Zwerg-Anton-Tour: Dornröschen und die sieben Zwerge

Benjamin Möller

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Wie im Märchen: Der Zwerg-Anton-Weg führt durch den Dornröschenwald. - © Benjamin Möller
Wie im Märchen: Der Zwerg-Anton-Weg führt durch den Dornröschenwald. (© Benjamin Möller)

Barntrup-Alverdissen. Einer Sage nach soll unter einem Stein an der Alverdisser Helle der Zwerg Anton gelebt haben, der einst einem armen Schlucker mit 200 Talern aus der Patsche geholfen hat. Diesen generösen Gnom möchte ich kennenlernen.

In Begleitung von Freundin und Hund mache ich mich dazu auf eine knapp elf Kilometer lange Tour, die die Wandergruppe des TBV Alverdissen Zwerg Anton gewidmet hat. Los geht es am Freibad, hier taucht das erste Schild mit dem Zwergensymbol auf, das uns auf dem Trip den Weg weisen wird.



Den Bromberg erklimmen wir im Laufschritt. Das liegt nicht allein an dem wenig charmanten Umfeld am Rande von Alverdissen, vielmehr lassen uns die Heerscharen von Blinden Fliegen ein scharfes Tempo anschlagen. Oben angekommen treffen wir an einem Wegkreuz auf einen hölzernen Zwerg, der uns die Richtung weist. Anton? Fehlanzeige. Leo heißt der geschnitzte Kollege. Der hat zwar ein freundliches Gesicht, 200 Taler rückt er aber nicht raus. Wir werfen einen Blick zurück auf Alverdissen, verabschieden uns von den Blinden Fliegen und marschieren durch das schattige „Krähenholz". Nachdem wir die Extertalstraße schadlos überquert haben, geht es weiter auf der Birkenalle Richtung Herborn.

Jetzt folgt der einzige knackige Anstieg der Tour, es geht hinauf auf den Saalberg. Schnaufend erreichen wir den Windmühlenstumpf. Vom sofortigen Aufstieg auf die Panoramaplattform hindern uns allerdings einige Schüsseln Kartoffelsalat. Eine andere Wandergruppe nutzt die Treppenstufen für ihr Buffet. Völlig zurecht wird unserem Hund unterstellt, dass seine haarige Schnute beim Treppensteigen einen Umweg durch die Köstlichkeiten nehmen würde. „Nicht nur die Hundeschnute" denke ich und warte hungrigen Blickes bis das Catering umgebaut ist. Dann geht es aber endlich rauf auf die Mühle – und dieser Ausblick hat es in sich. Barntrup und Sonneborn liegen zu unseren Füße, in der Ferne erkennt man Weserbergland, Köterberg und Hohe Asch.

Ich mache meiner Freundin klar, dass wir für genau diesen Ausblick eineinhalb Stunden gewandert sind. Dafür hat sie Verständnis. Für den ebenfalls eineinhalb stündigen Rückmarsch allerdings nicht. Und auch meine Laune sinkt. Es geht über asphaltierte Wege auf freiem Feld, der Lorenz knallt uns ungehindert auf die Rübe und die Windräder machen Krach. Erst kurz vor Alverdissen wird die Strecke wieder lieblich und unsere Laune deutlich besser.

Wir entschließen wir uns für einen kleinen Abstecher durch den „Dornröschenwald”. In der Rolle des Prinzen durchschreite ich mutig den dicht zugewachsenen Waldweg. Eine schlafende Prinzessin finde ich am Ende nicht. Dafür aber meine strahlende Freundin, denn endlich sind wir an unserem Ziel: Zwerg Anton steht neben seiner Höhle an der Helle. Und was ist nun mit den 200 Talern? Pustekuchen. Lediglich für Geocacher hält Anton eine Überraschung parat.

Egal, ich bin froh dass ich jetzt nur noch einen kleinen Schlenker durch Alverdissens schöne Mitte laufen muss, um dann mit müden Beinen wieder am Ausgangspunkt angekommen zu sein.

Weitere Teile aus der Serie gibt es unter LZ.de/wandern





Fotostrecke: Wandern in Lippe (2): Zwerg-Anton-Tour


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