Tina Vogel, Leiterin des Bistro Soleil im Eau Le, Lemgo
Tina Vogel, Leiterin des Bistro Soleil im Eau Le, Lemgo
(© Madlena Gerschner)
Ich wollte auf jeden Fall eine Ausbildung machen. Mir war es nie wichtig, viel Geld zu verdienen. Ich wollte rumkommen und die Welt sehen! Nach der zehnten Klasse und einem Praktikum habe ich eine Ausbildung zur Hotelfachfrau begonnen. Nach den drei Jahren bin ich dann erstmal ins Ausland gegangen – meine Karriere habe ich in einem 5-Sterne-Hotel in Irland gestartet. Dort habe ich wirklich viel gelernt, vor allem in Bezug auf das Koordinieren. Danach ging es für mich wieder zurück nach Deutschland, wo ich im ganzen Land unterwegs war: Ich habe andere Unternehmen in der Hotel- und Gastronomiebranche bei der Prozessoptimierung unterstützt. Ich habe damals sehr viele Menschen kennengelernt und habe mir ein Netzwerk aufbauen können – ein gutes Netzwerk zu haben ist das Wichtigste, egal in welcher Branche. Ich war europaweit unterwegs und auch in den USA. Als ich dann meine Tochter bekam, habe ich mich als Unternehmensberaterin selbstständig gemacht und lehre auch als Dozentin an Hochschulen. Mein Mann und ich haben uns dieses Jahr zudem dazu entschieden, dass Soleil zu eröffnen - das Bistro bereitet uns sehr viel Freude!
André Swoboda, Vertrieb & Prozessteuerung Fahrzeugeinrichtungen Swoboda, Bad Salzuflen
André Swoboda, Vertrieb & Prozessteuerung Fahrzeugeinrichtungen Swoboda, Bad Salzuflen
(© Benjamin Marquardt)
Nach meinem Abitur am Grabbe-Gymnasium habe ich mich gegen ein Studium entschieden, weil ich schnell in Brot und Lohn kommen und nicht weiter schulisch lernen wollte. Ich habe dann von 2009 bis 2012 eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei Isringhausen in Lemgo absolviert. Von 2010 bis 2013 habe ich parallel noch eine Lehre zum Betriebswirt mit Schwerpunkt Absatzwirtschaft absolviert. Nach einer Zwischenstation bin ich seit 2018 im Familienunternehmen meines Vaters. Als derzeit noch Angestellter, werde aber auch schon auf eine spätere Übernahme der Firma vorbereitet, worauf ich mich freue. Ich habe während meiner beruflichen Laufbahn gemerkt, dass ich mehr den Wunsch hatte, etwas selber zu gestalten, neue Ideen auszuprobieren und umzusetzen. Kreativität ist ein entscheidender Faktor für Erfolg.
Christine Künne, Head of IT and Business Process Services bei Jowat SE
Christine Künne, Head of IT and Business Process Services bei Jowat SE
(© Madlena Gerschner)
Direkt nach der Schule ins Studium zu gehen, ohne sicher zu sein, ob die IT-Branche tatsächlich das Richtige für mich ist, war keine Option. Ich startete eine Ausbildung zur Datenverarbeitungskauffrau - was heute der Ausbildung zum Fachinformatiker entspricht - bei der ehemaligen Nixdorf Computer AG in Paderborn. Nach meiner Ausbildung habe ich einige Jahre in der Bielefelder Geschäftsstelle von Nixdorf gearbeitet. Einer meiner Kunden war die Jowat SE. Ich habe das Unternehmen als Projektleiterin unterstützt und bei der SAP-Einführung geholfen. Dann habe ich ein Angebot von Jowat bekommen: Ich sollte die EDV-Leitung übernehmen und die IT-Abteilung aufbauen. Heute, 28 Jahre später, bin ich immer noch hier: Es wird nie langweilig. In dieser Branche ist es auch wichtig, dass man mutig, innovativ und authentisch ist - vor allem das hilft dabei, andere Menschen zu überzeugen.
Simon Kölling, Geschäftsführer bei Armatherm Fabrik technischer Messinstrumente, Lemgo
Simon Kölling, Geschäftsführer bei Armatherm Fabrik technischer Messinstrumente, Lemgo
(© Benjamin Marquardt)
Nach der Schule habe ich zunächst nicht so genau gewusst, wohin der Weg gehen soll. Aber ich war schon immer technisch interessiert. Klar war für mich, dass ich nach oben wollte, ich hatte keine Lust, nur in der Werkstatt stehen. Ich habe zwei Ausbildungen absolviert, eine zum Mechatroniker und eine zum Industriekaufmann bei der Firma Manfred Jünemann Mess- und Regeltechnik in Bad Salzuflen. Engagement ist, wenn man einen Job gerne macht, selbstverständlich. Ich habe auch bereits während meiner zweiten Ausbildung Herr Jünemann bei der Renovierung von Armatherm begleitet; er hatte die Firma 2016 gekauft. Seit dem 1. Januar 2022 bin ich nun Geschäftsführer von Armatherm. Wichtig ist mir die Kommunikation. Ich versuche aber nicht, auf Teufel komm raus den Chef zu markieren. Wenn ich durch die Produktion gehe, sehe ich mich als Angestellten wie alle anderen auch.
Anke Brunsiek, Leitung Personalwesen und Prokuristin bei der Oskar Lehmann GmbH & Co. KG
Anke Brunsiek, Leitung Personalwesen und Prokuristin bei der Oskar Lehmann GmbH & Co. KG
(© Madlena Gerschner)
Nach dem Abitur wusste ich nicht genau, was ich machen wollte. Eins war aber klar: Ein Studium kam nicht in Frage. Ich habe dann schnell gemerkt, dass ich mich für den wirtschaftlichen und kaufmännischen Bereich interessiere, wodurch ich mich für eine Ausbildung zur Industriekauffrau bei Oskar Lehmann entschied, wo ich anschließend einen Job in der Personalabteilung begonnen habe. Während dieser Zeit habe ich mich zudem fachlich weitergebildet: Ich habe eine berufsbegleitende Fortbildung zur Wirtschaftsfachwirtin gemacht. Das war eine zusätzliche zeitliche Investition. Aufgrund meiner Weiterentwicklung wurde mir vom Unternehmen sehr viel Vertrauen entgegengebracht, wodurch ich eine Prokura erteilt bekommen habe. Es gehört Ehrgeiz und Selbstmotivation dazu, aber auch Spaß.
Volker Steinbach, Vorstand Steinbach AG und IHK-Präsident
Volker Steinbach, Vorstand Steinbach AG und IHK-Präsident
(© Benjamin Marquardt)
Ich brannte von Anfang an für die Selbstständigkeit, was, rückblickend betrachtet, möglicherweise wenig verwundert. Ich komme aus einem Familienunternehmen. Dort stieg ich, nach Besuch der höheren Handelsschule und zweijähriger Ausbildung in einem Unternehmen in Hannover, 1980 ein und habe diesen Schritt nie bereut. Ich wollte einfach arbeiten und das macht mir bis heute Spaß. Und das ist auch ein wichtiger Punkt, wie ich finde: Wenn man Spaß an seiner Arbeit hat, zeigt das in gewisser Weise, dass man für diesen Job brennt. Da ist es ganz egal, ob man nun als Koch oder Kaufmann tätig ist, das Ergebnis ist immer das gleiche. Nur dann kann man Erfolg haben.