Neues aus der Oerlinghauser Geschäftswelt

Karin Prignitz

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Nicole Weile betreibt die Papeterie „Goldweile“, Vivian Beiner (r.) die „Blumen-Manufaktur“ an der Hauptstraße 44. Beide ergänzen sich mit ihren Angeboten. - © Karin Prignitz
Nicole Weile betreibt die Papeterie „Goldweile“, Vivian Beiner (r.) die „Blumen-Manufaktur“ an der Hauptstraße 44. Beide ergänzen sich mit ihren Angeboten. (© Karin Prignitz)

Oerlinghausen. „Eigentlich", sagt Vivian Beiner, „wollten wir am 28. März eröffnen." Corona kam dazwischen. Also verlängerte die Sekretärin der Kinderchirurgie in Bielefeld-Bethel ihren alten Job, ehe sie sich im eigenen Laden voll und ganz ihrer Blumen-Leidenschaft widmen konnte. Auf der Suche nach geeigneten Geschäftsräumen ist die 26-Jährige in der Bergstadt fündig geworden.

Vivian Beiner kommt aus Schloß Holte-Stukenbrock. Auch Nicole Weile hat dort lange gelebt. Beide teilen sich die Geschäftsräume an der Hauptstraße 44. „In Schloß Holte-Stukenbrock haben wir nichts Geeignetes gefunden." Die Aufteilung im Oerlinghauser Laden passt optimal. Vivian Beiner bietet in ihrer kleinen „Blumen-Manufaktur" eine Auswahl regionaler, saisonaler Blumen. „Darauf lege ich besonderen Wert", betont sie und fügt erläuternd hinzu: „Je besser die Qualität, desto haltbarer."

In den ehemaligen Geschäftsräumen von „Wey(n)land und Upstairs“ sind die Fenster abgeklebt. Dort wird vermutlich ein Geschäft für Tee und Geschenkartikel einziehen. - © Karin Prignitz
In den ehemaligen Geschäftsräumen von „Wey(n)land und Upstairs“ sind die Fenster abgeklebt. Dort wird vermutlich ein Geschäft für Tee und Geschenkartikel einziehen. (© Karin Prignitz)

Vivian Beiner möchte sich abheben. „Deshalb wird es bei mir keine Standardsträuße geben." Im Winter beispielsweise wird sie darauf verzichten, Rosen anzubieten, weil die von weither importiert und für die Haltbarkeit entsprechend stark behandelt werden müssten. „Trockenblumenkränze in natürlichen Tönen sind gerade der Renner", erzählt sie.

An der Robert-Koch-Straße hat die Tapas-Bar „Flamingo“ eröffnet. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich das Evangelische Altenzentrum. - © Karin Prignitz
An der Robert-Koch-Straße hat die Tapas-Bar „Flamingo“ eröffnet. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich das Evangelische Altenzentrum. (© Karin Prignitz)

Deko in skandinavischem Design, auch hier findet sich eine Auswahl im Laden. Schwerpunkt ihrer Selbstständigkeit sind Hochzeiten, die sie ausstattet, und Workshops nach Saison im Laden. Immer montags bleibt der Laden geschlossen. „Dann finden Konzeptplanungen mit Brautpaaren statt, das geht im Moment wieder los", nachdem wegen Corona das Gros der Hochzeiten verschoben wurde.

„Jeder hat eigene Räume, und trotzdem arbeiten wir zusammen"

Graphikdesignerin Nicole Weile nutzt die Büroräume hinter der Blumen-Manufaktur für ihre Papeterie „Goldweile". Die 29-Jährige entwirft in ihrem Graphikatelier Individuelles für Hochzeiten, Visitenkarten, Logos, Flyer und vieles mehr. „Jeder hat eigene Räume, und trotzdem arbeiten wir zusammen und ergänzen uns", sagen Vivian Beier und Nicole Weile. Ab Januar wird zudem Annika Rauch, die sich gerade in Elternzeit befindet, mit dabei sein.

Vom Geschäft alleine leben, das funktioniere kaum, bestätigt Vivian Beiner. Heute müsse man mit der Zeit gehen, das habe Corona noch einmal ganz deutlich gezeigt. „In vier Wochen geht der Onlineshop los." Dass die Aktivitäten in den sozialen Netzwerken Wirkung zeigen, hat Vivian Beiner bereits festgestellt. „Wir haben Kunden, die sogar aus Werther zu uns kommen."

Ähnliche Geschäftsmodelle könnten sich die Jung-Selbstständigen auch für andere derzeit freistehende Ladenlokale in Oerlinghausen vorstellen. Der Blick fällt auf die schon länger ungenutzten Räume der ehemaligen Heißmangel schräg gegenüber. Dort stehen zwar Farbtöpfe, noch aber tut sich dort sonst nichts.

Tapas statt Shisha

Anders sieht das am anderen Ende der Hauptstraße aus. In den ehemaligen und seit Ende Oktober 2019 geschlossenen Geschäftsräumen von „Wey(n)land und Upstairs" sind die Fenster blickdicht verhangen. Was sich dahinter tut, ist nicht zu erkennen. Gemunkelt wird allerdings, dass dort ein Geschäft für Tee und Geschenkartikel eröffnen soll. Neu eröffnet hat am 3. Juli auch die Tapas-Bar „Flamingo" an der Robert-Koch-Straße, dort, wo lange Zeit eine Shisha-Bar existierte.

Betreiber Jakar Mahmoud hat die Räume übernommen und sich bewusst gegen eine solche Shisha-Bar entschieden. Er setzt stattdessen auf spanische Spezialitäten und hat einen gelernten Koch verpflichten können. Der gebürtige Tunesier hat bereits 14 Jahre lang in anderen spanischen Restaurants, unter anderem in Lemgo und Bünde, gearbeitet. Geöffnet ist das Flamingo mit seinen zehn Tischen im Innen- und den neun Tischen im Außenbereich täglich von 11.30 bis 22 Uhr. In Corona-Zeiten können allerdings nicht alle Tische besetzt werden.

Nicht überstanden hat die Corona-Zeit das „Kleine Kaufhaus Helpup" an der Bahnhofstraße 2. Der Laden, in dem es auch Second-Hand-Ware für Babys und Kinder gab, hat am 30. Juni geschlossen. Bereits zu Jahresbeginn war an der Hauptstraße 44 (dieselbe Hausnummer wie Blumen-Manufaktur und Goldweile) Julia Rose mit „Yoga und Coaching" gestartet. Corona-bedingt war lange geschlossen. „Erst seit dieser Woche habe ich wieder mit kleinen Kursen begonnen."

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