Chemikalienfund in Börninghausen: Eines der größten Drogenlabore in Deutschland

Zur produzierten Drogensorte werden noch keine Angaben gemacht. Neunköpfige Ermittlungskommission "Limberg" gegründet

Sandra Spieker-Beutler

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In der Lagerhalle war die Feuerwehr nach einem Brand auf Behältnisse mit 35.000 Litern Chemikalien gestoßen. - © san
In der Lagerhalle war die Feuerwehr nach einem Brand auf Behältnisse mit 35.000 Litern Chemikalien gestoßen. (© san)
Zahlreiche Propangasflaschen wurden ebenfalls gefunden. - © san
Zahlreiche Propangasflaschen wurden ebenfalls gefunden. (© san)

Preußisch Oldendorf. Bei dem Chemikalienfund in Börninghausen dürfte es sich um eines der größten in Deutschland aufgefundenen Drogenlabore handeln. Das geht aus einer Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft Bielefeld hervor. 

Während die Ermittlungen weiter andauern, konkretisiert sich der Verdacht, dass die Lagerhalle zur Produktion von synthetischen Drogen genutzt wurde, heißt es demnach. Das Polizeipräsidium Bielefeld hat am Donnerstag eine Ermittlungskommission für die Untersuchung in der Lagerhalle eingerichtet.

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Nachdem es am vergangenen Sonntag zu einem Brand in einer Lagerhalle im Pr. Oldendorfer Stadtteil Börninghausen kam, wurde bereits bei den ersten Maßnahmen am Brandort festgestellt, dass sich dort diverse Behältnisse mit zunächst unbekannten Flüssigkeiten und Chemikalien befanden.

Es wurden daraufhin zunächst Spezialisten der Feuerwehr hinzugezogen, die Luftmessungen durchführten und Proben der Flüssigkeiten entnahmen.

Die Spurensicherung ist noch nicht abgeschlossen

Seit Montag wird die Halle durch Fachdienststellen des Landeskriminalamtes NRW und der Polizei Bielefeld begutachtet. Demnach dürfte feststehen, dass die Lagerhalle zur gewerbsmäßigen Produktion von synthetischen Drogen im größeren Umfang genutzt wurde.

Die polizeiliche Spurensicherung ist bislang nicht abgeschlossen und dauert noch mehrere Tage an. Die Lagerhalle wird bis dahin rund um die Uhr durch Polizeibeamte bewacht.

Von den aufgefundenen Stoffen und Flüssigkeiten wurden Proben genommen, die derzeit untersucht werden, heißt es weiter.

Zur produzierten Drogensorte können bislang noch keine Angaben gemacht werden, da die Untersuchungen beim Landeskriminalamt hierzu noch nicht abgeschlossen sind.

Nach Einschätzungen von Fachleuten des LKA dürfte es sich um eines der größten in Deutschland aufgefundenen Drogenlabore handeln. Nach NW-Informationen könnten hier Crystal Meth oder "Krokodil" hergestellt worden sein.

Polizei hat Ermittlungskommission "Limberg" eingerichtet

Vom Tatort flüchteten mindestens zwei bislang unbekannte männliche Personen in einem hellen Mercedes Vito mit niederländischem Kennzeichen.

Eine dieser Personen soll eine Gasmaske getragen haben. Die eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen verliefen bislang negativ, so Polizei und Staatsanwaltschaft.

Mit den Ermittlungen wurde das Kriminalkommissariat zur Bekämpfung organisierter Kriminalität beim Polizeipräsidium Bielefeld betraut, wo die neunköpfige Ermittlungskommission "Limberg" eingerichtet wurde.

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