Späte gerichtliche Aufarbeitung: Verfahren gegen Ex-KZ-Personal

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Das Lagertor zum ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau (Bild von 2014). Der Detmolder Prozess gegen einen früheren SS-Wachmann im Konzentrationslager Auschwitz beginnt morgen. - © dpa
Das Lagertor zum ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau (Bild von 2014). Der Detmolder Prozess gegen einen früheren SS-Wachmann im Konzentrationslager Auschwitz beginnt morgen. (© dpa)

Detmold (dpa/lnw). Die Suche nach NS-Verbrechern wird mehr als 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs immer schwieriger. Dennoch haben die Ermittler der Zentralen Stelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen noch einige Fälle ausfindig gemacht und an Staatsanwaltschaften in ganz Deutschland weitergeleitet. In Detmold wird am 11. Februar ein Prozess gegen einen 94-jährigen ehemaligen SS-Wachmann eröffnet.

In Neubrandenburg steht Ende des Monats der Prozessauftakt gegen einen 95 Jahre alten früheren Angehörigen des SS-Sanitätsdienstes in Auschwitz-Birkenau an. In Hanau soll Mitte April das Hauptverfahren gegen einen 93-Jährigen Ex-Wachmann des KZs beginnen - vor der Jugendkammer, weil er anfangs erst 19 Jahre alt war. In Kiel ist eine 92-jährige Frau angeklagt: Als Funkerin der Lager-Kommandatur soll sie bei der systematischen Ermordung verschleppter Juden geholfen haben.

Die aktuellen Verfahren resultieren aus einer Liste der Zentralstelle mit Namen von 30 Beschuldigten. Die meisten von Ihnen sind aber schon gestorben oder können gesundheitsbedingt nicht mehr vor Gericht gestellt werden. Von der Auschwitz-Liste könnte es in Hessen noch zu einem weiteren Verfahren kommen. Die Unterlagen liegen bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt.

Die Zentralstelle hat außerdem eine Liste mit 28 Beschuldigten im Zusammenhang mit dem KZ Majdanek/Lublin zusammengestellt. Daraus haben sich bislang drei Verfahren ergeben, die nun zur weiteren Prüfung bei den Staatsanwaltschaften in Stuttgart, Frankfurt und Dortmund liegen. Aktuell forschen der Leitende Oberstaatsanwalt Jens Rommel und sein Team bei der Zentralstelle nach mutmaßlichen Mordgehilfen, die in den Konzentrationslagern in Bergen-Belsen und Neuengamme tätig gewesen sein sollen.

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