Tausende Besucher feiern das Flugplatzfest in Oerlinghausen

Christina Falke

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Zwei Tage lang hat die Antonow-AN 2 Passagiere auf Rundflügen mitgenommen. - © Christina Falke
Zwei Tage lang hat die Antonow-AN 2 Passagiere auf Rundflügen mitgenommen. (© Christina Falke)

Oerlinghausen. „Der zunehmende Wind macht den Ballonstart bisher unklar – deshalb haben wir den Kunstflug zunächst im Programm vorgezogen", erklärte Rolf Tiemeyer, Geschäftsführer der Flugplatzgemeinschaft Oerlinghausen am Samstagnachmittag. Dann aber waren sich Leitung und Piloten einig: Es kann gestartet werden. Und so wurde das Flugplatzfest auch in diesem Jahr wieder ein voller Erfolg – auch wenn der Publikumsmagnet am Freitag noch nicht mit von der Partie war.

Der Wind hatte den Veranstaltern des Flugplatzfestes auch schon zum Auftakt am Samstag einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht. Wegen zu starker Sturmböen konnte die Antonov AN-2 nicht von ihrem Heimathafen Ballenstedt in Brandenburg starten. Deshalb waren die Geräusche des Sternmotors des Doppeldeckers über Oerlinghausen und Umgebung auch nur an zwei von drei Tagen zu hören.

„An die 3000 Leute sind hier eigentlich immer auf dem Platz – die einen kommen, die anderen gehen – meist kommen viele später noch einmal wieder", sagte Rolf Tiemeyer sichtlich zufrieden mit einem Blick vom Tower aus auf das rege Treiben unten auf dem Flugplatz, wo sich Bratwurstbude, Crêpe-Stand, Eiswagen und Bierbuden wie auf der Kirmes nebeneinander aufreihten. Hier trifft Volksfeststimmung auf den Traum vom Fliegen – mit dem Geruch von Kerosin in der Luft.

Seit mehr als fünfzig Jahren organisiert die Flugplatzgemeinschaft, zu der heute zwölf Vereine gehören, dieses Fest, das Gäste aus einem Umkreis von 150 Kilometern anzieht. Der Oerlinghauser Flugplatz gehört, gemessen an der Zahl der Starts, zu den größten Segelflugplätzen der Welt.

Auch die kleinsten Gäste erlebten die Faszination der Luftfahrt – in kleinen Tretflugzeugen konnten sie eine Mini-Start und Landebahn rauf und runter düsen und ihren „Pilotenschein" machen, während die Erwachsenen Rundflüge mit dem größten Doppeldecker der Welt, der tausend PS starken Antonov AN-2, machen konnten. Die in Oerlinghausen ansässigen Segelflugvereine boten Rundflüge ganz ohne Motorkraft an. Kunstflugvorführungen der großen Maschinen und der Modellflugzeuge, Ziellandungen der Fallschirmspringer und der Start der Heißluftballone gehörten auch in diesem Jahr wieder zum Programm.

Erstmals hatten die Organisatoren drei Kunstflugpiloten an diesem Wochenende nach Oerlinghausen holen können. Mit seinem Kunststücken am Samstag, geflogen in einer Siai Marchetti SF-260, die 1967 als Trainingsflugzeug für Kampfpiloten gebaut wurde, ließ der 24-jährige Nico Niebergall den Besuchern glatt den Atem stocken. Und auch Marina Henschen zeigte Figuren, die sie schon bei vielen Kunstflug-Meisterschaften an den Himmel gezaubert hat.

Zum stimmungsvollen Nachtglühen der Ballone am Pfingst-Sonntag zog Wind auf.  Bei Windstärke 3 beschlossen die Ballonpiloten jedoch, auf den Komplettaufbau ihrer Ballone zu verzichten. „Wir lassen die Hüllen eingepackt, das ist sonst zu gefährlich", sagte Pilot André Becker. Stattdessen entschieden sich die Piloten zum Candlelight-Glow, bei dem die leistungsstarken Brenner die Flamme lediglich in den schwarzen Himmel jagen. Anschließend erhellte das Höhenfeuerwerk den Oerlinghauser Nachthimmel und ließ die Antonov in einem farbenfrohen Lichtermeer erstrahlen.

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