Ein Therapeut auf vier Pfoten

Karin Prignitz

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Im Mittelpunkt: Goldendoodle „Leo" unterstützt bei Bedarf mit Frauchen Cornelia Benteler (links) Ergotherapeutin Sarah Bohnenkamp (rechts) und Logodädin Lea Neuwöhner. - © Karin Prignitz
Im Mittelpunkt: Goldendoodle „Leo" unterstützt bei Bedarf mit Frauchen Cornelia Benteler (links) Ergotherapeutin Sarah Bohnenkamp (rechts) und Logodädin Lea Neuwöhner. (© Karin Prignitz)

Oerlinghausen. „Leo" ist die Ruhe selbst. Im Gesprächsraum macht er es sich zwischen den Menschenfüßen gemütlich. „Aber wenn es darauf ankommt, ist er auf den Punkt da", sagt Cornelia Benteler. Sie ist mit dem hellen Goldendoodle (eine Mischung aus Golden Retriever und Königspudel) zu Besuch im Therapiezentrum Treuherz. „Leo" soll dort künftig regelmäßig zum Einsatz kommen.

Der zweieinhalbjährige Vierbeiner ist ein Therapiehund und soll als solcher „Türöffner" zwischen Therapeut und Patient sein – insbesondere bei Kindern. „Therapiehunde regen spielerisch das Lernen an", erläutert Lea Neuwöhner. „Leo" soll „den sozialen Kontakt und die Entwicklung von Sozialkompetenzen fördern." Therapiehunde, ergänzt die Leiterin der Logopädie im Therapiezentrum, „verbessern die Empathie, den Respekt, die Kommunikation, die Kooperation und die Arbeit im Team".

Letztlich könnten Menschen aller Generationen profitieren, denn die tiergestützte Therapie kann sowohl die fein- und grobmotorischen Fähigkeiten als auch die Koordination verbessern. „Sie stimuliert alle Sinne, das Sehen, das Hören und auch den Tastsinn." Tätigkeiten wie das Streicheln des Hundes, das Füttern oder Bürsten „verbessern die motorische Kontrolle, vor allem in den Händen und Armen", das kann auch Ergotherapeutin Sarah Bohnenkamp bestätigen.

Leos Besitzer haben gemeinsam mit ihm im Rahmen des zertifizierten Programms ESAAT (European Society for Animal Assisted Therapy – europäischer Dachverband für tiergestützte Therapie) die Ausbildung zum Therapiebegleithundeteam absolviert und im Juni erfolgreich abgeschlossen. „Leo hat zuvor einen Eignungstest durchlaufen", so Benteler. Getestet wurde vor allem, wie „Leo" sich in Stresssituationen verhält. Weil der von Beginn an ein sehr ausgeglichenes Wesen hatte, haben die Bentelers schon früh mit der Ausbildung beginnen können.

„Leo ist tiefenentspannt." Eigentlich sollten die Hunde 18 Monate alt sein, wenn sie starten, „da waren wir schon fertig", sagt die Softwaretesterin aus Avenwedde stolz. Darauf gekommen, sich selbst und „Leo" ausbilden zu lassen, ist Cornelia Benteler durch eigene Betroffenheit. „Unser vorheriger Hund musste eingeschläfert werden." Etwa gleichzeitig erkrankte ihre Mutter an Demenz. „Für einen Hund wäre da keine Zeit geblieben." Doch Cornelia Benteler, die nebenbei in der Seniorenbetreuung tätig ist, hörte von der Möglichkeit, Pflege und Hundehaltung zu kombinieren – mit einem Therapiehund.

Die Ausbildung zog sich über ein gutes halbes Jahr und fand an elf Sonntagen statt. „Und jeder Spaziergang war auch eine Trainingseinheit." Bei Bedarf kommt er nun in das Therapiezentrum Treuherz nach Oerlinghausen.

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