AWO-Kindertagesstätte in Helpup hat jetzt vier Hennen

Knut Dinter

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Große Freude: Die Kinder Olivia, Anne, Greta, Acelya, Lea, Niko und Niklas sind überglücklich. Kamil Gorny und Walter Knörrich (v. l.) unterstützen das Projekt der Kita-Leiterin Katrin Hunnekuhl. André Nobbenhiuis baut die Hühnermobile. Fotos: Knut Dinter - © Knut Dinter
Große Freude: Die Kinder Olivia, Anne, Greta, Acelya, Lea, Niko und Niklas sind überglücklich. Kamil Gorny und Walter Knörrich (v. l.) unterstützen das Projekt der Kita-Leiterin Katrin Hunnekuhl. André Nobbenhiuis baut die Hühnermobile. Fotos: Knut Dinter (© Knut Dinter)

Oerlinghausen. „Hurra, die Hühner sind da!" Olivia, Anne, Greta, Acelya, Lea, Niko und Niklas freuen sich riesig. Ihr großer Wunsch hat sich erfüllt: Die AWO-Kindertagesstätte in Helpup hat jetzt vier Hennen samt mobiler Unterkunft.

Im März stand schon einmal ein bewegliches Haus mit Hühnern neben der Kita. Das Gastspiel dauerte aber nur vier Wochen, für die Kosten kam der Förderverein auf. „Es war für die Kinder und Erzieherinnen eine intensive Zeit mit vielen wertvollen Erlebnissen und Lernerfahrungen", berichtete die Leiterin der Einrichtung, Katrin Hunnekuhl.

So erfuhren die Kinder, wie die Tiere artgerecht leben können, was sie fressen und was die aufgedruckten Zahlen auf den gekauften Eiern bedeuten. „Die Eier von unseren Hühnern schmecken viel besser", stellte ein vierjähriges Mädchen fest. Bislang hatte die Kita Eier aus Bodenhaltung verwendet. Die wöchentliche Kinderkonferenz hat dann beschlossen, nur noch Produkte aus Freilandhaltung zu nehmen.

Zuwachs in der Kita: Die beiden Strupphühner sind recht robust, zutraulich und eignen sich gut für die Freilandhaltung. Die Kinder können jeden Tag mit frischen Eiern rechnen. Die Beschäftigung mit den Tieren hat sich auf die Entwicklung der Kinder beim ersten Testlauf im März positiv ausgewirkt. - © Foto: Knut Dinter
Zuwachs in der Kita: Die beiden Strupphühner sind recht robust, zutraulich und eignen sich gut für die Freilandhaltung. Die Kinder können jeden Tag mit frischen Eiern rechnen. Die Beschäftigung mit den Tieren hat sich auf die Entwicklung der Kinder beim ersten Testlauf im März positiv ausgewirkt. (© Foto: Knut Dinter)

Im Laufe der Zeit bauten auch die Jüngsten ihre Ängste ab, und beim Beobachten der Tiere kamen selbst recht lebhafte Kinder zur Ruhe. Auch die Kinder unter drei Jahren haben profitiert. „Die Tiere übten eine große Faszination aus und hatten auf die Sprachentwicklung der Kinder einen großen Einfluss", berichtete Hunnekuhl. „Es wurden neue Wörter gelernt, und sonst sehr stille Kinder äußerten sich vermehrt verbal."

Da die Kita die „Bildung für nachhaltige Entwicklung" ernst nimmt, sei die Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Mensch und Natur sehr wichtig. „Gerade die Begegnung mit Tieren schafft einen Zugang zu Fragen und Themen der nachhaltigen Entwicklung", stellte die Leiterin fest. Allerdings mussten sich Kinder, Eltern und Erzieherinnen nach den vier Wochen wieder von den ausgeliehenen Tieren verabschieden. „Viele Kinder waren sehr traurig, und noch Monate später kamen einige von ihnen mit der Frage, wann die Hühner denn wohl wiederkommen", erinnert sich Hunnekuhl.

Aufgrund dieser Erfahrungen haben Kinder und Erzieherinnen dann gemeinsam entschieden, ein eigenes Hühnermobil anzuschaffen. Sie wollten gern dauerhaft Hühner halten und von den Vorteilen profitieren. Die Erzieherinnen Heidi Sawatzky und Sabine Höflich haben sich intensiv mit der Hühnerhaltung in einer Kindertagesstätte beschäftigt, bevor der Entschluss endgültig feststand.

Der Förderverein und mehrere Sponsoren, unter ihnen Walter Knörrich und sein Nachfolger Kamil Gorny von einer Versicherungsagentur, machten die Anschaffung möglich. Kürzlich lieferte André Nobbenhuis aus Bielefeld das Hühnermobil an. Mit seinem roten Anstrich und weißen Kanten sieht es aus wie ein Schwedenhaus im Miniaturformat. Dank der Rollen kann es an verschiedenen Stellen auf dem Gelände der Kita stehen. Es ist gut isoliert und verfügt über etliche technische Raffinessen. Eine Zeitschaltuhr sorgt zum Beispiel dafür, dass die Eingangsklappe geöffnet und geschlossen wird.

Die neuen Bewohner der Kita, zwei Seiden- und zwei Strupphühner fühlten sich auf Anhieb wohl. Beide Rassen sind recht robust und zutraulich und legen auch fleißig Eier. Wenn sie die seitliche Klappe öffnen, können die Kinder jeden Tag nachschauen, was sich im Legenest befindet. Jetzt wollen sie sich für die vier Neulinge noch Namen ausdenken.

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