"Loom Bielefeld": Die ausgebaute City-Passage

ECE-Center in hellem Naturstein / Politiker begrüßen neue Fassaden, vertagen aber Beschluss

Joachim Uthmann

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Ansicht Bahnhofstraße: Eine helle Sandstein-Fassade mit viel Glas und im Erdgeschoss geöffnet für Gastronomie soll dem Einkaufscenter ein modernes und offenes Gesicht geben. Stahlprofile als Querbänder bilden einen deutlichen Kontrast, so Architekt Marc Blum. - © ENTWÜRFE: ECE
Ansicht Bahnhofstraße: Eine helle Sandstein-Fassade mit viel Glas und im Erdgeschoss geöffnet für Gastronomie soll dem Einkaufscenter ein modernes und offenes Gesicht geben. Stahlprofile als Querbänder bilden einen deutlichen Kontrast, so Architekt Marc Blum. (© ENTWÜRFE: ECE)

Bielefeld. Die Geschichte der Leineweberstadt will Investor ECE beim neuen Einkaufszentrum an der Bahnhofstraße aufnehmen - in Architektur und Namen. "Loom Bielefeld" soll die ausgebaute City-Passage heißen, englisch für Webstuhl. Im Innern dienen Bänderelemente als Zierde, außen gibt heller Naturstein den drei Fassaden ein völlig neues Gesicht. Die Politiker begrüßen die Entwürfe, vertagten aber einen Beschluss.

Die Resonanz auf die Entwürfe, die ECE-Architekt Marc Blum gestern Abend im Stadtentwicklungsausschuss des Rates vorstellte, war durchweg positiv. "Sehr gelungen", sagte der Vorsitzende Georg Fortmeier (SPD), "eine deutliche Aufwertung der Innenstadt", lobte Jens Julkowski-Keppler (Grüne), "guter Entwurf", erkannte auch Holger Nolte (CDU) an.

Auch das Drei-Runden-Verfahren, in dem ein Arbeitskreis aus je fünf Vertretern von Politik, Beirat für Stadtgestaltung und ECE mit den Architekten des Investors die Fassadenentwürfe abstimmte, fand viel Lob: Nolte: "Ein toller Prozess." Doris Hellweg (Grüne): "Sollte Vorbild für andere Entscheidungen in der Stadt sein."

Trotz der Anerkennung vertagte der Ausschuss einen Beschluss, weil noch Fraktionen und Bezirksvertretung Mitte zu hören seien, so Keppler. ECE könne aber ein positives Votum als Signal mitnehmen, weiterzuplanen. Am 3. März soll der Beschluss folgen.

Allerdings soll ECE auch noch Mängel am Zimmerstraßenzugang beseitigen, der verschoben und deutlich schmaler wird. ECE wollte ihn anfangs schließen, die Politiker ihn offenhalten. So steht es auch im städtebaulichen Vertrag, den ECE unterschrieben hat. Baudezernent Gregor Moss (CDU): "Wir tun uns schwer, den Entwurf hier so zu akzeptieren." Nolte befürchtet einen "Schlauch", der die Zimmerstraße abhängt. Bedenken gibt es auch, ob die Eiermann-Keramik-Fassade dort, die nach dem gleichnamigen Architekten benannt ist und bleiben soll, mit der neuen Anlieferzone nicht störend wirkt.

Die helle Sandstein-Fassade mit viel Glas, Vorsprüngen und großen Eingängen an Bahnhof- und Stresemannstraße, die in die neue, mit einer Kuppel überspannte Mall führen, werde der Passage "einen völlig neuen Charakter" geben, so Fortmeier. Blum erinnerte daran, dass hier die erste Bielefelder Nähmaschinenfabrik (Koch & Co, später -Adler) produzierte.

Deshalb nehme die Gestaltung die Elemente Stoffe und Textilien mit auf. Er versprach eine "starke, warme, lebendige und freundliche Architektur", die sich zur Fußgängerzone hin öffne. Cafés und Restaurants mit Außengastronomie an den Eingängen verbinden Mall und Einkaufszone. Die Öffnung war bei der Diskussion stets ein wichtiger Gesichtspunkt.

Verabschieden musste sich ECE davon, an der Stresemannstraße die alte rote Klinkerfassade nur zu renovieren oder zu verkleiden. Blum: "Die Entwürfe fielen durch." Obwohl die jetzigen Pläne teurer werden, zeigt sich auch der Investor zufrieden mit dem Ergebnis.

Er will auf 26.000 Quadratmetern 100 bis 105 Einheiten für Geschäfte, Gastronomie und Dienstleistungen betreiben. Projektleiterin Sandra Harms geht davon aus, dass der Bau für das 120 Millionen Euro teure Projekt im Spätsommer beginnt und das Center im Frühjahr 2017 eröffnet. ECE startet bereits eine Werbekampagne, nennt aber noch keine Mieter. Die Nachfrage sei aber groß.

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