Wandern steht in der Region hoch im Kurs

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- © Conrad, Projekt Hermannshöhen
Wandern (© Conrad, Projekt Hermannshöhen)

Bielefeld/Paderborn. Wenn man Ronald Claassen fragt, was er am Wandern liebt, braucht er nicht lange zu überlegen. "Sobald ich auf der Strecke bin, habe ich alle Sinne bei der Natur", sagt der Experte des Teutoburger-Wald-Tourismus. Natürlich mögen Claassen und sein Kollege Thomas Dreikandt besonders die Wanderungen in der Region rund um den Teutoburger Wald.

Deshalb freut es die Tourismusexperten besonders, dass Paderborn vom 17. bis 22. Juni Schauplatz des Deutschen Wandertages ist. "Ein Veranstaltungshighlight der Wanderszene", so Claassen. Die Ausrichter des Großereignisses, der Eggegebirgsverein sowie Stadt und Kreis Paderborn, hätten "einen Riesenkraftakt mit einem langen Vorlauf" erbracht, um das Großereignis unter dem Motto "Wandern an Quellen" auf die Beine zu stellen. Das Programm habe bereits ein Jahr vorher fertig vorliegen müssen.

Doch die Mühe, sind die beiden Touristiker überzeugt, wird sich lohnen. Denn der Veranstaltungsort auf der Egge liegt inmitten der Tourismusregion Teutoburger Wald, "eine der attraktivsten Mittelgebirgsregionen in Deutschland", wie Dreikandt sagt. Zudem habe man hier seit Jahrzehnten erkannt, dass es hier, zwischen Wiehengebirge, dem Teutoburger Wald, dem Lippischen Bergland und der Egge, eine enorme Nachfrage nach Wanderurlaub gebe, wie die beiden Experten im Gespräch mit dieser Zeitung berichten.

40 Millionen Bundesbürger sind aktive Wanderer

So entwickelten sich hier unter anderem fünf vom Deutschen Wanderverband mehrfach ausgezeichnete Wanderrouten. Viele davon laufen auch durch Lippe. Zu den beliebten und ausgzeichneten Routen gehören der Eggeweg (Kreise Lippe, Höxter, Paderborn, Hochsauerland), der Viadukt-Wanderweg (Altenbeken/Kreis Paderborn), der Hermannsweg (Kreise Lippe, Gütersloh, Stadt Bielefeld), der Paderborner Höhenweg (Paderborn-Neuenbeken) und der Hansaweg (Kreise Lippe, Herford, Weserbergland). All das sind Wege, die mit hohen Kosten und viel ehrenamtlicher Arbeit instand gehalten werden.

Mit diesen und anderen Wanderwegen in der Region sprechen Touristiker und Wandervereine ein großes Publikum an. Laut einer Erhebung des Deutschen Wanderverbandes zählen sich 40 Millionen Bundesbürger zu den aktiven Wanderern. Sie legen pro Jahr 3,5 Milliarden Kilometer zurück. Volkswirtschaftlich hat dies einen großen Effekt: Die Ausgaben für die Wanderausrüstung summieren sich pro Jahr auf rund 3,7 Milliarden Euro. 30 Millionen Übernachtungen werden jedes Jahr für Wanderurlaub gebucht. 144.000 Arbeitsplätze hängen bundesweit am Wandertourismus.

Neue Karte mit 36 Ausflugszielen

Die Region Teutoburger Wald ist bei Wandertouristen besonders beliebt, wie Claassen und Dreikandt unterstreichen. Eine Studie habe ergeben, dass der Anteil der Wanderaktivitäten in dieser Tourismusregion bei 13,8 Prozent aller Reisen liegt. Das ist deutlich mehr als auf NRW-Ebene (10,8). Hinzu kommt, dass auch der Aufenthalt in der Natur (42/30) sowie das Spazierengehen (26/23) für Reisende in der hiesigen Region eine deutlich größere Rolle spielen als auf Landesebene.

Für die Touristiker Grund genug, das Wanderpublikum künftig noch gezielter mit Marketingkonzepten in die Region Teutoburger Wald zu locken. Dreikandt: "Wir brauchen nicht weit zu fahren, um Besonderes zu erleben." Aktuell hat der Teutoburger-Wald-Tourismus eine neue Karte mit 36 Ausflugszielen vorgelegt. Sie kann kostenlos angefordert werden: info@teutoburgerwald.de

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