Der Wandertagswimpel ist auf dem Weg nach Detmold

Die Kreisredaktion

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224 Kilometer bis zum Ziel: Die Wimpelwanderung von Eisenach nach Detmold ist am Eisenacher Rathaus gestartet. Lutz Hähner kniet hier nieder, um den Wanderwimpel von Oberbürgermeisterin Katja Wolf in Empfang zu nehmen. - © Foto: Birgit Schellbach
224 Kilometer bis zum Ziel: Die Wimpelwanderung von Eisenach nach Detmold ist am Eisenacher Rathaus gestartet. Lutz Hähner kniet hier nieder, um den Wanderwimpel von Oberbürgermeisterin Katja Wolf in Empfang zu nehmen. (© Foto: Birgit Schellbach)

Kreis Lippe. Wer in der großen Gruppe zum Deutschen Wandertag kommende Woche in Lippe anrücken und hier gar übernachten will, der könnte bereits schlechte Karten haben. Denn diverse Wandergruppen haben sich längst ihre Zimmer gesichert – und zwar weit über Detmolds Grenzen hinaus. Und eine Thüringer Gruppe hat sich bereits buchstäblich auf die Socken gemacht.

224 Kilometer liegen vor der 16-köpfigen Wandergruppe, die unter anderem von Eisenachs Oberbürgermeisterin Katja Wolf angeführt wird. Unterwegs kommen Wanderer der örtlichen Vereine dazu, spendieren Getränke und laufen ein Stück mit. Das wichtigste Gepäckstück ist eine Standarte, an der Wimpel der bisherigen Gastgeber der Wandertage befestigt sind. Sie wird am Donnerstag, 16. August, ab 17 Uhr von der Wandertags-Wimpel-Gruppe aus Eisenach auf der Schloßplatz-Bühne in Detmold übergeben.

Ein weiteres Mitbringsel haben die Aktiven auf dem Weg bekommen: Zwischen Pferdsdorf und Willershausen überschritt die Wandergruppe die alte deutsch-deutsche Grenze. Die Mitglieder des Werratalvereins 1883 hatten einen Schlagbaum aufgestellt, und die Wimpelwanderer erhielten zum herzlichen Willkommen 100 D-Mark Begrüßungsgeld. Zehn weitere Etappen liegen vor der Gruppe. Am Dienstag geht es ab Lüderbach weiter.

Die Unterkünfte werden knapp

Im Kreis Lippe werden die Gäste aus Thüringen bereits erwartet. Und nicht nur die größeren Städte profitieren, wenn um die 20.000 Freizeitsportler in Lippe zum 118. Deutschen Wandertag erwartet werden. Im Sonnenhof in Dörentrup hat sich eine 19-köpfige Gruppe eingemietet.

Mitinhaberin Helga Pieper, die früher selbst viel gewandert ist, wird sie mit diversen Tipps versorgen. „Das ist ein Service, der gerne in Anspruch genommen wird. Wir haben sehr viele Wanderer, die auch auf Empfehlung kommen. In Nordlippe lässt sich hervorragend wandern, es gibt anspruchsvolle und weniger anspruchsvolle Strecken", sagt Pieper. Die Buchung steht schon seit langem fest. Ebenso ist es im Sonnenhof in Lügde, bereits vor einem Jahr hat eine große Gruppe aus dem Schwarzwald die Zimmer für zehn Tage gebucht.

Allerdings konnte Carolin Nasse von der Tourismusinformation in Lügde nicht sagen, ob die bereits reichlich gebuchten Ferienwohnungen ebenfalls an Wanderer gegangen sind: „Darüber haben wir keinen Überblick mehr, weil die meisten Gäste doch online buchen und gar nicht mehr bei uns aufschlagen. Fest steht, dass die Region gut nachgefragt ist."

In Schieder muss Nobert Lange (Landhaus Schieder) schon seit Monaten alle Anfragen für die Zeit vom 15. bis zum 19. August abschlägig bescheiden: „Wir werden eine Gruppe aus Monschau beherbergen, die kommen mit einem ganzen Bus." Sie seien bereits vor zwei Jahren in der Region gewandert. „Und sie haben bereits im vergangenen Jahr für den Deutschen Wandertag reserviert, wir sind mit unseren 30 Zimmern komplett ausgebucht." Dass Wandern an sich auch der Beherbergungsbranche zugute kommt, ist Norbert Lange längst aufgegangen: „Darum haben wir uns auch als Wanderhotel zertifizieren lassen." Allerdings: „Wenn es nicht genügend Betriebe gibt, die das tun, dann braucht auch keine offizielle Stelle zu versuchen, das zu vermarkten."

Ausgebucht ist auch der Schwalenberger Malkasten, allerdings nicht, weil die deutschen Wanderer so fix waren: Erneut hatten hier die dänischen Reiseunternehmen die Nase vorn, die ihre Kunden busweise in die Malerstadt bringen.

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