Tierpark Olderdissen: Sechs tote Wölfe in sieben Jahren

PETA kritisiert das Vorhaben, ein neues Rudel zu etablieren

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Wölfe in Olderdissen (© Symbolbild)

Bielefeld. Nachdem die letzte im Tierpark Olderdissen untergebrachte Wölfin im April 2015 während einer Sterilisation starb, ist die Tierparkleitung derzeit auf der Suche nach einem neuen Rudel für das Wolfsgehege.

Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland kritisiert das Vorhaben nun scharf, denn in den letzten sieben Jahren starben sechs Wölfe in der städtischen Zooanlage.

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Regelmäßig aggressive Zwischenfälle

"Medienberichten zufolge kam es nach dem Tod der beiden Alttiere Ringo und Maike regelmäßig zu aggressiven Zwischenfällen unter den fünf verbliebenen jüngeren Tieren", heißt es in einer Pressemitteilung.

Die "vielen Todesfälle legen die Vermutung nahe, dass die Verantwortlichen erhebliche fachliche Defizite bezüglich des Tiermanagements aufweisen", schreibt PETA. In einem aktuellen Schreiben appelliert die Tierrechtsorganisation daher an den Tierparkleiter, die Haltung von Wölfen aufzugeben und keine neuen Tiere in dem Gehege unterzubringen.

"Hoffen, dass der Tierpark aus der Vergangenheit lernt"

„Kein Zoo kann Wölfen angemessene Lebensbedingungen bieten. Die unnatürlichen Rudelstrukturen führen zu leidvollen Revierkämpfen, die, wie in Bielefeld, schlimmstenfalls tödlich enden“, so Vanessa Reithinger, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA Deutschland. „Wir hoffen sehr, dass der Tierpark Olderdissen aus der Vergangenheit lernt und die Wolfshaltung beendet.“

Im Jahr 2012 starb eine Wölfin des Tierparks bei heftigen Revierkämpfen. Der Tod zweier weiterer Tiere ist vermutlich ebenfalls auf Verletzungen durch Rangkämpfe zurückzuführen. Laut Medienberichten starb Wölfin Luna durch eine Blutvergiftung, und erst im März 2015 musste Wölfin Ronja aufgrund einer Verletzung an der Lefze eingeschläfert werden.

"Artgerechte Haltung in Gefangenschaft bei Wölfen nicht möglich"

Eine artgerechte Unterbringung von Wölfen in Gefangenschaft sei schwerlich möglich. "Die Tiere legen in freier Wildbahn Strecken von mehr als 20 Kilometern pro Nacht zurück. Wolfsrudel können Territorien von mehreren Hundert Quadratkilometern beanspruchen." Zudem werde ein Leben in Gefangenschaft den sozialen Ansprüchen der Tiere nicht gerecht.

PETA bittet den Tierpark, sich für eine tierfreundliche Alternative zum Schutz der wild lebenden Wölfe in Deutschland zu entscheiden. Mit der Errichtung eines Erlebnis- bzw. Naturlehrpfads auf dem Areal könnte Besuchern die Notwendigkeit zum Schutz der Wölfe in Deutschland nahegebracht und wertvolle Aufklärungsarbeit geleistet werden.

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