Der Täter schoss mit einer Schrotflinte durch die Autoscheibe

Mordkommission Eister: Ein DNA-Fund belastet den 53-jährigen Ex-Mann schwer. Er soll nach der Tat nach Bad Oeynhausen gefahren sein, bevor er in Bielefeld festgenommen wurde

Jens Reichenbach

Die intensive Tatortarbeit der Ermittler hat nun belastende DNA-Beweise gegen den verdächtigten Ex-Mann hervorgebracht. Sie sind ihm laut LKA zuzuordnen. - © Andreas Zobe
Die intensive Tatortarbeit der Ermittler hat nun belastende DNA-Beweise gegen den verdächtigten Ex-Mann hervorgebracht. Sie sind ihm laut LKA zuzuordnen. (© Andreas Zobe)
Dringend tatverdächtig: Der 53-jährige Unternehmer (l.) soll seine Frau erschossen haben. Hier sind beide auf einem Foto von 2011 zu sehen. - © NW
Dringend tatverdächtig: Der 53-jährige Unternehmer (l.) soll seine Frau erschossen haben. Hier sind beide auf einem Foto von 2011 zu sehen. (© NW)

Bielefeld/Bad Oeynhausen. Nach der Inhaftierung des Tatverdächtigen (53) aus Bad Oeynhausen am späten Freitagabend, trägt die 21-köpfige „Mordkommission Eister" nun immer mehr Beweise, Spuren und Indizien zusammen. Wie berichtet, ist am Donnerstag kurz vor 8 Uhr eine Frau (41) am Eisterfeldweg in Senne erschossen worden. Gut zwei Stunden später nahm das SEK ihren dringend tatverdächtigen Ex-Mann aus Bad Oeynhausen fest.

Die Ermittler gehen inzwischen davon aus, dass der Beschuldigte seiner Frau mit einer Schrotflinte auflauerte. Das hat nach Angaben der ermittelnden Staatsanwältin Stefanie Jürgenlohmann die Obduktion ergeben. Die Waffe selbst ist bisher unauffindbar.

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Der Tat war ein langer Rosenkrieg vorangegangen. Immer wieder hatte man sich getrennt, versöhnte sich. Seit Sommer 2015 lebte das Ehepaar in Trennung. Seit kurzem soll die 41-Jährige einen neuen Partner gehabt haben. Als die Mutter zweier Söhne (10, 12) an jenem Donnerstag mit ihrem Auto zur Arbeit fahren wollte, muss der Täter abgedrückt haben.

„Wir gehen davon aus, dass der Täter durch die Autoscheibe geschossen hat", so Jürgenlohmann. Laut Obduktion wurde die 41-Jährige von zwei Schüssen getroffen. „Einer der Schüsse war tödlich."

Entscheidender Beweis gegen den Unternehmer war für die Ermittler ein DNA-Fund in direkter Tatortnähe. Jürgenlohmann berichtet: „Das Landeskriminalamt hat uns in einem Supereilverfahren bestätigt, dass diese DNA unserem Tatverdächtigen zuzuordnen ist." Welcher Art diese DNA ist, wollte sie allerdings nicht sagen.

Tatsache ist, dass die Haftrichterin nicht zuletzt aufgrund dieses Beweises die Untersuchungshaft wegen Totschlags gegen den 53-jährigen Unternehmer anordnete – gegen 21 Uhr am Freitag. Gerade noch rechtzeitig, denn laut Strafprozessordnung hätte man den Verdächtigen ohne diesen Haftbefehl drei Stunden später freilassen müssen.

Da der 53-Jährige bisher zu den Tatvorwürfen schweigt, setzen die Ermittler viel Energie in die Analyse seines Bewegungsprofils. Doch bisher liegt weder die Auswertung seiner Handydaten noch die der GPS-Daten seines Navigationsgerätes vor. Weil die Polizei den 53-Jährigen nach der Tat zuerst in Bad Oeynhausen aufspürte und dann bis zu seiner Festnahme um 10.20 Uhr an der Eckendorfer Straße in Bielefeld verfolgte, bittet sie nun auch Zeugen in Bad Oeynhausen um Mithilfe.

Fotostrecke: Bielefeld-Senne: Mordkommission ermittelt nach Schüssen


Vermutlich war der Verdächtige zu seinem Firmensitz oder zu seinem Wohnort in Bad Oeynhausen zurückgekehrt, um anschließend wieder nach Bielefeld zu fahren.

Wer dazu am vergangenen Donnerstag Beobachtungen gemacht oder rund um 8 Uhr morgens eine Person oder ein Auto in Tatortnähe (Eisterfeldweg, Krackser Straße, Wilhelmsdorfer Straße) wahrgenommen hat, meldet sich bei der Polizei unter unter Tel. (05 21) 54 50.

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