Umflut um den Schieder-See ist in Betrieb – zumindest teilweise

Wasser, marsch ins neue Emmer-Bett

Marianne Schwarzer

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Jetzt aber mal schnell: Auch wenn die Spundwände nur wenig tiefer gedrückt wurden, muss sich der Bagger alsbald in Sicherheit bringen,denndie Emmer bahnt sich ihren Weg in ihr neues Bett. - © Karl-Heinz Krull
Jetzt aber mal schnell: Auch wenn die Spundwände nur wenig tiefer gedrückt wurden, muss sich der Bagger alsbald in Sicherheit bringen,denndie Emmer bahnt sich ihren Weg in ihr neues Bett. (© Karl-Heinz Krull)

Schieder-Schwalenberg. Nach drei Jahren Bauzeit ist am Freitag der entscheidende Schritt passiert: Ein Teil der Emmer fließt jetzt in die eigens für sie gebaute Umflut. Bis alles fertig ist, dauert es allerdings noch ein wenig.

Bis jetzt hatte ein Querriegel aus Stahlelementen verhindert, dass schon Wasser in das neue Flussbett laufen konnte. Das ist jetzt vorbei. Den entscheidenden Handgriff durfte Landrat Friedel Heuwinkel gestern Nachmittag am Schieder-See im Bereich der Seeterrassen sogar höchstselbst vollführen: Angeleitet vom Fachmann, durfte er im Fahrerhäuschen per Joystick die Vibrationsramme auf das erste Spundwandelement heben und es ein Stückchen tiefer in den Boden drücken. Allerdings nur 20 Zentimeter: „Wenn wir zu viel Raum geben, droht uns der Schieder-See leer zu laufen“, erklärte Berthold Lockstedt vom Fachbereich Umwelt des Kreises Lippe.

Darum muss zunächst mal die restliche Abtrennung des Sees erfolgen. Derzeit wird ein Damm aufgeschüttet, auf den die Vibrationsramme fahren kann, um von dort die restlichen Spundwände in den Boden zu rütteln. „Wir treiben sie direkt durch diesen Damm.“ Das erspart der Baufirma, noch einmal mit einem Ponton arbeiten zu müssen, das überschüssige Dammmaterial wird am Ende entfernt.

„Das wird noch etwa drei Wochen in Anspruch nehmen, erst dann ist der Bau der Umflut endgültig abgeschlossen“, sagt der Geschäftsführer des Erholungszentrums Schieder, August Tölle. Dabei müssen die Fachleute viel Fingerspitzengefühl aufbringen und die Wasserstände zwischen See und Fluss auszugleichen: Zu viel Wasser darf nicht schon ins Flussbett fließen, aber auch nicht zu wenig. Dafür liegen Sandsäcke bereit, um am Querriegel ein wenig zu regulieren.

Es dauerte Freitagnachmittag eine ganze Weile, bis das erste Emmerwasser den Weg zum Durchlass am Stausee zurückgelegt hatte. Auch dieses Bauwerk ist fertig. Auf der glatten Sohle wurden dicke Steinbrocken einbetoniert, so dass eine raue Oberflächenstruktur die Fließgeschwindigkeit reguliert und Amphibien Raum lässt. „Drei Jahre lang haben die Bauarbeiten gedauert. Dass wir nun so kurz vor der Vollendung stehen, ist für alle Beteiligten etwas Besonderes“, betonte Landrat Friedel Heuwinkel.

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