Kontrollen in Häusern von Altro Mondo: Ministerium geht gegen Missstände vor

Stefan Brams

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Auch die Häuserblöcke der ehemaligen Conle-Siedlung in Oerlinghausen werden von Altro Mondo verwaltet. - © Karin Prignitz
Auch die Häuserblöcke der ehemaligen Conle-Siedlung in Oerlinghausen werden von Altro Mondo verwaltet. (© Karin Prignitz)

Düsseldorf/Lemgo/Oerlinghausen. Gegen Missstände in den Wohnungen von DEGAG/Altro Mondo ist am Dienstag das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung vorgegangen. An der Kontrollaktion beteiligten sich mit Castrop-Rauxel, Dorsten, Dortmund, Duisburg, Hagen, Herne, Kamen, Lemgo, Oerlinghausen und Wuppertal zehn Kommunen.

Wiederholt waren Missstände in Wohnungen der Deutschen Grundbesitz AG (DEGAG), die von der Altro Mondo verwaltet werden, Gegenstand öffentlicher Berichterstattung. Nahezu in allen Städten gibt es laut Mitteilung des Minsiteriums vergleichbare Herausforderungen in von Altro Mondo verwalteten und im Besitz der Deutschen Grundbesitz AG (DEGAG) befindlichen Wohnungen wie defekte Aufzugsanlagen, defekte Heizungsanlagen/fehlende Warmwasserversorgung, Schimmelbefall und Abfallproblematik/Vermüllung. Wegen nicht bezahlter Versorgungsrechnungen drohen den Mieterinnen und Mietern zudem Wasser- und Wärmesperren.

"Das Vertrauensverhältnis zwischen Vermieter und Mieter wird belastet"

„Es ist ein verlässliches Zeichen, dass heute gemeindeübergreifend Kontrollen in den Wohnungsbeständen der DEGAG/Altro Mondo stattfinden", betont Minsterin Ina Scharrenbach. Zahlungsrückstände für Wasser-, Abwasser-, Strom- und/oder Wärmeleistungen oder Maßnahmen zur Instandhaltung würden oftmals erst auf wiederholtes Tätigwerden von Behörden betrieben oder ausgeglichen, heißt es seitens der Ministerin, die ergänzt: "All das passiert auf dem Rücken von Mieterinnen und Mietern. Kurzum: Das ist kein Wohlverhalten eines Unternehmens und solche Unternehmen belasten massiv das Vertrauensverhältnis zwischen Vermieter und Mieter und schädigen das Gesamtbild der Wohnungswirtschaft. Das wollen wir in Nordrhein-Westfalen nicht."

In Lemgo sollen Mieter massiv unter Druck gesetzt sein worden

In Lemgo wehren sich Mieter vom Biesterberg schon seit längerem gegen die dort tätige Wohnungsverwaltungsgesellschaft Altro Mondo. Bei einer Versammlung, der auch mehrere Vertreter von Stadtratsfraktionen beiwohnten, hieß es, einige Mieter seien in ihren Wohnungen wegen Mietrückständen massiv unter Druck gesetzt worden. In einem Schreiben der Mieter-Initiative vom Biesterberg, das dieser Zeitung vorliegt, ist sogar vom Vorwurf der „Nötigung" die Rede.

Eine Frau habe im Auftrag von Altro Mondo versucht, Mietschulden einzutreiben, und habe dabei „unter lautem Geschrei willkürlich an Türen geschlagen" und mit „Rausschmiss" gedroht. Einen Besuch dieser Frau hat Arthur Gubar von der Linksjugend, die sich für die Rechte der Mieter einsetzt, selbst miterlebt. „Sie hat an die Türen getreten", erinnert er sich. Summen von bis zu 11.000 Euro 
seien dabei verlangt worden – ebenso wie unterschriebene Zahlungsverpflichtungen.

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