Stadtbusfahren wird attraktiver durch das neue "BergstadtTicket"

Gunter Held

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Werben für den öffentlichen Personennahverkehr: Achim Oberwöhrmeier, Geschäftsführer der Kommunalen Verkehrsgesellschaft Lippe (links), und Bernd Seibert, Verkehrsplaner bei den Oerlinghauser Stadtwerken, zeigen das „BergstadtTicket". - © Gunter Held
Werben für den öffentlichen Personennahverkehr: Achim Oberwöhrmeier, Geschäftsführer der Kommunalen Verkehrsgesellschaft Lippe (links), und Bernd Seibert, Verkehrsplaner bei den Oerlinghauser Stadtwerken, zeigen das „BergstadtTicket". (© Gunter Held)

Oerlinghausen. Als letzte lippische Kommune offeriert nun auch die Bergstadt ihren Bürgern ein neues Angebot im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV): ein Stadtticket, das in Oerlinghausen „Berg-
stadtTicket" heißt. Der Grund für die späte Beteiligung ist ein geografischer. „Die Stadt liegt sehr nah an Bielefeld", sagt Bernd Seibert, Verkehrsplaner bei den Stadtwerken. Die Buslinien nach Bielefeld werden von „moBiel" bedient, die in Richtung Lippe von der KVG.

„Wir mussten uns erst mit ,moBiel‘ abstimmen. Deshalb hat es so lange gedauert", sagt Achim Oberwöhrmeier, Geschäftsführer der Kommunalen Verkehrsgesellschaft (KVG) Lippe. Nun aber ist es auch in Oerlinghausen möglich, für 24,50 Euro eine Monatskarte – das „BergstadtTicket" – zu erwerben, mit der man im gesamten Stadtgebiet alle Buslinien von 9 Uhr bis zum Betriebsende nutzen kann, ausgenommen der Nachtbus. An Wochenenden und Feiertagen fällt die morgendliche Zeiteinschränkung weg.

Ein zusätzlicher Vorteil: ein weiterer Erwachsener und bis zu drei Kinder können montags bis freitags ab 19 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen ganztags auf dem „BergstadtTicket" mitgenommen werden. Die Monatskarte ist zudem übertragbar. Wer über die Stadtgrenze hinausfahren möchte, kann ein Anschlussticket kaufen. Auch dafür wird laut Oberwöhrmeier ein rabattierter Preis erhoben. „Erwachsene zahlen nur den Kindertarif", sagt er.

Das „BergstadtTicket" sei ein großer Schritt in Richtung Kundenfreundlichkeit und Attraktivitätssteigerung des ÖPNV, so Oberwöhrmeier. Der Preis für die Fahrkarte sei quasi halbiert worden. Bis Ende vergangenen Jahres habe ein ähnliches Angebot noch 48,20 Euro gekostet. „Wir merken, dass wir von den neuen Tickets sehr viel mehr verkaufen", sagt er.

Noch attraktiver sind die Angebote für Sozialhilfeempfänger. Ein Monatsticket für das Stadtgebiet ohne zeitliche Einschränkung kostete bis Ende vergangenen Jahres 68,50 Euro – seit Beginn des Jahres nur noch 19 Euro.

Hinter diesen Angeboten steht laut Oberwöhrmeier der Gedanke des Gemeinschaftstarifs. „Eine Karte soll für den gesamten ÖPNV gelten", sagt er. Aber dieser Vorteil sei auch gleichzeitig ein Nachteil dieses Modells. Denn es werde natürlich für solch einen Gemeinschaftstarif auch überall der gleiche Preis verlangt. Doch die Kunden bekommen für diesen gleichen Preis nicht überall das gleiche geboten. So würden in den größeren Städten die Busse öfter fahren als auf dem Lande. „Mit diesen Sondertickets versuchen wir, dieses Ungleichgewicht auszugleichen."

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