Die Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran eröffnet heimischen Unternehmen neue Chancen

Neue Märkte für lippische Unternehmen

Freya Köhring

  1. Schlagwörter:
  2. Exportmarkt
- © Fotolia
Iran und Europoa kommen ins Geschäft (© Fotolia)

Kreis Lippe. Andreas Henkel, Geschäftsführer der Industrie und Handelskammer Lippe zu Detmold, sieht den Iran durchaus als „spannenden Partner" für lippische Unternehmen: „Ich gehe davon aus, dass das Interesse groß sein wird und sich einige Firmen dort nach Märkten umsehen werden." Der Exportmarkt sei für Lippe schließlich wichtig.

Laut Henkel könnten nach Schätzungen des Dachverbandes mehrere Milliarden Euro an Exportvolumen für die deutsche Wirtschaft drin sein. Wie viel davon auf Lippe entfallen könnte, könne er nicht prognostizieren. „Die Wirtschaft freut sich und wir freuen uns auch, dass wieder mehr Geschäfte mit dem Iran möglich sind", so Henkel. Holger Sass, Leiter Produkt-Marktmanagement Export bei der Firma Schomburg in Detmold, geht von einer positiven Tendenz für die Unternehmensgruppe aus. Seit gut acht Jahren betreibt die Firma zusammen mit einem iranischen Partner ein Gemeinschaftsunternehmen, die Firma Schomburg Pars in Teheran, berichtet Sass.

„Eine direkte Auswirkung der Aufhebung des Embargos ist in dem Wegfallen administrativer Auflagen im Rahmen der Geschäftsabwicklung festzustellen", schreibt Sass. Hier sei eine klare Besserung und Beschleunigung im täglichen Geschäftsablauf mit dem iranischen Partner zu erwarten. In welcher Höhe und wann genau sich diese positive Tendenz darstellen wird, ließe sich noch nicht genau definieren – „sicher ist aber eine erfolgreiche Entwicklung unserer dortigen Geschäftsaktivitäten, auch und vor allem, weil in unserem Joint-Venture-Unternehmen im Iran gut ausgebildete und sehr aktive Mitarbeiter und Führungskräfte tätig sind", heißt es von Holger Sass abschließend.

Die Phoenix-Contact Gruppe dagegen hatte früher bereits Geschäftsbeziehungen in den Iran. Das Blomberger Unternehmen hoffe nun, diese wieder aufnehmen zu können, teilt Pressesprecherin Angela Josephs mit. Sie müssten jetzt genau schauen, wie das aktuelle Marktpotenzial ist. Ein weiteres lippisches Unternehmen mit Beziehungen in den Iran ist die Weidmüller Gruppe. „Wir sehen gute Marktchancen", sagt Martin Regnet, Pressesprecher von Weidmüller in Detmold. Das Unternehmen arbeite bereits mit einem Kooperationspartner vor Ort im Vertrieb zusammen. „Wir sehen die Entwicklung sehr positiv. Der Markt hat ein gutes Potenzial", so Regnet. Bedarf an Verbesserungen sehe man bei Weidmüller vor allem noch im Bereich der Bürokratie und bei der Abwicklung von Zollangelegenheiten.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2018
Texte und Fotos von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.