Hobbygärtner können bald in den Südstadtgärten aktiv werden

Karin Prignitz

  • 0
Initiatoren mit grünem Daumen: Eine ganze Reihe von Südstädtern haben bereits eine Menge Vorarbeit geleistet, damit die Südstadtgärten entstehen können.  - © Karin Prignitz
Initiatoren mit grünem Daumen: Eine ganze Reihe von Südstädtern haben bereits eine Menge Vorarbeit geleistet, damit die Südstadtgärten entstehen können.  (© Karin Prignitz)

Oerlinghausen. Vor gut einem Jahr hat sich die private Initiative „Südstadtgärten" mit dem Anliegen an die Stadt gewandt, einen Gemeinschaftsgarten in der Südstadt zu errichten und so das Gärtnerische mit dem Aspekt des Zusammenlebens zu verbinden. Die Idee stieß auf offene Ohren und grundsätzliche Bereitschaft. Es fehlte nur ein Grundstück. Das ist nun gefunden – allerdings, so berichtete Thomas Reimeier im Umweltausschuss, „war es nicht leicht, eine Fläche zu finden, die in Frage kommen könnte."

Natur- und landschaftsschutzrechtliche Aspekte mussten vorab geklärt werden. Viele Gespräche habe es mit Verantwortlichen der Biologischen Station und dem Naturschutzgroßprojekt gegeben, so Reimeier. Nun ist eine Fläche am Ende der Sennestraße nahe der evangelischen Kita „Regenbogen" gefunden worden: die ehemalige Sandgrube „Hanning". Sie sollte ursprünglich in das Naturschutzgroßprojekt eingebunden werden, lag aber zu nah an der örtlichen Bebauung.

Der Kreis Lippe, der das Vorhaben absegnen muss, habe mittlerweile zugestimmt, dass die Stadt das rund 2300 Quadratmeter große Areal zweckgebunden für gärtnerische Zwecke zur Verfügung stellen darf, erläuterte Reimeier. Allerdings sei das an Bedingungen geknüpft worden. So sollen auf der Fläche keine Gebäude, wie etwa Gartenhäuser, errichtet werden. Es darf nur mit natürlichen Mitteln gedüngt werden.

Wichtigste Voraussetzung ist, dass sich die Stadt darum kümmert, die Sandgrube „Hanning" in den Zustand zu versetzen, den sie eigentlich schon seit Jahren haben sollte. Fakt ist aber, dass es auf der Fläche wild wuchert. Verkrautungen und Verbuschungen müssen zunächst beseitigt werden. Thomas Reimeier stellte auf Nachfrage von Ursula Flehmer (Freie Wähler) aber klar, dass die Fläche nicht so kahl werden soll wie die Sandgrube Haßler. „Es geht vielmehr darum, vorhandenen Wege und Lichtungen freizulegen und deutlich zu erweitern."

Unerlässlich ist aus Sicht der Stadt eine vertragliche Regelung für die Überlassung der Fläche, auf der die Parzellen der Südstadtgärten entstehen sollen. Ansprechpartner soll eine Person sein. Die Initiative müsste zu diesem Zwecke idealerweise einen Verein gründen. „Wir haben schon einen Satzungsentwurf erarbeitet", informierte Sprecherin Sylke Henseleit die Ausschussmitglieder. Zweck soll neben dem ökologischen Gärtnern sein, das soziale Miteinander in der Südstadt zu fördern.

Damit war auch die Frage von Michael Smolnik (CDU) beantwortet, der sich gefragt hatte, ob die Gärten allen Bürgern der Stadt offenstehen. Fördernde Mitglieder aus anderen Stadtteilen seien eventuell möglich, sagte Silke Henseleit. Woher das Wasser kommen solle, wie es mit Toiletten stehe und wo Gerätschaften untergebracht werden, fragten die Ausschussmitglieder. Auch darüber hat sich die Initiative Gedanken gemacht. Aber: „Wir wollen erstmal niederschwellig anfangen."

Der Initiative „Südstadtgärten" war es wichtig, vor dem Einstieg in die konkreten Planungen zunächst das grundsätzliche Votum des Umweltausschusses einzuholen. Das fiel durchweg positiv aus. Alle Parteien unterstützen das Projekt. Die CDU enthielt sich bei der Abstimmung allerdings „angesichts der vielen Detailfragen". Julia Iwakin (CDU) fragte sich, wer das Ganze bezahlen soll. „Die Details müssen noch erarbeitet werden", sagte Thomas Reimeier. Es gebe aber durchaus Möglichkeiten der Bezuschussung. Karin Justus von den Grünen zeigte sich nicht nur „begeistert von der Initiative, wir freuen uns auch, dass es Menschen in der Südstadt gibt, die sich auf den Weg gemacht haben."

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2019
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

0 Kommentare
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!