Leistruper Wald: Die Aussicht ist es einfach wert

Yvonne Glandien

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Die Wanderstrecke durch den Leistruper Wald bietet traumhafte Aussichten auf die Umgebung. - © Torben Gocke
Die Wanderstrecke durch den Leistruper Wald bietet traumhafte Aussichten auf die Umgebung. (© Torben Gocke)

Detmold-Diestelbruch. Der Leistruper Wald ist ein kleines Paradies für Wanderer, Reiter und Sportler verschiedener Disziplinen direkt am östlichen Detmolder Stadtrand gelegen.

Wie vielfältig die Möglichkeiten vor Ort sind, das wird bereits auf dem kleinen Parkplatz direkt an der Leistruper-Wald-Straße deutlich. Hier steht eine erste Hinweistafel, die auf die Rundwanderwege im Gebiet hinweist. Auf der gut Meter mal Meter großen Karte werden drei verschiedene Wege angeboten: A1, die rot markierte Strecke mit einer Länge von 3,5 Kilometern; A2, der gelb gezeichnete Weg mit gut drei Kilometern Länge und außerdem der Waldlehrpfad mit gut zwei Kilometern Strecke. Um das maximal Mögliche zu erleben, entscheiden mein Mitwanderer und ich uns für eine Kombination aller drei Routen - beginnend mit dem Lehrpfad (rechts ab vom Parkplatz), weiter über die südliche Ausdehnung des A2 Weges, der uns dann im Bereich Hellber schließlich auf den A1 Weg führen soll, dem wir im großen Bogen zurück bis zum Parkplatz folgen wollen.



Als ungeübte Wanderer tun wir uns dann bereits unmittelbar hinter dem Parkplatz schwer mit der Wegefindung. „Laut Karte geht es vom Parkplatz direkt rechts ab, nicht erst nach 50 Metern", gibt mein Mitwanderer, immerhin ein gelernter Pfadfinder, zu bedenken. Ich finde, dass das falsch aussieht, beuge mich aber der Expertenmeinung und bin dann froh, es getan zu haben. Denn nach wenigen hundert Metern taucht das erste von mehreren Dutzend Täfelchen auf, die wir im Verlauf des Weges nun noch finden sollten. Sie gehören zum Lehrpfad, auf dem Wissenswertes zu Flora und Fauna zu finden ist. Es gibt außerdem viele Experimente. Familien mit Kindern wandern hier sicherlich genau richtig.

Nachdem wir schließlich auf den als A2 ausgewiesenen Weg gelangt sind, entscheiden wir uns für einen kleinen Umweg, um eine Besonderheit erleben zu können, die der Leistruper Wald bietet. Recht genau in der Mitte des Rundweges, ebenfalls am Lehrpfad gelegen, befindet sich ein altes Steinhügelgrab aus der Älteren Bronzezeit (etwa 1500 v.Chr.). Die Beschilderung gibt entsprechend Auskünfte dazu.

Wir begeben uns zurück zu der Kreuzung, an der wir A2 verlassen haben, um in südlicher Richtung weiter zu laufen, bis wir die kleine Schutzhütte am Hellberg erreichen. Bei gut 30 Grad Außentemperatur und blauem Himmel sehen wir keinen Bedarf für einen Halt und entschließen uns, direkt weiter zu gehen. Die unablässig scheinende Sonne fordert uns im Leistruper Wald wenig, denn nahezu jeder Meter Wegstrecke liegt hier im Schatten der Bäume.



Das Wegekreuz an der Hütte gibt uns jetzt wieder Gelegenheit, nicht einig darüber zu sein, wie es weiter gehen soll - aus meiner Erfahrung vom Beginn der Wanderung beuge ich mich allerdings erneut der Expertenmeinung und bin abermals froh darüber, nachdem ich schließlich das kleine Wanderschild erspähe. „A1" ist darauf zu lesen. Meine Wegewahl hätte uns über den Weg A5 Richtung Berghof Stork geführt - ein längerer Umweg wäre es geworden, wir wären wohl mit reichlich Verspätung am Parkplatz eingetroffen.

Der jetzt vor uns liegende Wegabschnitt unterscheidet sich von bisher gewohnten Anblick des A2-Weges. Die Abstände zum Bewuchs rechts und links werden kleiner, es wird ein wenig düsterer und geht zunächst eine Weile bergauf. Lichter wird es erst, als wir oben ankommen.

Von der kleinen Bank die es hier am Waldrand gibt, haben wir eine malerische Aussicht auf Fissenknick und seine Umgebung. Im weiteren Verlauf geht es weiter entlang am Waldrand, bis wir schließlich bei einer weiteren Sehenswürdigkeit der Gegend ankommen: Den Opfersteinen. Diese liegen, wie schon das Hügelgrab, etwas abseits des Wanderweges und sind ebenfalls nicht unbedingt sofort als Zeugnisse menschlichen Schaffens zu erkennen. Direkt an den großen Steinen gibt es eine weitere Möglichkeit, inne zu halten, denn auch hier befinden sich Wanderbänke, wie sie über den gesamten Leistruper Wald verteilt stehen.

Die letzte Etappe unseres Weges beschließen wir jetzt im schnellen Marschtempo zurück zu legen, die Uhrzeiger stehen bereits weiter, als wir erwartet hatten. Als wir gerade ein zackiges Tempo erreichen, ist jedoch abermals ein Halt angesagt. Denn die Aussicht vom höchsten Punkt des Waldrandes aus ist es einfach wert.

Über Felder, Wiesen und Wälder hinweg kann der Blick hier ungestört bis nach Blomberg wandern. Gut zehn Minuten später treffen wir - ein wenig erschöpft, aber durchaus sehr zufrieden - am Parkplatz ein. Insgesamt waren etwa acht Kilometer unterwegs, um in kürzester Zeit das Meistmögliche im Leistruper Wald zu erleben.

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