Gefährliches Geschoss schlägt gegen Außenwand einer Bergstädter Kita

Knut Dinter

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Mit Unverständnis nehmen Michelle Upmeier, Stefan Weise, Angela Burow und Stefan Kippmann (von links) die Vorkommnisse am Zaun des Familienzentraums auf. - © Knut Dinter
Mit Unverständnis nehmen Michelle Upmeier, Stefan Weise, Angela Burow und Stefan Kippmann (von links) die Vorkommnisse am Zaun des Familienzentraums auf. (© Knut Dinter)

Oerlinghausen. In jüngster Zeit mehren sich die Fälle von Sachbeschädigung rund um die Kirche und die Grundschule in Helpup. Ein aktueller Fall hat die Verantwortlichen der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde besonders empört.

„Mit großem Schrecken sind die Kinder und Erzieherinnen des evangelischen Familienzentrums in Helpup davongekommen“, sagte Pfarrer Stefan Weise. „Am Mittwoch der vorigen Woche hörten wir gegen 14 Uhr einen Riesen-Knall“, berichtete Kita-Mitarbeiter Christoph Bollhorst. „Die Kinder sagten noch, da sei etwas gegen die Scheibe geflogen. Dann entdeckten wir große Gegenstände, die jemand mit Wucht gegen die Außenwand des Kita-Gebäudes geschleudert hatte.“ Bollhorst eilte nach draußen und konnte gerade noch zwei jüngere Personen erblicken, die in einem Maisfeld neben der Kita verschwanden.

Bei den Gegenständen handelte es sich um Latten aus einem Zaun. „Den hatten wir erst einen Tag vorher repariert“, sagte Stefan Kippmann von der Firma Gartengestaltung Kippmann in Lage. Die Elemente bestehen aus recyceltem Kunststoff und sind sehr stabil miteinander verbunden. „Die Täter müssen eine unheimliche Gewalt angewandt haben, um die Latten herauszureißen“, meinte Kippmann. Die Reparatur war erforderlich geworden, weil der Zaun schon einmal zertreten worden war. Deshalb gehen die Verantwortlichen der Kita und des Kirchenvorstands davon aus, dass sich die Täter mit den örtlichen Verhältnissen ausgekannt haben müssen.

Der Vandalismus in Helpup nimmt zu

Die stellvertretende Kita-Leiterin Michelle Upmeier wies darauf hin, dass sich der Zaun im hinteren Bereich befindet, von außen nicht einsehbar und auch nur schwer zu erreichen sei. Die Kirchenälteste Angela Burow hat kein Verständnis für die Tat. „Diese Energie macht mir Sorgen. Zum Glück waren zu dem Zeitpunkt keine Kinder auf dem Außengelände“, sagte sie. „Denn so eine fliegende Latte ist ein gefährliches Geschoss.“ Pfarrer Weise sieht es ähnlich. „Wir haben ja nichts dagegen, wenn man sich auf dem Kirchengelände aufhält, gelegentlich finden wir anschließend auch Flaschen und Müll, aber hier ist eine andere Dimension erreicht“, sagte er. „Da nimmt jemand in Kauf, dass auch jemand verletzt werden kann.“

Das aktuelle Ereignis reiht sich ein in mehrere Vorkommnisse in der jüngsten Vergangenheit. Mal wurde die Scheibe eines Kirchenfensters zerschossen, mal traf eine Kugel das Fenster eines Baggers, der auf dem Friedhof abgestellt war. An der Straße „Auf der Brede“ wurden mehrere Straßenlaternen zerstört, das Kirchengebäude wurde mit Farbe beschmiert, unmittelbar neben dem Abschiedsraum wurde ein offenes Feuer entzündet und auf dem Friedhof wurden Beete zertreten.

Von Vandalismus berichtete auch Martin Böddeker, Hausmeister der Grundschule. „Ich finde am Morgen regelmäßig Müll, Schnaps- und Bierflaschen, die auf dem Schulhof verteilt sind“, sagte er. „Vor Unterrichtsbeginn muss ich dann erst mal die Scherben wegfegen.“ Obwohl der Aufenthalt auf dem Schulgelände nicht erlaubt ist, treffen sich hier nach seiner Beobachtung gegen Abend regelmäßig Jugendliche. Sobald der Hausmeister versucht sie anzusprechen, laufen sie fort. Auch vom Flachdach des Verwaltungsgebäudes hat Böddeker schon Flaschen entsorgt. Einen Hinweis lieferte ihm der herausgerissene Blitzableiter. „Um nicht entdeckt zu werden, klettern die Jugendlichen daran hoch und legen sich flach auf das Dach“, berichtete der Hausmeister.

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