Brandgefahr: Großes Areal am Segelflugplatz muss gerodet werden

Karin Prignitz

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Förster Klaus Schwabedissen deutet auf die geschädigten Bäume nahe der Bremer Siedlung in der Südstadt. Den Weg daneben nutzen viele Spaziergänger, so wie Rolf Tiemeyer, der mit Hündin Lotti unterwegs ist. - © Karin Prignitz
Förster Klaus Schwabedissen deutet auf die geschädigten Bäume nahe der Bremer Siedlung in der Südstadt. Den Weg daneben nutzen viele Spaziergänger, so wie Rolf Tiemeyer, der mit Hündin Lotti unterwegs ist. (© Karin Prignitz)

Oerlinghausen. Das Szenario ist beinahe gespenstisch. Das Gros der Fichten, die auf dem Areal westlich des Segelflugplatzes bis hinunter zur Sennestraße und der angrenzenden „Bremer Siedlung“ wachsen, ist in einem jämmerlichen Zustand. Die Nadeln hängen vertrocknet an den Zweigen, die Rinde ist an vielen Stellen abgeplatzt. „Der Borkenkäfer“, sagt Förster Klaus Schwabedissen, „hat ganze Arbeit geleistet.“ Der Appetit der kleinen gefräßigen Tiere sei schier unermesslich.

„Buchdrucker und Kupferstecher machen uns große Sorgen.“ Auf einem Stück Rinde zeigt er, wie sich die kleinen Käfer ihre Wege suchen. Die ungewöhnlich hohen Temperaturen im vergangenen Jahr und der geringe Niederschlag hätten europaweit dafür gesorgt, dass sich der Borkenkäfer in einer Weise ausbreitet, wie es das noch nicht gegeben habe. „Die natürliche Abwehr gegen die Eindringlinge, das Harz, konnte nicht gebildet werden.“ Schwere Stürme hätten ein Übriges getan.

Bei der Stadtverwaltung habe es etliche Anrufe von besorgten Bewohnern der Bremer Siedlung gegeben, berichtet Bürgermeister Dirk Becker. „Die Befürchtung ist groß, dass ein Brand ausbrechen könnte, der dann unkontrollierbar ist, oder die Bäume umstürzen.“ Da durch den massiven Borkenkäferbefall tatsächlich Gefahr im Verzug sei, müsse gehandelt werden.

Rolf Tiemeyer, Geschäftsführer der Flugplatzgemeinschaft, liegt die Sicherheit ebenfalls am Herzen. Die 3,5 Hektar große betroffene Fläche ist Eigentum der Flugplatzgemeinschaft. Und sie muss nun, weil aus fachlicher Sicht des Försters nichts mehr zu retten ist, in Kürze komplett abgeerntet werden. Das werde mindestens zwei Wochen dauern. Der Bereich soll mit Flatterbändern abgesperrt werden. Danach soll so schnell wie möglich aufgeforstet werden – womit, steht noch nicht fest. Bis sie groß genug seien, bräuchten Bäume etwa fünf bis zehn Jahre. Die abgestorbenen Fichten haben eine Höhe von 17 bis 18 Metern erreicht. Sie wachsen dort bereits seit etwa 50 bis 55 Jahren.

Das Unternehmen, das die Fläche roden wird, verkauft das Holz auch. Was übrig bleibt, soll vermutlich als Holzhackschnitzel für das Kraftwerk in der Südstadt verwendet werden. Klaus Schwabedissen glaubt, dass der Borkenkäfer, wenn es keinen Spätfrost gegeben hätte, noch viel mobiler gewesen wäre. Mehr als 90 Prozent der Tierchen hätten den Winter überlebt. Sollte Geld durch den Verkauf des Holzes übrig bleiben, werde es reinvestiert. Die Chancen stehen allerdings nicht gut, denn es gibt ein Überangebot.

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