Axel Altmeier engagiert sich im Ruhestand in zahlreichen Ehrenämtern

Andreas Beckschäfer

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Vom Kreislauf des Wassers: "Märchenonkel" Axel Altmeier liest in der Kindertagesstätte Arche Noah vor, Lucas, Kristina, Melina und Liana hören aufmerksam zu. - © Andreas Beckschäfer
Vom Kreislauf des Wassers: "Märchenonkel" Axel Altmeier liest in der Kindertagesstätte Arche Noah vor, Lucas, Kristina, Melina und Liana hören aufmerksam zu. (© Andreas Beckschäfer)

Detmold-Pivitsheide. Von wegen „Ruhestand“: Seit Axel Altmeier vor fünf Jahren in Rente gegangen ist, engagiert er sich vielfältig in Ehrenämtern. Die „gewonnene Zeit“ habe er sinnvoll nutzen wollen, sagt der 65-Jährige.

„Da ist ja alles voller Müll in dem Fluss“, stellen die Kleinen in der Kindertagesstätte Arche Noah entsetzt fest. „Kluge Menschen können das nicht gewesen sein, die ihren Abfall da hineingeschmissen haben“, sagt Axel Altmeier und erklärt dem Nachwuchs anhand der Bilder im Buch den Kreislauf des Wassers.

Und den Umstand, dass in so einem Kreislauf alles wiederkehrt – und die Menschen deshalb ihr eigenes Wasser verschmutzen, wenn sie ihren Müll darin entsorgen. „Noch eins!“, fordern die Kinder, als die Geschichte zu Ende erzählt ist, und der Vorleser greift geduldig nach dem nächsten Buch, das seine Zuhörer ausgesucht haben.

Seit fünf Jahren kommt Altmeier an jedem Dienstag in das Familienzentrum in seinem Wohnort, um dem Nachwuchs vorzulesen. Die Rolle des „Märchenonkels“ war die erste, die er übernommen hat, gleich nachdem seine berufliche Laufbahn als Diplom-Ingenieur endete. „Ich hatte immer viel Glück im Leben und fühlte mich moralisch verpflichtet, der Gesellschaft etwas zurückzugeben“, erklärt er, weshalb er damals Kontakt zur Bürgerstiftung Detmold aufnahm. Auch eine Verbindung nach Lemgo entstand über die Freiwilligenagentur der Stiftung: Dort besucht er regelmäßig einen jungen Mann mit geistiger Behinderung, um mit ihm Rommé zu spielen.

Aus seiner persönlichen Leidenschaft für das Fahrradfahren, die er auch als freiwilliger Helfer in einer Zweiradwerkstatt auslebt, entwickelte Altmeier zudem eigenständig ein kreatives Angebot: Er fährt Tandem mit blinden und sehbehinderten Menschen. So gibt er einigen von ihnen ein kleines Stück verlorene Lebensqualität zurück. Bereut habe er es nie, sich sozial zu engagieren: „Ich fühle mich durch meine Tätigkeiten ausgefüllt“, sagt der Pivitsheider.

Dass seine Versuche häufig erfolglos blieben, Menschen aus seinem Umfeld für ehrenamtliche Aufgaben zu begeistern, führt er auf zwei Aspekte zurück: „Da ist sicher oft die Angst vorhanden, Verantwortung für andere zu übernehmen“, glaubt er. Zudem sei es schwierig, sich noch mal auf Verbindlichkeiten einzulassen, wenn jemand erst einmal „auf der faulen Haut gelegen“ habe: „Deshalb war es mir damals wichtig, nach dem Berufsleben keinen Tag Leerlauf entstehen zu lassen.“

Ob der Kreislauf von Geben und Nehmen im Leben für ihn selbst noch funktionieren wird, bezweifelt Altmeier – nicht zuletzt angesichts der demografischen Entwicklung – vorsichtig. „Vielleicht täusche ich mich, aber mein Eindruck ist, dass die Zahl hilfsbedürftiger Menschen stetig wächst, während die Zahl derer, die noch bereit sind, diese Hilfe ehrenamtlich zu leisten, eher sinkt“, meint er nachdenklich.

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