Manuel Andrack: „Laufen ist ein Bedürfnis“

Carolin Brokmann

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Wanderliebhaber Manuel Andrack gönnt sich nach einer Tour eine kleine Erfrischung. - © manuel-andrack.de
Wanderliebhaber Manuel Andrack gönnt sich nach einer Tour eine kleine Erfrischung. (© manuel-andrack.de)

Kreis Lippe. Gewandert ist Manuel Andrack schon als kleiner Junge mit seinen Eltern. Heute macht er Touren mit seiner Familie, veröffentlicht Bücher zum Thema und schreibt einen Blog. Sein Ziel: auch neue Unterarten des Wanderns bekannt machen, etwa Touren auf Weinwanderwegen.

Wandern gilt teilweise immer noch als verstaubt und nur etwas für Ältere – was halten Sie dem entgegen?

Manuel Andrack: Ich denke nicht, dass das noch so ist. Seit etlichen Jahren wird das Wandern immer beliebter, auch bei Jüngeren. Bewegung und Laufen ist ein menschliches Bedürfnis. Außerdem ist die Qualität der Wanderwege ebenfalls in den vergangenen Jahren immer besser geworden. Das macht selbst den Leuten Spaß, die sonst nicht wandern. Und zwar von klein bis groß.

Wandern soll ja auch glücklich machen...

Andrack : Das stimmt. Laut einer Studie des Deutschen Wanderinstituts sind 90 Prozent der Leute nach einer Wanderung glücklicher als vorher. Nicht umsonst wird Wandern klinisch gegen Depressionen eingesetzt. Es ist einfach eine tolle Kombination aus Bewegung und Sinneseindrücken. Man kann draußen sein und kommt raus aus dem Alltag.

Als Experte kennen Sie sicher auch die lippischen Wanderwege.

Andrack : Natürlich. Für mein erstes Buch bin ich auch in Lippe immer wieder Strecken rauf und runter gelaufen. Etwa Teile des Hermannsweges oder vom der Velmerstot bis nach Bielefeld. Es gibt ganz tolle Routen.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, hier eine Tour für Familien zu machen?

Andrack : Ich bin ja immer wieder beim Deutschen Wandertag dabei. Da gibt es immer ein so umfangreiches Angebot und da ich auch privat mit meiner Frau und den Kindern laufe, hat sich das einfach mal angeboten. Außerdem geht es in meinem aktuellen Buch auch um das Wandern mit Kindern.

Was sind denn dabei die besonderen Herausforderungen?

Andrack : Es gibt ein paar Kriterien, die sollte man einfach beachten. Erst einmal sollte die Strecke nicht zu lang sein. Und Wasser ist auch immer was Tolles für Kinder. In Lippe gibt es ja auch schöne Bäche, den Silberbach zum Beispiel. Auch Tiere ziehen immer bei Kindern, sei es ein Ameisenhaus, eine Pferdewiese oder Rehe. Und eine Einkehrmöglichkeit sollte auch nicht fehlen. Alles, was die Motivation fördert oder etwas Besonderes darstellt. Auch ein Berggipfel oder Waldspielplatz führen dazu, dass den Kindern nicht langweilig wird und diese „Wann sind wir endlich da?"-Fragen gar nicht erst auftauchen. Und wenn viele Kinder dabei sind, dann motivieren die sich gegenseitig – das erlebe ich auch immer wieder mit meiner Tochter. Kaum sind wir los, hat sie sich mit den anderen Kids schon angefreundet.

Sie schreiben über das Wandern in Ihrem Blog. Kennen Sie Ihre Leser? Was erwarten die von Ihnen?

Andrack : Fleißige Kommentatoren kenne ich zum Teil sogar persönlich, aber die meisten kenne ich nicht. Ich vermute mal, das sind auch begeisterte Wanderer und Leute, die meine Eindrücke schätzen. Sie erwarten erzählte Wandererlebnisse – und zwar auf meine Art. Sie wollen unterhalten werden und auch mal lachen. Das ist kein reiner Infoblog, es geht vielmehr um meine persönlichen Erlebnisse und Eindrücke beim Wandern. Deswegen heißt er auch „andrackblog" und nicht wanderblog oder so. Und nur mal so am Rande, der ist gerade zum beliebtesten Wanderblog Deutschlands gewählt worden.

Was ist für Sie das Schönste an einer Tour?

Andrack : Wenn sie abwechslungsreich ist und tolle Ausblicke gewährt. Es gibt so schöne Landschaften und diese Natur zu erleben, ist einfach toll. Ich habe mittlerweile so viele „schönste" Wanderungen gemacht, immer wieder entdeckt man was neues. Und natürlich das Ankommen-Bier.

Das ist erlaubt?

Andrack : Natürlich. Aber es darf auch mal ein Wein sein. Zum Beispiel gibt es ganz tolle Weinwanderwege, bei denen die Reben in unmittelbarer Nähe stehen. Man kommt an den Weingütern vorbei und sieht das alles aus einer anderen Perspektive. Und anschließend ein Glas Wein aus den dort angebauten Trauben, das ist doch toll. Das ist mal was anderes, solche neuen Unterarten von Wanderungen möchte ich gern öffentlich machen, zum Beispiel über meinen Blog.

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