Trinkwasser aus Oerlinghausen bekommt Note Eins

Horst Biere

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Qualitätswasser: (von links) Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Synowski, Bernd Seibert und Olaf Frigge zeigen das Innenleben der ersten Wassergewinnungsanlage von 1911 in der Schopke. Viele Kubikmeter werden täglich von hier zum Hochbehälter auf dem Oerlinghauser Tönsberg gepumpt. - © Horst Biere
Qualitätswasser: (von links) Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Synowski, Bernd Seibert und Olaf Frigge zeigen das Innenleben der ersten Wassergewinnungsanlage von 1911 in der Schopke. Viele Kubikmeter werden täglich von hier zum Hochbehälter auf dem Oerlinghauser Tönsberg gepumpt. (© Horst Biere)

Oerlinghausen. Eine glatte Eins gibt es für die Stadt und die Stadtwerke für die Trinkwasserversorgung seitens der Bezirksregierung Detmold. „Zusammengefasst herrschen in Bezug auf die Trinkwasserversorgung der Stadt Oerlinghausen sehr gute Bedingungen", lautet das Lob für die Bergstadt. „Schwachstellen in der Versorgungssicherheit ergeben sich auch unter Zugrundelegung größerer Ausfallszenarien nicht".

Diese Beurteilung kann deshalb nicht hoch genug eingeschätzt werden, weil gutes Trinkwasser nach Meinung von Experten künftig der knappste Rohstoff auf der Welt sein wird. Der Klimawandel, die vergangenen Dürresommer und die sinkenden Grundwasserspiegel alarmieren vor diesem Hintergrund auch Politiker und Behörden in Deutschland.

Den Grund für die so positive Beurteilung sieht Stadtwerkechef Peter Synowski in den hohen Investitionen in das Netz. „Allein in 2019 sind wiederum 925.000 Euro Investitionen für die Oerlinghauser Wasserversorgung eingeplant." Laut Olaf Frigge, der als Meister das Oerlinghauser Wassernetz betreut wird das Trinkwasser aus zehn Brunnen gewonnen und danach in sechs Hochbehältern gespeichert – einer auf dem Schafberg in Helpup, je zwei auf dem Tönsberg und dem Menkhauser Berg sowie einer auf dem Brachtsberg. Die Anlagen sind über das Leitungsnetz miteinander verbunden. Selbst wenn ein Wasserspeicher ausfallen sollte, könnten so die gewünschten Wassermengen von den anderen Speichern geliefert werden. Die nötigen Reserven – falls einmal einige Brunnen nicht fördern sollten – kämen im Stressfall auch von den Stadtwerken Bielefeld, mit denen ein langfristiger Liefervertrag besteht.

Bernd Seibert, der für die Aufstellung des Wasserversorgungskonzeptes gesorgt hat, erinnert an die hohen Wassermengen im Dürresommer 2018: „Unsere städtischen Wasserspeicher haben ein Fassungsvermögen von 4350 Kubikmetern, die höchste Tagesabgabe ins Oerlinghauser Netz lag an einem Hitzetag aber nur bei 2715 Kubikmeter, also ist da noch viel Spielraum."
Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Synowski weist auch auf eine weitere Oerlinghauser Besonderheit hin: Als einziger Wasserversorger in Ostwestfalen berechnen die Stadtwerke keinen Grundpreis, sondern nur einen Arbeitspreis. „Unser Wasserpreis von 2,46 Euro brutto pro Kubikmeter liegt vielleicht ein wenig über dem Arbeitspreis anderer Kommunen, doch kommt in Oerlinghausen kein Basisentgelt hinzu."

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