Oerlinghausener Ehepaar testet Übernachtungsplätze für das internationale Weltcampingtreffen

Karin Prignitz

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Erinnerungen: Dieter Rehm hat die Stationen der Frankreich-Reise mit der Fotokamera festgehalten. Eines der Bilder zeigt ihn gemeinsam mit seiner Frau Ulla sowie mit dem ehemaligen Helpuper Manfred Kersting, dessen Freundin Waltraud Westerbarkei (links), dem DCC-Präsidenten Andreas Jörn und dessen Frau Angelika sowie den Campingfreunden Andreas und Zandra Abbing (rechts).  - © Karin Prignitz
Erinnerungen: Dieter Rehm hat die Stationen der Frankreich-Reise mit der Fotokamera festgehalten. Eines der Bilder zeigt ihn gemeinsam mit seiner Frau Ulla sowie mit dem ehemaligen Helpuper Manfred Kersting, dessen Freundin Waltraud Westerbarkei (links), dem DCC-Präsidenten Andreas Jörn und dessen Frau Angelika sowie den Campingfreunden Andreas und Zandra Abbing (rechts).  (© Karin Prignitz)

Oerlinghausen. Sanitäre Anlagen, die gemeinsam von Männern und Frauen genutzt werden, sind in Deutschland kaum mehr zu finden. Für Menschen, die sich weder als Frau noch als Mann fühlen, könnte es in Zukunft vielmehr zusätzliche Unisex-Toiletten geben. Auf französischen Campingplätzen gibt es sie offensichtlich längst – und zwar nur sie.

Andere Länder, andere Sitten. Dieter Rehm und seine Frau Ulla sind in den vergangenen 25 Jahren mit ihrem Campingmobil rund um den Erdball gereist. Die Helpuper haben auf diesen Fahrten einen Eindruck davon gewinnen können, wie die Menschen anderer Nationen leben, was ihnen wichtig ist, welche Speisen Tradition haben, wie sie ihren Alltag gestalten. Und dennoch entdecken sie immer wieder Neues.

In der Zeit von 26. Juli bis 4. August hat das 88. Weltcampingtreffen im französischen Chateaubriant in der Region Pays de la Loire stattgefunden. Insgesamt 435 Familien aus 26 Nationen, darunter auch Camper aus China, Japan und Taiwan, haben daran teilgenommen. „Einige von ihnen waren zwei Monate lang unterwegs, um nach Frankreich zu gelangen", erzählt Dieter Rehm von dem immensen zeitlichen Aufwand. Er selbst und seine Frau haben sich diesmal vier Wochen Zeit genommen, denn vor dem großen Treffen der Camper aus aller Welt hatten sie sich bereit erklärt, für den Deutschen Camping-Club (DCC) acht französische Campingplätze, die zu den Zielen der Mitglieder gehören könnten, für den Campingführer zu testen. Auf der Halbinsel Crozon in der Bretagne machten sie Halt. Felsen, Sandstrände, Heideflächen" , schwärmt Dieter Rehm, „landschaftlich ist es wunderschön dort". Auch der Zustand der Plätze sei einwandfrei gewesen, dennoch habe einiges berichtet werden müssen. „Uns sind etliche Verbesserungen aufgefallen", sagt Rehm. Schwimmbäder, die hinzugekommen sind beispielsweise oder die Erneuerung sanitärer Anlagen.

„In der Hocke pinkeln", wie es lange in Frankreich üblich gewesen ist, das gebe es auf den Plätzen nicht mehr. Dafür aber eben die gemischten sanitären Anlagen, „die für uns schon etwas gewöhnungsbedürftig sind", gibt Rehm zu. Auf der Hälfte der inspizierten Plätze gehörten sie zum Standard. Auch einen Klodeckel sucht man in Frankreich oft vergebens. Rehm, der in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag gefeiert hat, sieht es pragmatisch. „Andere Länder, andere Sitten."

Gerade dieser Austausch sei es doch, das voneinander Lernen und die immer wieder gute Gemeinschaft, die die Treffen ausmache. „Dieses Flair gibt es nirgendwo sonst", da ist sich Rehm sicher. Und die Verständigung, die klappe notfalls auch mit Händen und Füßen. Etwa bei den geführten Wanderungen, Radtouren oder dem fantastischen Abendprogramm mit Reitershow, Varieté sowie Tanz- und Musikveranstaltungen.

„Obwohl wir weder Französisch noch Englisch sprechen, sind wir selbst auf unserer Inspektionsreise überall freundlich aufgenommen worden." Beim großen Einmarsch der Nationen sind die Weltcamper mit großen Fahnen und landestypischer Kleidung durch die Straßen von Chateaubriant gelaufen.

Zur guten Tradition gehört es auch, dass alle Länder während ihres Aufenthaltes typische Gerichte, Tänze oder andere Besonderheiten vorstellen. Rehms hatten wie immer lippischen Wacholder und Pumpernickel dabei. Und natürlich reichlich Prospekte, in denen die Vorzüge Ostwestfalen-Lippes ausführlich beschrieben werden. „Im kommenden Jahr findet das Weltcampingtreffen in der Nähe von Rom statt", sagt Dieter Rehm. „Vermutlich fahren wir wieder mit." 2021 geht es dann nach Dublin, 2022 nach Moskau.

Information

Bezahlbare Ferien


Der Deutsche Camping-Club (DCC) bietet 186 Plätze für Mitglieder an, auf denen es Vergünstigungen gibt.
Damit das Campen für Familien mit Kindern bezahlbar bleibt, werden Vorteilsplätze ausgewiesen. In der Nebensaison (15. September bis 15. Juni) fallen Kosten von 14,50 Euro pro Tag für die Familie an, in der Hauptsaison 16 Euro. Nebenkosten werden separat erhoben. Für Neumitglieder gibt es fünf Übernachtungen im Rottal in Bad Griesbach umsonst. Der DCC ist im Jahr 1948 gegründet worden. Ziel war der Aufbau einer Camping-Infrastuktur in Deutschland. Vor 70 Jahren gab es das erste Zeltplatzverzeichnis. 

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