Profi-Tipps für Wander-Anfänger

Guntmar Wolff

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- © Symbolbild: Pixabay
Kompass (© Symbolbild: Pixabay)

Kreis Lippe. Seit gut 20 Jahren kommt Rentner Gottlieb Schweiger (66) aus Emden zum Wandern ins Lipperland. Und auch die Detmolder Projektentwicklerin Ursula Richter (53) schnürt regelmäßig die Wanderstiefel. Wenn es ums Wandern geht, macht den beiden so schnell niemand etwas vor. Für Wanderneulinge haben sie die wichtigsten Tipps zusammengestellt.

Tipp 1: Wettervorhersage

Eine App hat Gottlieb Schweiger auf seinem Smartphone immer zur Hand: Die Wetter-App. Denn auch wenn schlechtes Wetter nicht von einer Wanderung abhalten muss, ein Blick auf die Wettervorhersage ist ein Muss. Dabei gilt es zu prüfen, ob mit einem Wetterumschwung zu rechnen ist und wie das Wetter im Laufe des Tages werden soll. „Dementsprechend können Wanderer ihre Route wählen."

Tipp 2: Tourenplanung

„Inzwischen gibt es für die Tourenplanung verschiedene Möglichkeiten", erklärt Ursula Richter. Der Klassiker sei natürlich immer noch die Wanderkarte, auf der alle Wege eingezeichnet sind. Nachteil ist, dass für jedes Gebiet eine neue Karte besorgt werden muss. Alternativ kann auf Wander-Apps zurückgegriffen werden. Die können im Übrigen auch dabei helfen, sich nicht zu verlaufen. „Das Handy sollte vor der Wanderung allerdings aufgeladen sein", betont Ursula Richter. Ansonsten helfen Kompass und Karte. „Aber auch der Umgang damit will gelernt sein", fügt sie an.

Tipp 3: Langsam anfangen

„Beim ersten Mal mit Touren von 20 Kilometern zu starten, macht keinen Sinn", meint Gottlieb Schweiger. Und auch Ursula Richter rät Neueinsteigern, langsam anzufangen. Anspruchsvollere Routen seien nur für Wanderer mit Erfahrung zu empfehlen – denn anfangs ist der Körper nicht an die neue Belastung gewöhnt. Laut Schweiger sollten Anfänger erst kleine Wanderungen unternehmen, um zu testen, ob ihnen der Sport Spaß macht. Ein paar Kilometer seien anfangs völlig ausreichend – mit der Zeit könne die Streckenlänge gesteigert werden.

Tipp 4: Proviant

Der Energieumsatz auf Wanderungen ist nicht zu unterschätzen. „350 bis 550 Kilokalorien pro Stunde können je nach Intensität und Dauer der Tour verbraucht werden", sagt die Detmolderin. Um die Energiespeicher aufzufüllen ist Essen vor der Wanderung daher Pflicht. Zum Frühstück empfehlen sich vollwertige Kohlenhydrate wie Müsli oder Vollkornbrot. „Für unterwegs sollte man kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Schokolade und Obst einpacken", sagt Richter. Eine erste Essenspause gilt es nach gut zwei Stunden einzulegen, danach sollte alle ein bis zwei Stunden gegessen werden. Und auch das Trinken darf nicht vergessen werden. „Durchschnittlich trainierte Wanderer verlieren pro Stunde etwa 0,6 Liter Flüssigkeit."

Um diesen Wasserverlust auszugleichen, muss ein Wanderer etwa zwei bis vier Liter Flüssigkeit am Tag trinken, am besten in regelmäßigen kleinen Mengen. „Geeignet sind Wasser oder leicht gesüßte Kräuter- oder Früchtetees sowie Saftschorlen." Sie empfiehlt ein Trinksystem für den Rucksack, mit dem der Wanderer unterwegs nicht immer die Flasche aus dem Rucksack holen muss.

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