Oerlinghauser Verwaltung bietet nur wenige Stufen auf der Karriereleiter

Karin Prignitz

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Im Team: Marcel Jagnow (links) ist seit Ende vergangenen Jahres neuer Leiter des Fachbereichs „Soziales, Bildung, Ehrenamt". Ihm zur Seite steht sein Stellvertreter Ulf Köllner - © Karin Prignitz
Im Team: Marcel Jagnow (links) ist seit Ende vergangenen Jahres neuer Leiter des Fachbereichs „Soziales, Bildung, Ehrenamt". Ihm zur Seite steht sein Stellvertreter Ulf Köllner (© Karin Prignitz)

Oerlinghausen. Im Juni 2017 hat Michael Horn die Leitung des Fachbereichs „Soziales, Bildung, Ehrenamt" von Manuela Kupsch übernommen. Unter 18 Bewerbern hatte er sich durchgesetzt. Schon gut ein Jahr später wechselte Horn zur Stadt Detmold, wo er für den Bereich Schule und Sport zuständig ist. „Eine höhere Stelle, die wir nicht anbieten konnten", bedauert Bürgermeister Dirk Becker.

Mit solchen Fluktuationen muss das Stadtoberhaupt leben. Größere Städte, höhere Stellenbewertungen, so einfach ist das. „In den vergangenen Jahren haben wir immer wieder Mitarbeiter an den Kreis Lippe oder größere Städte verloren", bestätigt er. „Dort hat man ganz andere Möglichkeiten, wir sind da nur bedingt konkurrenzfähig." Jedenfalls dann, wenn jemand nur auf den finanziellen Aspekt schaue. „Wer bei uns Fachbereichsleiter ist, der weiß, dass er am Ende der Karriereleiter angekommen ist."

Größtes Problem sei es, Mitarbeiter im Baubereich zu finden – wegen der Konkurrenz mit der oft besser zahlenden freien Wirtschaft. Umso mehr trifft die Verwaltung das Ausscheiden von Hartmut Vollmer, derzeit zuständig für Gebäudeunterhaltung und Hochbau. Der Architekt wird das Rathaus Ende April verlassen.

Helmut Holthöfer, Technischer Leiter des Fachbereichs 4 „Bauen, Ordnung, Umwelt", geht im Sommer 2020 in den Ruhestand. Er und Mitarbeiter wie Dirk Schäfer oder Gerhard Mosig hätten sich ganz bewusst in das überschaubare Oerlinghausen beworben, weiß Becker: „Einige Mitarbeiter gehören seit Jahrzehnten zum Personal."

Die persönliche Ebene weiß auch Marcel Jagnow zu schätzen. Der 29-Jährige hat zum Jahresende die Leitung des Fachbereichs „Soziales, Bildung, Ehrenamt" übernommen. Der Justizfachangestellte wechselte im November 2008 zur Stadtkasse Oerlinghausen und war dort für die Vollstreckung und Geschäftsbuchführung zuständig. Im Sommer 2014 hatte er die erste Berührung mit dem Amt für Soziales, Schule und Sport, ist nach einigen Zwischenstufen nun Leiter des Fachbereichs 3. „Ich finde es charmant, alle Kollegen zu kennen und auch die politisch Tätigen", beschreibt Jagnow das Plus der kurzen Wege und der nicht vorhandenen Anonymität.

Seit gut 20 Jahren ist sein Stellvertreter Ulf Köllner im Oerlinghauser Rathaus beschäftigt. Die Hälfte dieser Zeit war er im Asylbereich tätig, in den er nun zurückgekehrt ist. Sie teilen sich die Arbeit: Jagnow kümmert sich um die Sparten Schule und Sport, Köllner um Asyl, Soziales und Spielplätze.

Bisher sei Oerlinghausen „qualitativ hervorragend besetzt", betont der Bürgermeister. Gut 90 Mitarbeiter arbeiten aktuell in der Verwaltung. Vakanzen versuche man mit vorhandenen Mitarbeitern aufzufangen. Dirk Beckers Zukunftsprognose: „In der Kernverwaltung werden wir nicht entscheidend wachsen, sondern eher das Niveau halten."

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