Verein der Woche
Der IPZV Lippe hat den „Virus Islandpferd“
| von Martina Rehse

Haben ein wunderbares Domizil: Mitglieder des Vereins mit ihren Vierbeinern auf ihrem Gelände in Bad Salzuflen-Holzhausen. Im Wechsel mit dem „Tag des Islandpferdes" richtet der Verein hier auch alle zwei Jahre ein Hausturnier aus. - © Martina Rehse
Haben ein wunderbares Domizil: Mitglieder des Vereins mit ihren Vierbeinern auf ihrem Gelände in Bad Salzuflen-Holzhausen. Im Wechsel mit dem „Tag des Islandpferdes" richtet der Verein hier auch alle zwei Jahre ein Hausturnier aus. (© Martina Rehse)

Kreis Lippe. Dick und Dalli und die Ponys – wer kennt sie nicht, die schönen Geschichten vom Immenhof. In den 1960er Jahren wurden die ersten Islandpferde unter anderem für die Verfilmung der Bücher von Ursula Bruns nach Deutschland importiert.

Information

Kontakt

Vorsitzender Andreas Kersebaum: Telefon (05765) 1472
Geschäftsführer Martin Ehlich: Telefon (05264) 656536
Weitere Infos unter: www.ipzv-lippe.de

Schnell brach der „Virus" Islandpferd auch in Lippe aus. Bereits vor der Gründung des IPZV Lippe e.V. (Islandpferde Reiter- und Züchterverband) im Jahre 1982 traf man sich zu gemeinsamen Ausritten und Freitag abends zum Stammtisch. Hier wurde sich über die Rasse, die Fütterung und das Reiten ausgetauscht. Zusätzlich fand an den Wochenenden Reitunterricht im Lemgoer Ortsteil Brüntorf statt.

Nach der offiziellen Vereinsgründung wurde ein erster großer Wochenendlehrgang mit Hannes Diepold und immerhin 20 Teilnehmern auf die Beine gestellt. In den Anfängen des Vereinslebens veranstalteten die Islandpferdefreunde viele schöne Ausritte durch das lippische Bergland, zum Beispiel nach Meierberg. 1983 startete man erste längere Fahrten mit dem Pferdehänger. Es ging gemeinsam in die Lüneburger Heide und in das Watt, was von nun an jährlich stattfinden sollte. Beim ersten Wattritt der Lipper wurde auf Neuwerk ganz nach Immenhof-Art auf dem Heuboden übernachtet. 1984 wuchs langsam eine Turnierszene heran, die erste Lippische Islandpferde-Meisterschaft wurde auf dem Karenberg ausgetragen.

Genießen die Natur: Der Kalletaler Schleifenritt ist für die Mitglieder des Vereins ein fester Termin im Veranstaltungskalender. - © Martina Rehse
Genießen die Natur: Der Kalletaler Schleifenritt ist für die Mitglieder des Vereins ein fester Termin im Veranstaltungskalender. (© Martina Rehse)


Von da an stieg die Mitgliederzahl rasant an. Die Anzahl der 22 Gründungsmitglieder hatte sich schnell verdoppelt und verdreifacht. Heute hat der IPZV Lippe etwa 260 Mitglieder, unter denen sogar immer noch das ein oder andere Gründungsmitglied zu finden ist. Einzugsgebiet ist der Kreis Lippe, der Großraum Minden und Bielefeld. „Wir haben ein sehr großes Einzugsgebiet. Aus den klassischen Großpferde-Reitvereinen kennt man es so, dass eine große Reithalle einen eigenen Reitverein hat. Bei den Islandpferdeleuten gibt es allerdings viele, die ihre Pferde in Eigenregie ,hinter dem Haus’ stehen haben. So kam es auch, dass man sich zu Ausritten und gemeinsamen Wochenendlehrgängen traf und verabredete", erklärt Vorsitzender Andreas Kersebaum. Um das Islandpferd weiter bekannt zu machen, feierte man 1990 den ersten „Tag des Islandpferdes". Er sollte Interessenten die Vielseitigkeit des Islandpferdes präsentieren und ein Reiterfest für die Vereinsmitglieder sein. Ein aufwendiges und buntes Programm aus Sport, Spiel und Spaß wurde anschließend mehrmals an wechselnden Festplätzen auf die Beine gestellt, dazu gehörten Vlotho, Brosen, Minden, Lage-Pottenhausen und der jetzige Sitz der Vereinsbahn in Bad Salzuflen-Holzhausen.

Zum Herunterladen
  1. Wir in Lippe

Im Wechsel mit dem „Tag des Islandpferdes" richtete der Verein alle zwei Jahre ein Hausturnier aus. Dieses Turnier hat bis heute Bestand, erst Anfang September dieses Jahres fand es wieder in Holzhausen auf dem Hof Brokbartold-Wachowski statt, wo der IPZV Lippe seit 1999 sein Vereinsgelände mit einer Ovalbahn und einem Dressurviereck hat.

