Verurteilt: 39-Jähriger erwürgte seine Freundin

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Gehen in Revision: Fadi A. im Gespräch mit seinem Verteidiger Carsten Ernst.  - © Andreas Zobe
Gehen in Revision: Fadi A. im Gespräch mit seinem Verteidiger Carsten Ernst.  (© Andreas Zobe)
Bielefeld (tsc). Nach 13 Verhandlungstagen steht dreieinhalb Monate nach Prozessbeginn fest: Fadi A. ist schuldig. Er hat im Mai 2014 seine zehn Jahre jüngere Freundin Raja S. in ihrer Wohnung am Dompfaffweg erwürgt. Raja S. hinterlässt einen elfjährigen Sohn. Das Urteil des Gerichts: Totschlag - 13 Jahre Gefängnis mit anschließender Sicherungsverwahrung. Denn Fadi A. hat bereits zum zweiten Mal getötet.
1998 hatte er seine damalige schwangere Ex-Freundin im Streit erwürgt und wurde vom Berliner Landgericht zu zwölf Jahren Haft verurteilt. 2012 sollte der illegal in Deutschland lebende Libanese abgeschoben werden, nicht einmal zwei Jahre später drehte er wieder durch.

Sicherungsverwahrung zugestimmt
Im Gespräch mit Fremden ruhig und freundlich, neige er jedoch in Streitsituationen zur tödlichen Gewalt, sagte Staatsanwalt Christian Molls bereits im Februar und forderte Sicherungsverwahrung. Dem stimmte das Gericht jetzt zu. "Der Angeklagte hat den Hang, in Beziehungen seine Interessen mit Gewalt durchzusetzen und in Streitsituationen seine Partnerin vernichten zu wollen", erklärte Richter Thorsten Bolte. Dieser Hang mache ihn jetzt noch gefährlich, weil er sich nicht zurückhalten könne und schwer zu bremsen sei, wenn er einmal in Rage sei.
Den Urteilsspruch nahm Fadi A. äußerlich ruhig und gelassen zur Kenntnis. Verteidiger Carsten Ernst kündigte jedoch an, in Revision zu gehen: "Mein Mandant beteuert weiterhin seine Unschuld. Wir lassen das Urteil überprüfen."
Fadi A. behauptet, seine Freundin in der Wohnung tot aufgefunden zu haben. Aus Angst vor Abschiebung und einer erneuten Verurteilung habe er versucht, nach Dänemark zu flüchten und dort zu warten, bis sich die Situation klären würde. In Dänemark wurde er jedoch von der Polizei aufgegriffen und nach Deutschland ausgeliefert. Während seiner Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Bielefeld Brackwede hatte Fadi A. jedoch gegenüber seinem Mithäftling Manfred H. zugegeben, seine Freundin ermordet zu haben.
Es war derselbe Mithäftling, der mit seiner Aussage nicht nur Fadi A. entscheidend belastete, sondern auch bei der Aufklärung der Morde des kleinen Dano und der kleinen Jenisa mithalf. Der Informant, der zurzeit wegen Erpressung, Raubes und gefährlicher Körperverletzung in der JVA Brackwede einsitzt, gab ebenfalls Auskunft über Jörg Z., den mutmaßlichen Mörder des Hüllhorster Friseurs Karl-Friedrich Meyer.

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