„Das Verhalten ist grundsätzlich positiv“

Karin Prignitz

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Mit Aussagen wie auf dem Schild weckt die Belvona Erwartungen, doch sitzt das Misstrauen bei den Bewohnern tief.  - © Karin Prignitz
Mit Aussagen wie auf dem Schild weckt die Belvona Erwartungen, doch sitzt das Misstrauen bei den Bewohnern tief.  (© Karin Prignitz)

Oerlinghausen. Die Belvona GmbH Düsseldorf hat im Februar die 321 Wohnungen der ehemaligen Conle-Siedlung in der Oerlinghauser Südstadt übernommen. Eigentümerin ist jedoch nach wie vor die DEGAG/Altro Mondo. Die Belvona verwaltet den „Belvona-Wohnpark". Geschäftsführer Frank Krienen betonte ausdrücklich, dass das Eigentum in absehbarer Zeit auf die Belvona übergehen werde. Noch aber ist das nicht geschehen und die Skepsis ist groß. Dazu wurde Bauministerin Ina Scharrenbach, die jüngst in Oerlinghausen zu Gast gewesen war, nach ihrem Eindruck befragt.

Frau Scharrenbach, die Belvona hat als junges Unternehmen innerhalb kürzester Zeit Wohnanlagen in ganz Deutschland aufgekauft. Da stellt sich die Frage, woher die finanziellen Mittel kommen. Die Rede ist von Share-Deals. Aus Ihrer Sicht ein realistisches Modell?

Ina Scharrenbach: Die Landesregierung hat keine Erkenntnis darüber, über welche finanzielle Konstruktion die Bestände von den Besitzgesellschaften auf Belvona übergehen.

Für wie wahrscheinlich halten Sie es, dass die Belvona bald als Eigentümerin in den Grundbüchern eingetragen und der immense Sanierungsstau zügig abgebaut wird? Belvona wirbt ja mit einer Zufriedenheitsgarantie. Findet dort aus Ihrer Sicht ein „Raussanieren" aufgrund steigender Mieten statt?

Scharrenbach: Im Sommer 2020 hat die Landesregierung zusammen mit zahlreichen Kommunen zum zweiten Mal einen gezielten Aktionstag gegen wohnungswirtschaftliche Missstände bei Altro Mondo durchgeführt. Im Januar 2021 fand ein weiterer Austausch mit Kommunen, in denen es Altro-Mondo-Bestände gibt, statt. Zahlreiche Kommunen berichteten von deutlich spürbaren Verbesserungen seit der Übernahme des Altro-Mondo-Immobilienbestandes durch Belvona im Jahr 2020. Dies gelte sowohl hinsichtlich der Beseitigung von Mängeln als auch hinsichtlich der Kommunikation mit Belvona. Die beteiligten Kommunen bewerteten das Verhalten von Belvona grundsätzlich als positiv, sie werden die Immobilienverwaltung jedoch weiter kritisch begleiten.

Wie sehen Sie die personellen Verquickungen zwischen der Belvona und der Altro Mondo?

Scharrenbach: Ja, es gibt persönliche Verbindungen zwischen Altro Mondo und Belvona. Man kennt sich also. Inwieweit das zu Nachteilen für Mieterinnen und Mieter führt, verfolgen wir gemeinsam mit den Städten und Gemeinden, in denen es diese Wohnungsbestände gibt.

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