Am liebsten ohne Plastiktüte: Janina Wiedemann besucht mit Töchterchen Kara den Detmolder Wochenmarkt. Tomaten, Salat und Radieschen, die sie am Stand von Edith Siebert kauft, wandern direkt oder höchstens in der Papiertüte, in den Fahrradkorb. Spinat, Salat und Mangold aber halten in Plastik länger frisch. - © Bernhard Preuss

Lecker Lippe
Auch der Wochenmarkt kommt nicht ohne Plastik aus

Am liebsten ohne Plastiktüte: Janina Wiedemann besucht mit Töchterchen Kara den Detmolder Wochenmarkt. Tomaten, Salat und Radieschen, die sie am Stand von Edith Siebert kauft, wandern direkt oder höchstens in der Papiertüte, in den Fahrradkorb. Spinat, Salat und Mangold aber halten in Plastik länger frisch. (© Bernhard Preuss)

Detmold. Markttag auf dem Detmolder Marktplatz: Frisches Obst, Gemüse, Fleisch und Käse an jeder Ecke. Aber wie verhält es sich mit dem Thema Verpackungen? LZ-Volontärin Kirsten Fuhrmann ist der Sache auf den Grund gegangen.

„Plastikfrei einkaufen, das muss hier doch möglich sein", denke ich mir und stöbere los. Der Markt ist schon gut besucht, eine Tüte nach der anderen wechselt die Standseite – Moment. Es ist die ein oder andere Plastiktüte, die weitergereicht wird. Plastik auf einem Wochenmarkt, auf dem die Anbieter mit Regionalität und Nachhaltigkeit werben?

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„Da wir dem Kunden möglichst viel bieten möchten, kaufen wir auch Produkte zu", sagt Sabine Wolf von „Früchte Heißenberg" in Lage. „Die werden nun mal in Plastikverpackungen geliefert." Obst und Gemüse aus eigenem Anbau würde in Papier verpackt. Aber nicht jedes Produkt ist darin gut aufgehoben. „Gerade bei warmem Wetter hält Plastik länger frisch", erklärt Rainer Diekmann. Seit einigen Jahren ist seine Gärtnerei mit Gemüseanbau Mitgliedsbetrieb bei Lippe-Qualität.

Salat, Spinat und Mangold würden beispielsweise in Plastik verpackt. Sonst landet alles in der Papiertüte. „Das ist zwar dreimal so teuer, der Umwelt zuliebe lohnt es sich aber", sagt er. Er erkenne auch, dass das Bewusstsein der Kundschaft für umweltfreundliches Einkaufen stetig zunehme. „Viele Kunden haben ihre eigenen Beutel und Gemüsenetze dabei", sagt Rainer Diekmann. Auch die Supermärkte tun etwas gegen den Plastikkonsum. Wer seinen Beutel vergessen hat, kann im Marktkauf in Bad Salzuflen seit Kurzem wiederverwertbare Umweltbeutel kaufen. Die Beutel bestehen aus Polyamid und können gewaschen werden. Aber wie ist das eigentlich mit selbst mitgebrachten Behältern und Verpackungen?

„Fremde Behältnisse dürfen wir nicht über den Tresen nehmen", sagt Martina Kruel von der gleichnamigen Fleischerei. „Das ist Anordnung des Gesundheitsamtes." Dabei handele es sich nicht um eine gesetzliche Regelung, sondern um einen Erlass. „Die Verkaufstheke gilt als eine Hygienebarriere, deshalb dürfen eigene Gefäße diese nicht überschreiten", erklärt Steffen Adams, Pressesprecher des Kreises Lippe. Das gelte sowohl für eigens mitgebrachte Tupperdosen als auch für 
Kaffeebecher. Da Geld nicht unmittelbar mit den Lebensmitteln in Berührung käme, sei es von der Regelung nicht betroffen. Das Café Engel in der Innenstadt hat eine Lösung für das Problem gefunden: Ein kleines To-Go-Kännchen.

„Der Kunde kann seinen mitgebrachten Becher auf den Tresen stellen und wir füllen mit dem Kännchen um", erklärt eine Mitarbeiterin. Und auch die Fleischereien wissen, wie es plastikfrei geht. Die Ware wird auf den Tresen gelegt, darunter ein Bogen Papier. „Von dort aus kann es sich der Kunde nehmen ", sagt Thorben Jobst von der Detmolder Fleischerei.

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Unverpackte Alternativen


Deutschlandweit gibt es mittlerweile viele Unverpackt-Läden. Das sind Läden, in denen sich Kunden die Produkte in selbst mitgebrachte Gefäße füllen können. Ob Reis, Käse, Aufstriche oder Chips: Aus Spendern kann die beliebte Menge abgefüllt werden. In OWL gibt es bislang zwei Unverpackt-Läden. „Kernidee" in Paderborn verkauft seit zwei Jahren lose Produkte. In Bad Oeynhausen hat im Juni „Bio-Provinz" aufgemacht. In Bielefeld eröffnet Ende September voraussichtlich „Losgelöst".

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von Kirsten Fuhrmann

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