Fliegerfreunde fürs Leben

Karin Prignitz

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Carsten Eidmann (l.) und Stephan Lischka haben auf dem Flugplatz in einem Segelflugzeug Platz genommen. Zum Jubiläumstreffen haben sie sich Besonderes überlegt. - © Karin Prignitz
Carsten Eidmann (l.) und Stephan Lischka haben auf dem Flugplatz in einem Segelflugzeug Platz genommen. Zum Jubiläumstreffen haben sie sich Besonderes überlegt. (© Karin Prignitz)

Oerlinghausen. Stephan Lischka und Carsten Eidmann deuten vom Segelflugplatz Oerlinghausen in Richtung Straße und den dahinter liegenden Wald. „Heute ist davon nichts mehr zu sehen, aber früher war dort die alte Segelflugschule mit Fliegerheim.“ Im jugendlichen Alter haben beide dort viel Zeit verbracht. Gezeltet haben sie, manchmal sogar vier Wochen lang, „und wir sind jeden Tag geflogen“. Damals, vor 40 Jahren mussten die Segelflugzeuge noch von Hand gezogen werden. „Das war eine richtig anstrengende Angelegenheit“, daran können sich die Freunde fürs Leben noch erinnern. „Heute, mit den Segnungen der Technik, ist das alles deutlich komfortabler.“

Stephan Lischka stammt aus Marsberg im Sauerland, lebt mittlerweile in Barcelona, ist Berufspilot und Jumbo-Kapitän bei der Lufthansa. Der gebürtige Wuppertaler Carsten Eidmann lebt in Düsseldorf und ist Jurist bei einer großen Versicherungsgesellschaft. Auch sein Wunsch war es ursprünglich, Pilot zu werden. Seit dem Sommer 1982, also seit 40 Jahren, treffen sich die beiden mittlerweile 55-Jährigen einmal im Jahr in Oerlinghausen, um dort zu fliegen und Erinnerungen auszutauschen. Jetzt ist es wieder soweit gewesen. Die beiden Männer eint die Faszination fürs Fliegen von Kindesbeinen an. Die Welt aus der Vogelperspektive zu betrachten, das hat nie an Reiz verloren.

Dass Lischka und Eidmann den Grundstein fürs Fliegen in der Bergstadt gelegt haben, wundert nicht. „Neben dem Vereinssport war Oerlinghausen damals schon die weltweit größte und beste Flugschule, die man sich vorstellen kann, und sie ist es nach wie vor“, schwärmen Lischka und Eidmann. Zehr zügig absolvierten sie ihre Ausbildungen, hatten den Flugschein fix in der Tasche. „Damals konnte man mit 14 Jahren beginnen“, heute immer noch.

Das Ziel der Freunde: "Die 50 machen wir voll"

Die Freunde waren 15 Jahre alt, als sie sich zum ersten Mal in Oerlinghausen begegneten. „Daraus ist eine lebenslange Freundschaft entstanden.“ Auch die Frauen der leidenschaftlichen Flieger sind befreundet. Sie sind in Oerlinghausen dabei.

Während der Woche, die sie in der Bergstadt verbringen, wohnen die Paare „in der Ferienwohnung eines alteingesessenen Oerlinghausers“. Stephan Lischka kocht leidenschaftlich gerne. In Oerlinghausen nutzen die Piloten und ihre Frauen das gute gastronomische Angebot, insbesondere die hervorragende Küche in den Altdeutschen Bierstuben von Christoph Kubus. „Das Essen dort ist wirklich vorzüglich“, schwärmt Stephan Lischka.

Zur Feier des 40-Jährigen haben Stephan Lischke und Carsten Eidmann nicht nur in einem aufwendiger Prozess ein Segelflugzeug golden eingehüllt, sie haben auch ihre alten Fluglehrer in das Hotel Mügge eingeladen. „Der erste Lehrer war Erich Böttinger“, das ist auch auf den alten Startlisten nachzulesen. Peter Hattenkerl, Holger Schinkel und Sirko Heine folgten. Manch eine Anekdote ist beim Zusammentreffen ausgetauscht worden. Eines haben sich die besten Freunde jetzt schon vorgenommen: „Die 50 machen wir voll, das haben wir uns als Ziel gesetzt.“

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