Oerlinghauser Freibadsaison ist eröffnet

Karin Prignitz

  • 0
Los geht’s: Die Frühschwimmer haben den Start der Freiluftsaison herbeigesehnt. 50 bis 70 kommen während der Woche regelmäßig in der Zeit von 6 bis 8 Uhr und am Wochenende ab 8 Uhr. Lea Paul hat sich soeben vom Beckenrand abgestoßen. - © Karin Prignitz
Los geht’s: Die Frühschwimmer haben den Start der Freiluftsaison herbeigesehnt. 50 bis 70 kommen während der Woche regelmäßig in der Zeit von 6 bis 8 Uhr und am Wochenende ab 8 Uhr. Lea Paul hat sich soeben vom Beckenrand abgestoßen. (© Karin Prignitz)

Oerlinghausen. Eine zarte Nebelschicht liegt frühmorgens über dem strahlendblauen Wasser im Schwimmerbecken des Oerlinghauser Freibades. Schon zeitig vor acht Uhr steht eine Reihe von Frühschwimmern ungeduldig vor dem Tor. Mitglieder der DLRG Oerlinghausen schleppen unterdessen Tische, stellen Kaffee, Tee und Kuchenhäppchen bereit. Eine offizielle Eröffnung der Freibadsaison gibt es nicht, dafür aber eine Neuerung für den Schwimmnachwuchs.
Über dem Kleinkindbecken ist ein 60 Quadratmeter großes Sonnensegel gespannt worden.

Vor gefährlicher UV-Strahlung und Hitze wird das blaue Segel künftig schützen. „Wir kommen regelmäßig und haben schon oft gedacht, dass es mal Zeit wird", bestätigt Besucherin Sophia Hülseweg aus Leopoldshöhe, während ihr Sohn die Schwimmflügel anlegt. Die Agendagruppe um Bärbel Meyer und Ulrike Jaehn hatte sich bereits vor einigen Jahren für ein Sonnensegel starkgemacht.
Viele Gespräche mit den Stadtwerken seien geführt worden, berichtet Bärbel Meyer.

Vorbild sei das Sonnensegel im Hörster Freibad gewesen. Die Kosten von knapp 10.000 Euro seien allerdings hoch gewesen. „Wir müssen zunächst sehen, dass die Technik funktioniert", betont Achim Düsterwald von den Stadtwerken. Also nahmen die Agendaaktiven die Sache selbst in die Hand.
Ein Startkapital sei bereits vorhanden gewesen, verweist Bärbel Meyer auf das Projekt „Generationenspielplatz Weberpark", das nicht hatte umgesetzt werden können. Die bereits akquirierten Mittel sollten jetzt in den Topf für das Sonnensegel fließen.

Unterschiedliche Aktionen wie etwa ein Dauerkalender Weberpark, Flohmärkte auf dem Rathausplatz und die Benefizveranstaltung „OpenAir" auf dem Berge stockten die Mittel auf. Geld wurde außerdem durch Sammlungen eingenommen.
„Wir konnten schließlich 7000 Euro an die Stadtwerke überweisen." Darunter seien großzügige Spenden von der Sparkasse Lemgo, der Volksbank und Privatpersonen gewesen. Den Rest übernahmen die Stadtwerke, die das Sonnensegel zum Auftakt der Freiluftsaison aufstellte. Für die Kinder gab es als kleines Bonbon Wasserspielzeuge dazu.

Schwimmmeister Andreas Lehne bestätigt ausdrücklich, „dass das Sonnensegel eine sehr gute Sache ist". Kinder reagierten empfindlich auf Sonne, zumal die Strahlen „aggressiver als noch vor 20 Jahren sind". Sonnenbrand und sogar Hitzschlag könnten die Folgen sein. „Darüber machen sich viele gar keine Gedanken." Selbst unter Mützen und Hüten könne ein Wärmestau entstehen.
„Die Wassertemperatur im Planschbecken beträgt 36 Grad", sagt Lehne. Diese Temperatur sei auch notwendig, denn „kleine Kinder frieren bis zu 30-mal schneller als Erwachsene. „Das hat mit dem Missverhältnis von Blut- und Körpergröße zu tun", weiß Lehne. Das Wasser im Becken habe immer Trinkwasserqualität.

Insgesamt, sagt Lehne, habe sich das Badeverhalten, wohl aufgrund eines anderen Freizeitverhaltens, verändert. „3000 bis 5000 Besucher an heißen Tagen, da kommen wir nicht mehr ran." 2000 Gäste seien im vergangenen Jahr der Rekord gewesen, 150 bis 170 Besucher kommen an schlechten Tagen.
Viele Reparaturarbeiten hatte es vor der Freibaderöffnung gegeben. Das große Schwimmerbecken (Aluminium mit Spundwänden) mit einem Inhalt von 2.500 Kubikmeter Wasser stammt immerhin schon aus dem Jahr 1966. „Das Wasser ist tipptop, das ist erst einmal wichtig", sagt Lehne. Dennoch wäre eine Sanierung schön.

„Edelstahl ist heute der Stand der Dinge."
Schon lange ist eine solche Freibadsanierung im Gespräch – inklusive neuer Technik und einer Neugestaltung des Umfeldes. Bürgermeister Dirk Becker hatte nun aber im Hauptausschuss bekanntgegeben, dass keine Mittel aus einer bundesweiten Sportstättenförderung zur Verfügung gestellt werden. Deshalb soll jetzt versucht werden, andere Förderungen zu beantragen.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2019
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

0 Kommentare
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!