Prozess gegen Holocaust-Leugnerin Haverbeck verschoben

Verteidiger ist verunglückt - Neuer Termin wahrscheinlich im Herbst

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Ungerührt: Für Ursula Haverbeck hat es den Holocaust nie gegeben. Die Nebenkläger und Opfer mussten auf dem Weg ins Gericht an ihr vorbeifahren. Ihre Anwesenheit sorgte beim Prozessauftakt im Februar für Tumulte. - © Archiv: Torben Gocke
Ungerührt: Für Ursula Haverbeck hat es den Holocaust nie gegeben. Die Nebenkläger und Opfer mussten auf dem Weg ins Gericht an ihr vorbeifahren. Ihre Anwesenheit sorgte beim Prozessauftakt im Februar für Tumulte. (© Archiv: Torben Gocke)

Verden/Vlotho (epd). Der für Montag angesetzte Prozess gegen die bereits mehrfach verurteilte 87-jährige Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck aus Vlotho vor dem Amtsgericht in Verden wird verschoben. Der Verteidiger sei verunglückt, daher habe der Vorsitzende Richter Christoph Neelsen den Prozess vertagt, sagte eine Gerichtssprecherin. Einen neuen Termin gebe es möglicherweise Ende September oder Anfang Oktober. Haverbeck muss sich in Verden bei Bremen wegen Volksverhetzung verantworten.

Erst im vergangenen November wurde Haverbeck in Hamburg wegen Volksverhetzung zu einer zehnmonatigen Haftstrafe verurteilt. Die Rechtsextremistin hatte unter anderem in der ARD-Sendung „Panorama" gesagt, der Holocaust sei „die größte und nachhaltigste Lüge der Geschichte". Weil sie bereits mehrfach wegen Leugnung des Massenmords an Juden verurteilt worden war, setzte das Gericht die Haftstrafe nicht zur Bewährung aus. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

In Verden wird die Zeitung „Stimme des Reiches" verlegt, in der Haverbeck Medienberichten zufolge ebenfalls den Holocaust in Abrede gestellt haben soll. Weitere Verfahren gegen sie stehen am 2. September in Detmold und am 11. Oktober in Bad Oeynhausen an, auch jeweils wegen Volksverhetzung. So soll sie in einem Brief an den Detmolder Bürgermeister behauptet haben, Auschwitz sei ein reines Arbeitslager und kein Vernichtungslager gewesen.

Beim Auftakt des Detmolder Auschwitz-Prozesses gegen den früheren SS-Wachmann Reinhold Hannig war es im Februar zu einem Tumult gekommen, als die Holocaustleugnerin versuchte, in die Verhandlung zu gelangen.

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