Durch das Silberbachtal: Nicht ohne mein Smartphone!

Janet König

Um in lippischen Wäldern nicht verloren zu gehen, kann für Orientierungslose ein Smartphone von Vorteil sein. - © Janet König
Um in lippischen Wäldern nicht verloren zu gehen, kann für Orientierungslose ein Smartphone von Vorteil sein. (© Janet König)

Horn-Bad Meinberg. Bei wem die Wanderfreude bisher noch nicht übergesprungen sein sollte, der könnte auf einer Strecke durchs Silberbachtal fündig werden. Neben eines anstrengenden Aufstiegs bietet der Rundgang Naturidylle sowie atemberaubende Ausblicke. Und nicht zu vergessen: Eine perfekte Einkehr zum Ausklang.

Zugegeben. Als diagnostizierter Orientierungs-Legastheniker hält sich meine Begeisterung fürs Wandern, gelinde gesagt, in Grenzen. Von einer generellen Abneigung zu sprechen, wäre vielleicht übertrieben, eher beruht die Vorsicht auf einem natürlichen Selbsterhaltungstrieb. Wer will auch schon in den lippischen Wäldern verschütt' gehen?

Doch der neusten Technik sei Dank, können mittlerweile auch Menschen wandern, die weder Karten lesen noch ominöse Baumzeichen am Wegesrand richtig einordnen können. Durch eine funktionierende Internetverbindung, GPRS sowie der verlässlichen Routenplanung von Outdooractive erweist sich der fast acht Kilometer lange Rundweg hinauf zum Velmerstot und durch das Silberbachtal letztendlich als unerwartet vergnügliche Reise.



Start- und Zielpunkt bildet für diese Route der kostenlose Waldparkplatz am Rande des Silberbachtals. Von hier aus geht es ein paar Meter durch die benachbarte Siedlung, für die nächsten drei Stunden der letzte Hinweis auf Zivilisation, danach verschwindet der Naturfreund im unbelassenen Grün. Und es geht fortan steil bergauf.

Der Aufstieg bringt eine immense Anstrengung mit sich, die eventuell auf nicht ausreichend gegebene körperliche Fitness zurückzuführen ist. Zu meiner Verteidigung: Der lippische Velmerstot liegt in 480 Metern Höhe, da ist schon die ein oder andere Kraftreserve gefordert. Nahezu alle Strapazen entschuldigt dafür die atemberaubende Kulisse. "Die Wege hier sind einfach traumhaft. Toll ist auch, dass es in dieser Gegend keine Begrenzungen durch Bundesstraßen gibt", erzählt eine Spaziergängerin aus Reelkirchen, die zufällig meinen Weg kreuzt. Mit Mann und Hunden streift sie regelmäßig durch die lippischen Wälder, denn hier sei es halt am Schönsten.

Eine Gruppe von Wanderern aus Paderborn und Bielefeld berichtet mir von ihrem Aufstieg zum Velmerstot. Einfach auf das Bild klicken und die Tondatei abspielen.
Vom idyllischen Grün und imposanten Naturgesteinen abgelenkt, verpasse ich fast den dicht bewachsenen Pfad zum Velmerstot. Und wie schon eingangs angedeutet, ohne technische Hilfsmittel wäre mir der beeindruckende Auslick vom Gesteingeröll wohl verwehrt geblieben. Die höchste Stelle der Wanderroute eignet sich dazu perfekt für eine kurze Rast, bevor es über Stock und Stein wieder hinunter ins Tal geht. Vom Plätschern des Silberbachs begleitet, fühlen sich die restlichen Kilometer wie ein kurzer Abstecher in den Märchenwald an.

Wieder in der Realität angekommen, lädt die Silbermühle, mit rustikalem Charme direkt am Wasser gelegen, zu einem krönenden Abschluss des Marsches ein. Nach wohlverdienter Stärkung sind es dann nur noch wenige Meter bis zum Parkplatz. Um den zu finden, genügt ein letzter kurzer Blick aufs Smartphone.

Alle Teile der Serie gibt es unter www.LZ.de/wandern

Fotostrecke: Wandern in Lippe (4): Silberbachtal und Velmerstot

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