Die Burg Schwalenberg bleibt ein Ladenhüter

Trotz des auf 950 000 Euro gesenkten Kaufpreises beißen die Interessenten nicht an

Von Freya Köhring

Malerisch und doch schwer verkäuflich: Majestätisch thront die Burg über Schwalenberg. Seit Jahren steht sie leer. - © Foto: Dunker
Malerisch und doch schwer verkäuflich: Majestätisch thront die Burg über Schwalenberg. Seit Jahren steht sie leer. (© Foto: Dunker)

Schieder-Schwalenberg. Idyllische Lage, weiter Blick – eigentlich ist die Burg Schwalenberg ein Traumobjekt. Doch schon seit Jahren steht das Denkmal von 1225 leer. Jetzt wurde der Kaufpreis weiter gesenkt. Doch noch immer ist kein Käufer in Sicht.

Kleiner Rückblick: Im Jahre 2007 erwirbt eine vom Spanier José Manuel Rico Aguirre gegründete GmbH die Burg. Er verpasst ihr einen neuen Innenanstrich und eröffnet das Restaurant kurzzeitig wieder. Sein Plan, auch das Hotel wieder in Gang zu bringen, scheitert unter anderem an den Bauvorschriften, ebenso die Idee, ein Feriendorf anzugliedern.

Schon damals bietet er das Objekt für 4 Millionen Euro an. "Ich bin Geschäftsmann", sagt er der LZ. Zwei Jahre später kann der selbst ernannte "Markgraf" Aguirre nach Informationen der LZ wegen einer Korruptionsaffäre Spanien nicht mehr verlassen. Er bietet die Burg erneut zum Kauf an.
"Höhenburg in Alleinlage über Künstlerstadt in NRW", so wird die Burg Schwalenberg im Internet beworben. Mit dem Verkauf ist die Vermittlung historischer Immobilien OHG bei Rosenheim betraut.

"Solche Objekte sind schwer vermittelbar und bleiben durchschnittlich fünf Jahre auf dem Markt, bevor sie verkauft werden", erklärt ein Mitarbeiter der Firma auf Anfrage der LZ. Oft scheiterten Geschäfte an den Preisvorstellungen der Verkäufer. Liebhaber, die ein solch besonderes Gebäude kauften, müssten meist noch viel Geld hineinstecken, so auch in der Malerstadt.

Mittlerweile hat Burgbesitzer Rico Aguirre den Preis von den ursprünglichen 4 Millionen auf zwischenzeitlich 1,2 Millionen Euro und nun auf 950 000 Euro reduziert. "Immer noch zu hoch", sagt der Makler. "Es gab Angebote, aber es scheiterte an der Verkaufssumme." Bei solchen Objekten würden aber auch oft Banken die Finanzierung ablehnen, weil das Risiko einfach zu groß sei.
Gleichwohl kämen immer wieder mal Anfragen herein. "Es werden im Laufe der Zeit über 100 Interessenten gewesen sein", schätzt der Immobilienmakler. Ein Teil von ihnen schaut sich auch vor Ort um, bestätigt Herbert Lange. Er ist der Ansprechpartner vor Ort und sieht nach dem Rechten. Die Grünanlage werde regelmäßig von einem Gärtner gepflegt.

Sollte jemand noch mal einen Hotel- und Restaurantbetrieb in der Burg anstreben, müsste er einen zweiten Fluchtweg bauen, um eine Konzession zu bekommen, heißt es im Internet. Vermutlich ist das aber die geringste Baustelle.
Zwischenruf

Information

Historie

Die Burg Schwalenberg wird 1225 von Graf Volkwin III. erbaut. Anfang des 18. Jahrhunderts beginnt sie zu verfallen, nach und nach verschwindet der Südflügel. Während des Zweiten Weltkriegs wird sie als Müttergenesungsheim genutzt, später als Kindererholungsheim. Anfang der 1960er-Jahre entsteht hier ein Hotel- und Restaurantbetrieb. Die Gastronomen kaufen die Burg der öffentlichen Hand ab. 2007 veräußern sie sie an die GmbH des José Rico Aguirre. (fyk)

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2019
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.