Im Winter 1998/1999 setzten die Islandpferdefreunde eine außergewöhnliche Idee mit viel Kreativität in die Tat um. In der Reithalle der Familie Meyer zu Heepen in Bad Salzuflen wurde das selbst geschriebene Pferdemusical „Im Himmel der Träume" zwei Mal aufgeführt.

Zum aktuellen Vereinsangebot zählen heute die Organisation von Reitunterricht und Wochenendlehrgängen mit qualifizierten Trainern, zum Beispiel mit Suzan Beuk, Silke Feuchthofen, Holmgeir Johnsson, Horst Becker und Heidrun Hafen. Traditionell trifft man sich in den Wintermonaten nach wie vor jeden ersten Freitag im Monat zum Stammtisch mit interessanten Vorträgen im Vereinslokal Rieke-Schulte in Kalletal-Bavenhausen. Gemeinsame Ausritte in der heimischen Umgebung und Fahrten in andere Reitgebiete wie die Lüneburger Heide finden nach wie vor Anklang. Im Laufe der Jahre sind einige Reit- und Zuchtbetriebe aus den Reihen des IPZV Lippe hervorgegangen.

Hat sichtlich Spaß: Ana Rabeneck. - © Martina Rehse
Hat sichtlich Spaß: Ana Rabeneck. (© Martina Rehse)


Vielseiter Partner in Sport und Freizeit

Kreis Lippe. Die harte und rauhe Natur seiner Heimatinsel und mehr als 1000 Jahre Zucht haben das starke, kräftige, ausdauernde und selbstständige Islandpferd geformt, auf das sich sein Reiter in jeder Situation verlassen kann. Eben diese Eigenschaften machen es zu einem vielseitigen Partner im Sport und in der Freizeit.

Sein Stockmaß zwischen 135 und 150 Zentimetern mit seinem starken und kräftigen, aber eleganten Körperbau und dem meist üppigen Behang – einem Erbe der harten Witterung Islands – sind unverkennbare Merkmale des robusten Pferdes aus dem hohen Norden. Eine Rasse, die so ursprünglich ist, dass sie noch immer die Gangarten Pass und Tölt des Urpferdes beherrscht. Aber nicht nur der Tölt und der Pass sind ein ausschlaggebender Grund für seine Beliebtheit, sondern auch der meist ausgeglichene, verlässliche Charakter. Das Islandpferd ist spätreif und kann erst mit vier Jahren eingeritten werden, erreicht aber ein sehr hohes Alter. Durch seine robuste Gesundheit ist es meist mit mehr als 20 Jahren noch als Reitpferd einsetzbar. Als Freizeitpartner findet man das Islandpferd oft als Freund für die ganze Familie.

1967 wurde nach den ersten Importen der Islandpferde der „Ponyclub" gegründet, der später zum heutigen IPZV (Islandpferde Reiter- und Züchterverband) wurde. Der Verband hat mehr als 25.000 Mitglieder in zwölf Landesverbänden und 144 örtlichen Reitvereinen und rund 60.000 Islandpferden. Jedes Jahr treten bis zu 1.000 Liebhaber der Rasse den Ortsvereinen oder dem Dachverband bei.

Mit feiner Hand: Karin Radtke. - © Martina Rehse
Mit feiner Hand: Karin Radtke. (© Martina Rehse)


Ausbildung im Verein

Dank vieler Helfer hat der Verein nach Auskunft von Ausbildungswartin Marlen Grote ein vielseitiges Kursprogramm zusammengestellt: Verschiedene Trainer bieten Töltkurse an, dazu gibt es die Lehrgänge mit Horst Becker, die ebenfalls gut angenommen werden und die Ovalbahnkurse sehr gut ergänzen.

Im den vergangenen Jahren war auch Heidrun Hafen mit dabei und brachte mit ihrem tollen Zirkuskursus noch etwas ganz Anderes mit ein. Damit gibt es auch ein Angebot für Pferde, die noch nicht oder nicht mehr geritten werden. Aber natürlich haben auch Reitpferde vom Freizeitpferd bis zum Sportcrack Freude an Zirkuslektionen, wie die Gruppe 2016 Jahr bewies. Die Teilnehmer hatten viel Spaß und haben an dem Wochenende viel gelernt.

So viele Kurse zu veranstalten geht nur, wenn viele mitmachen – als Teilnehmer, aber auch als Helfer. Deshalb bittet Marlen Grote alle, die einen Kursus mitmachen möchten: „Meldet Euch möglichst früh verbindlich an, damit wir planen können! Es macht uns die Arbeit leichter, wenn wir frühzeitig wissen, wie viele Teilnehmer dabei sein werden."

Termine

Freitag, 6. Oktober: 20 Uhr, Stammtisch „Rückblick Hausturnier 2017 mit Fotopräsentation", Gasthaus Rieke Schulte in Kalletal-Bavenhausen

Sonntag, 8. Oktober: Hängerfahrtraining, ADAC-Gelände Paderborn

Samstag und Sonntag, 21. und 22. Oktober: Zirkuskursus mit Heidrun Hafen, Vereinsbahn Bad Salzuflen-Holzhausen

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2021
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare