SV "Eintracht" Jerxen-Orbke ist unser Verein der Woche

Judith Stracke

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„Einer für alle – alle für einen": Beim SV „Eintracht" Jerxen-Orbke sind allein in der Fußballabteilung 34 ehrenamtliche Trainer und Betreuer für 14 Jugendmannschaften im Einsatz. Im Verein wird aber auch Volleyball und Basketball gespielt, außerdem wird gewandert und geturnt. - © Judith Stracke
„Einer für alle – alle für einen": Beim SV „Eintracht" Jerxen-Orbke sind allein in der Fußballabteilung 34 ehrenamtliche Trainer und Betreuer für 14 Jugendmannschaften im Einsatz. Im Verein wird aber auch Volleyball und Basketball gespielt, außerdem wird gewandert und geturnt. (© Judith Stracke)

Detmold-Jerxen-Orbke. Beim SV „Eintracht" Jerxen-Orbke wird die fußballerische Ausbildung junger Menschen groß geschrieben. Oder wie die Vorsitzenden Rüdiger Gast und Peter Keißelt wissen: „Jugendarbeit ist ein elementarer Baustein unserer Seniorenarbeit. Wer auf die Jugend baut, blickt weitsichtig nach vorn."

Unterm Strich brachte diese Strategie in fünf Jahren 21 Meistertitel, 14 von 15 Endspielen im Kreispokal wurden gewonnen. Damit hat sich die „Eintracht" über Lippes Grenzen hinaus einen Namen gemacht und gilt als kleiner, nicht fusionierter Dorfverein auf dieser Erfolgsebene in Lippe auch als einmalig. Der Erfolg misst sich beim SV Jerxen-Orbke allerdings nicht alleine in Titeln und Pokalen. 34 ehrenamtliche Trainer und Betreuer stehen für 14 Jugendmannschaften, die von der D- bis zur A-Jugend allesamt in der Bezirksliga (die C-Jugend sogar in der Landesliga) kicken, im Einsatz.

Halten fest zusammen: die jugendlichen „Eintracht"-Fußballer, hier die D2-Junioren. - © SV Jerxen-Orbke
Halten fest zusammen: die jugendlichen „Eintracht"-Fußballer, hier die D2-Junioren. (© SV Jerxen-Orbke)

Seit 14 Jahren stehen Rüdiger Gast und Peter Keißelt nunmehr dem Verein voran. Mit neun Jahren lernten sich die beiden kennen. Natürlich, wie könnte es anders sein, im Trikot des SV „Eintracht" Jerxen-Orbke. „Wir liefen gemeinsam in der Knabenmannschaft auf", erinnern sie sich. Damals begann ihr Herz für den Verein zu schlagen. Und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Gewechselt haben sie nie. „Die Treue zum Verein ist unsere Art, das zurückzugeben, was wir einst bekamen", sagen sie. Treue, die sich weiter vererbt. Auch Peter Keißelts Sohn Tim kickt, seit er laufen kann, bei Jerxen und ist inzwischen in der Seniorenmannschaft angekommen. Die bewegt sich zwischen Kreisliga und Bezirksliga. In letztere stieg das Team 2010 auf und feierte ihre größten Erfolge 2010 und 2012 mit dem Gewinn des Kreispokals sowie 2011 mit dem des LZ-Cups.

Lippes Antwort auf den FC Barcelona

Vor mehr als 90 Jahren als Fußballverein gegründet hat die „Eintracht" aber weit mehr zu bieten. Es wird inzwischen auch erfolgreich Volleyball und Basketball gespielt. Mit mehr als 40 Mitgliedern präsentiert sich darüber hinaus die Zumba-Abteilung in Bestform. Wandern und Turnen runden das Angebot für jung und alt ab. Und dass die Jerxen-Orbker gerne tanzen und feiern, dafür gibt es den Vereinstreff „Kick".

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Der Jerxer Weg führt in eine vielversprechende Zukunft. Der Schlachtruf „Einer für alle – alle für einen" wird auch zukünftig laut und stark zu hören sein. Dafür stehen Rüdiger Gast und Peter Keißelt mit ihrem Vorstandsteam. Und wer weiß, vielleicht wird aus Lippes Antwort auf den FC Barcelona irgendwann ja auch einmal so jemand wie ein Messi hervorgehen...

Wie der Chronik des Vereins zu entnehmen ist, wurde im Juli 1925, nach Gesprächen einiger junger Orbker und Jerxer Fußballer auf der Windbrücke des Hofes Windmeier-Meierherm, der SVE gegründet. In der Gaststätte Belfort riefen 23 Fußballbegeisterte unter der Leitung von Fritz Mahlmann aus Hiddesen den Verein ins Leben. Man einigte sich auf den Vereinsnamen SV „Eintracht" Jerxen-Orbke und bestimmte als Sportkleidung die Farben blau und weiß. Aus der Anfangszeit gibt es keine Aufzeichnungen mehr, so dass erst durch Gespräche mit einigen Gründungsmitgliedern anlässlich der 50-Jahr-Feier die Jahre von 1925 bis 1945 rekonstruiert werden konnten.

Danach wurde 1926 in Gemeinschaftsarbeit mit den Sportlern und den Bauern Meierherm und Brinkmeier neben der Volksschule ein Sportplatz erstellt, 1927 im Schuppen der Gaststätte Belfort ein Umkleideraum errichtet; Waschmöglichkeiten bot damals ein Brunnen mit Handpumpe im Hof.

Im Sommer wurde der Sportplatz eingeweiht, wobei das Gras von den Spielern mit der Sense gemäht und als Viehfutter verwandt wurde; 1927 gelang auch der Aufstieg der Mannschaft in die höchste lippische Spielklasse. Durch ihre Spielstärke und die guten Leistungen kamen immer mehr Zuschauer, so dass ein Sichtschutz aus Jutesäcken am Ballfangzaun angebracht werden musste – damit das Spielgeschehen nicht ohne Eintrittsgeld verfolgt werden konnte.

Die "Eintracht" wird bundesweit bekannt

Wenn es dann mal auf dem Fußballplatz nicht so rund laufen sollte, bliebe dem SV „Eintracht" Jerxen-Orbke zur Not auch noch die Karriere vor der Kamera. Diese war nämlich erst kürzlich auf den Verein gerichtet, als das WDR-Fernsehen im Auftrag der ARD einen Spielfilm für eine geplante Themenwoche zum sozialen Engagement in Deutschland abdrehte.

Auf Empfehlung der stellvertretenden Bürgermeisterin von Detmold wurden bereits im September des vergangenen Jahres die Jerxer am und auf dem Fußballplatz fleißig gecastet und als gut befunden. Das Ergebnis: drei Drehtage im November bis tief in die Nacht, an dem mehr als 20 Seniorenspieler, Eltern und 36 Nachwuchskicker aus U8 und U9 beteiligt waren.

„Es passte einfach und fühlte sich für alle Beteiligten auch authentisch an, da einige unserer Spieler im Jugendbereich als Trainer ehrenamtlich fungieren. Außerdem absolviert einer unserer Seniorenspieler derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr", ist sich der Vorstand auch über diese außergewöhnliche Herausforderung und Erfahrung einig. Der Spielfilm soll im Herbst dieses Jahres ausgestrahlt werden.

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  1. "Wir in Lippe"-Ausgabe vom 09.01.2019

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