Lipper spendeten für das „Haus der Stille“

Heinz-Wilhelm Quentmeier und Fritz Bollhorst setzten sich für die Völkerverständigung ein

Astrid Sewing

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Ort der Verständigung: Heinz-Wilhelm Quentmeier (rechts) hat den Ausbau der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Polen mitbegleitet. - © ArchivFoto: Auschwitz kKmitee
Ort der Verständigung: Heinz-Wilhelm Quentmeier (rechts) hat den Ausbau der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Polen mitbegleitet. (© ArchivFoto: Auschwitz kKmitee)

Bad Salzuflen/Oerlinghausen. Die Geschichte des 2. Weltkriegs und des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau sollte nicht in Vergessenheit geraten. 1994 wurde deshalb die Internationale Jugendbegegnungsstätte in Oswiecim aufgebaut. Die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste und die Stadtgemeinde Oswiecim gründeten eine Stiftung. Sechs Jahre später wurde ein „Haus der Stille“ gebaut – mit Spenden aus Lippe.

Der damalige Salzufler Bürgermeister Heinz-Wilhelm Quentmeier und der Oerlinghauser Stadtdirektor Fritz Bollhorst spendeten 2001 70.000 Euro. Der Besuch des ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz hatte Quentmeier zutiefst erschüttert. Er suchte den Kontakt zum Internationalen Auschwitz Komitee und begann, sich im Stiftungsrat zu engagieren. „Das hat maßgeblich dazu beigetragen, dass das Haus gebaut werden konnte“, erinnert sich Christoph Heubner, Vizepräsident des Komitees.

Die Idee, die Stelle, an der so Furchtbares geschehen war, zu einem Mahnmal zu machen, zu einem Ort der Völkerverständigung, traf auch bei Fritz Bollhorst auf fruchtbaren Boden. „Die Begegnungen weiten den Blick und lassen uns reflektieren, wo wir selbst herkommen und wie wir zu dem geworden sind, was wir heute sind“, stellte Bollhorst, der im vergangenen Jahr im Alter von 87 Jahren verstorben ist, anlässlich der Grundsteinlegung in Polen fest.

Die Begegnungsstätte wurde von dem deutschen Architekten Helmut Morlok konzipiert – offen nach allen Richtungen, angeordnet um den zentralen Part – den Hof der Begegnungen, den Garten. „Das ist bewusst so gemacht worden, um Orte für Gespräche im kleinen Kreis zu schaffen. Es ist ein Gegensatz zur im Lager angewandten Taktik des Einblicks in alles, was sich innerhalb des Lagerzauns abspielte. An diesem Ort geht es um den Frieden, die Verständigung“, sagt Heubner.

Weitere Infos gibt es unter www.mdsm.pl/de

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