Anzeige im Auschwitzprozess liegt nicht vor

Dirk Ulrich-Brüggemann

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Detmold. Die von der Verteidigung angekündigte Strafanzeige gegen Unbekannt im Detmolder Auschwitz-Prozess ist bei der Detmolder Staatsanwaltschaft bisher noch nicht eingegangen. Dies bestätigte Oberstaatsanwalt Ralf Vetter am Rande der Verhandlung gegen den 94-Jährigen aus Lage.

Dem Ex-SS-Unterscharführer wird Beihilfe zum Mord an mindestens 170.000 Menschen im Konzentrationslager Auschwitz in der Zeit von Januar 1943 bis Juni 1944 vorgeworfen. Andreas Scharmer, einer der beiden Verteidiger des Rentners, hatte am achten Prozessstag vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Detmold angekündigt, Strafanzeige zu erstatten.

Der Rechtsanwalt hatte sich auf einen Zeitungsartikel bezogen, in dem Details aus einer ersten Vernehmung von Reinhold Hanning durch Beamte des Landeskriminalamtes Düsseldorf im Hause seines Sohnes an die Öffentlichkeit gedrungen waren. Scharmer wertete die Preisgabe der Vernehmungsdetails als Straftat und möchte die Quelle ermittelt wissen.

Die beiden Anwälte von Reinhold Hanning, Johannes Salmen aus Lage und Andreas Scharmer aus Detmold, hatten bereits am ersten Prozesstag beantragt, dass diese Vernehmung ihres Mandaten im Prozess nicht verwendet werden solle, da Hanning von einem vierstündigen Arztbesuch gekommen sei, und die Beamten den Überraschungsmoment ausgenutzt hätten.

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