Die Lipper sind ein Volk der Pendler

Nahezu 60 Prozent aller Erwerbstätigen verlassen täglich aufgrund ihrer Arbeit das Kreisgebiet

Astrid Sewing

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So pendeln die Lipper. - © LZ
So pendeln die Lipper. (© LZ)

Kreis Lippe. Leopoldshöhe und Oerlinghausen kennen das Phänomen. Die Baugrundstücke sind begehrt, weil sie günstiger sind als in Bielefeld, also ziehen viele Bürger zu. Gearbeitet wird aber nicht in Lippe. 172.110 Erwerbstätige (+1,1 Prozent gegenüber 2013) lebten nach Angaben des statistischen Landesamtes 2014 in Lippe. Fast 60 Prozent, das sind 101.000 Personen (+2,2 Prozent), pendelten 2014 täglich über die Grenzen ihres Wohnortes hinaus zur Arbeit.

Rund drei Viertel der Erwerbstätigen nutzen ein Auto. Die größte Auspendlerquote, das ist der Anteil der Erwerbstätigen, die nicht am Wohnort arbeiten, hat in Lippe die Gemeinde Leopoldshöhe mit 77,1 Prozent. Sie belegt in Nordrhein-Westfalen damit Rang 17 von 396 Städten und Gemeinden. Es folgen Schlangen, Schieder-Schwalenberg und Oerlinghausen.

Wie wichtig das Pendlerthema für eine Kommunen werden kann, zeigt das Beispiel Augustdorf. In der Pendlerrechnung sind sozialversicherungspflichtig Beschäftigte erfasst, aber auch Zeit- und Berufssoldaten. Die höchste Einpendlerquote, das ist der Anteil der Einpendler an den Erwerbstätigen am Arbeitsort, hat mit 76,5 Prozent der Bundeswehrstandort.
Augustdorf belegt damit in NRW Platz drei. In Lippe haben nur vier einen Einpendlerüberschuss: Das sind Augustdorf, Blomberg, Detmold und Lemgo – die Bundeswehr, Phoenix Contact, die Bezirksregierung, Kultureinrichtungen, Weidmüller, Wortmann, Jowat, Isringhausen, und Brasseler sind nur einige der Pfunde, mit denen der Kreis Lippe wuchert.

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