Miterfinder der „Sendung mit der Maus“ besucht SOS-Kinderdorf

Manfred Brinkmeier

Christoph Biemann mit Vertretern und Bewohnern des SOS-Kinderdorfs Lippe. - © Foto: Brinkmeier
Christoph Biemann mit Vertretern und Bewohnern des SOS-Kinderdorfs Lippe. (© Foto: Brinkmeier)

Schieder-Schwalenberg. Sein Markenzeichen ist der grüne Pullover. Klar, dass der auch bei seinem Besuch im SOS-Kinderdorf Lippe in Schwalenberg nicht fehlen durfte. Dort weihte Christoph Biemann, der Miterfinder der beliebten „Sendung mit der Maus", einen Kleinbus ein.

Bei der Gelegenheit drehte er mit dem Ersatz für das ausgediente alte Fahrzeug zusammen mit ein paar Kindern gleich eine Runde durch das große Areal des Kinderdorfs vor den Toren Schwalenbergs. Christoph Biemann ist zusammen mit Armin Maiwald, einem weiteren Moderator der bekannten Fernsehsendung, Schirmherr der SOS-Kinderdorf-Stiftung, die das neue Fahrzeug finanziert hat.

Information
Stiftung stellt 500.000 Euro bereit

Die SOS-Kinderdorf-Stiftung setzt die Erträge aus ihrem Stiftungskapital jedes Jahr für drei Schwerpunkte ein: Kinder, Schul- und Berufsausbildung sowie Hilfe in Notfällen.

Nach Angaben von Dr. Bettina Goffin, Stiftungs-Projektleiterin, engagieren sich heute mehr als 700 Zustifter für die 2003 gegründete SOS-Kinderdorf- Stiftung. Zur Stifterfamilie gehören darüber hinaus 64 Treuhandstiftungen.

2016 können laut Dr. Bettina Goffin mit mehr
als 500.000 Euro noch mehr Kinder, Jugendliche, Familien und Menschen mit Behinderung, die in den SOSKinderdorf-
Einrichtungen leben, unterstützt werden. Eines der Projekte ist dabei der Kleinbus in Schwalenberg als Ersatz für das ausgediente
Fahrzeug. Das Stiftungskapital der Treuhandstiftungen beläuft sich auf 21,8 Millionen Euro. Ihren Sitz hat die Stiftung in
München. (mab)

Als Maskottchen für den Kleinbus hatte Christoph Biemann aus Köln, wo er lebt, einen Maus-Schlüsselanhänger, eine kleine orange Maus und einen kleinen blauen Elefanten mitgebracht, die zukünftig die Kinder auf allen Fahrten begleiten. Das neue „Mädchen für alles" dient den Kinderdorfmüttern für Einkäufe und Behördengänge. Ferner sorgt es dafür, dass die Kinder jederzeit überall hinkommen – sei es zur Schule, zu Ausflügen oder Ferienfahrten, wie demnächst nach Norditalien.

Und wo Christoph Biemann doch schon mal da war, durften die Kinder ihm natürlich auch Fragen stellen, die der 63-Jährige mit einer Engelsgeduld beantwortete. Dazu durfte die Frage nach dem Pullover – logisch – nicht fehlen. Den habe er mal bei verschiedenen Drehtagen über ein Atomkraftwerk getragen. „Nach dem Zusammenschnitt des Films durfte natürlich nicht zu sehen sein, dass ich verschiedene Sachen anhatte. Also habe ich mir zwei grüne Sweatshirts zugelegt und die abwechselnd an gehabt. Und das ist dann zum Markenzeichen geworden."

Die Kinder erfuhren auch, dass der Moderator viele Einsendungen mit Themenwünschen bekommt. „Dabei schreiben auf jeden Fall mehr Mädchen der Maus." Wie es denn die Maus überhaupt geschafft habe, dass er ihr seit 1971 die Treue gehalten hat? „Ganz einfach: Die Maus ernährt mich. Es macht mir aber auch großen Spaß, für sie zu arbeiten."

Insgesamt 65 Minuten produziert Christoph Biemann für die Sendung. „Das klingt wenig, bedeutet aber eine Menge Arbeit." Wie lange will er denn wohl noch weitermachen? „Bis ich mit den Füßen voran aus dem Studio getragen werde und solange meine Gesundheit mitspielt." Eine Frage haben die Kinder nicht gestellt, nämlich welchem Rätsel die Maus nächsten Sonntag auf der Spur ist. Christoph Biemann hat es aber schon mal verraten: „Passend zur Fußball-Europameisterschaft in Frankreich geht es darum, wie ein Fußballtor gebaut wird."

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