Mehrgenerationenhaus Silixen geht an den Start

Jens Rademacher

  • 0
Treffpunkt von Jung und Alt: (von links) Pfarrerin Elisabeth Hollmann-Plaßmeier, Kirchenvorstandsvorsitzender Rolf Sandmann und Koordinatorin Adelheid Schütte vor dem Mehrgenerationenhaus, das vom Bund mitfinanziert wird. - © Jens Rademacher
Treffpunkt von Jung und Alt: (von links) Pfarrerin Elisabeth Hollmann-Plaßmeier, Kirchenvorstandsvorsitzender Rolf Sandmann und Koordinatorin Adelheid Schütte vor dem Mehrgenerationenhaus, das vom Bund mitfinanziert wird. (© Jens Rademacher)

Extertal-Silixen. 20 Kilometer fahren für Wellness-Angebote? „Viele Menschen aus Silixen und Umgebung sind das fast schon gewöhnt", weiß Adelheid Schütte. Doch künftig soll es kürzere Wege geben: Das Mehrgenerationenhaus hat seine Arbeit aufgenommen.

Adelheid Schütte ist Koordinatorin der Einrichtung, die im evangelischen Gemeindehaus, dem Dietrich-Bonhoeffer-Haus, in Silixen untergebracht ist.
Der Start war „verheißungsvoll", freut sich Rolf Sandmann, Vorsitzender des Kirchenvorstands der Gemeinde, die als Träger des Mehrgenerationenhauses fungiert – neben der seit Jahren etablierten Einrichtung in Lemgo das einzige Mehrgenerationenhaus im Kreis Lippe.

Erste Veranstaltungen haben stattgefunden, der Terminplan für eine Vortragsreihe des Heimatvereins zur Silixer Geschichte hängt aus, die Kooperationen mit Partnern laufen an. Dabei geht es laut Pfarrerin Elisabeth Hollmann-Plaßmeier unterm Strich darum, den demografischen Wandel zu gestalten.

Einer der Partner ist der Diakonieverband Extertal, der künftig sein „Café Pause" für Demenzkranke und andere Menschen mit geistigen oder körperlichen Einschränkungen einmal in der Woche in Silixen anbietet. Genauso gibt es eine Pflegeberatung, Angebote mit der Volkshochschule Lippe-Ost – von der erwähnten Wellness bis zu Computer- und Fotokursen – oder den Lesenachmittag mit der Gemeindebücherei und Kochkurse. Ein offenes Singen hat sich bereits entwickelt, genauso eine Wollwerkstatt. Das Angebot basiert auch auf einer Umfrage zum Bedarf, bei der diese Themen genannt worden seien, wie Schütte berichtet.

Dabei legen die Verantwortlichen Wert darauf, dass sich die Angebote an alle Extertaler richten. Finanziert wird das Haus vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das über vier Jahre jeweils 30.000 Euro zur Verfügung stellt. Kreis und Gemeinde Extertal geben je 5000 Euro.

Dass sich das Angebot noch etwas rumsprechen muss, weiß Sandmann aus Antworten von Menschen, die ablehnen, ins Mehrgenerationenhaus zu ziehen – weil sie es für ein Wohnprojekt halten. Dabei ist der zentrale Bestandteil für das Mehrgenerationenhaus als Ort der Begegnung ein offener Treff. „Deshalb werden wir in den kommenden Wochen das Foyer umgestalten und als Café herrichten", sagt Sandmann.

Weitere Möglichkeiten soll das angrenzende alte Pfarrhaus bieten, wenn es einmal saniert ist. „Wir geraten schon jetzt punktuell an Kapazitätsgrenzen mit dem normalen Angebot der Kirchengemeinde", sagt Sandmann.

Information
Kirchengemeinde will Pfarrhaus-Umbau bis Ende 2018

Mit dem ursprünglich angepeilten Baustart im Sommer 2017 ist es nichts geworden. Gleichwohl arbeitet die Kirchengemeinde weiter daran, die Sanierung des alten Pfarrhauses in Silixen anzugehen. „Das Projekt muss bis Ende kommenden Jahres abgeschlossen sein" – an diesem „ambitionierten Zeitplan" hält Kirchenvorstandsvorsitzender Rolf Sandmann fest – sonst verfallen die Fördermittel. „Das ist noch zu schaffen." Wie berichtet, soll die Sanierung des denkmalgeschützten Hauses, an das das Gemeindehaus angebaut ist, etwa 800.000 Euro kosten, die Hälfte davon aus Fördermitteln. „Der Bauantrag ist gestellt, die Ausschreibung ist geplant", sagt Sandmann. Letztere soll noch ein genaues Bild der aktuell zu erwartenden Kosten liefern. „Wir sehen nicht, dass die aus dem Ruder laufen."

Apropos Café: Dass sich die Silixer künftig selbst Konkurrenz machen mit Genossenschafts-Dorfladen und Dorfgemeinschaftshaus, glaubt Sandmann nicht. „Ich sehe eher Synergien." Die Angebote ließen sich gut koordinieren, weil die Akteure in Teilen dieselben seien.
Die können die Besucher bei der offiziellen Einweihung am Sonntag, 12. November, ab 15 Uhr kennenlernen.

Kontakt: Tel. 05751-965682

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2018
Texte und Fotos von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

0 Kommentare
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!