nicht so anstellen, die Wiese sei doch groß genug. Er habe sich schon einiges an Beschimpfungen gefallen lassen müssen, sei sogar bei der Stadt angeschwärzt worden, weil seine Hunde frei auf seinem Privatgrundstück liefen.

„Ich versuche, die Wiese zu pflegen, damit ich Futter für meine Pferde erzeugen kann, aber einige Mitbürger treten meine Arbeit mit Füßen", ärgert sich Nolte. Wenn jeder nur die öffentlichen Wege benutze, Müll und Hundehaufen entsorge, wie es sich gehört, dann wäre schon viel erreicht.

Viel Hoffnung hat er freilich nicht. Deshalb hat Nolte begonnen, die von ihm gepachtete Wiese zu umzäunen. Dennoch will er Hundehaltern entgegen kommen und auf der Fläche der alten Sandgrube ein Wegenetz anlegen. „Da können die Hunde dann laufen."

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