Vermisstenfall Katrice Lee: Militärpolizei veröffentlicht Phantombild

Christian Geisler

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So soll der mutmaßliche Entführer aussehen. - © Foto: BMP
So soll der mutmaßliche Entführer aussehen. (© Foto: BMP)

Paderborn. 36 Jahre nach dem Verschwinden der damals zweijährigen Katrice Lee in Paderborn-Schloß Neuhaus hat die Britische Militärpolizei ein Phantombild des mutmaßlichen Entführers veröffentlicht. 1981 war das Mädchen während einer Einkaufstour mit ihrer Mutter spurlos verschwunden. Katrices Vater war zu der damaligen Zeit als britischer Soldat in Schloß Neuhaus stationiert. Es wird ein Mann gesucht, der das Kind auf dem Gelände des NAAFI-Ladens in Schloß Neuhaus in ein grünes Auto gesetzt haben soll.

Die Polizei gab zunächst an, das Phantombild nach einer erneuten Analyse der 11.000 Seiten umfassenden Akte über das Mädchen erstellt zu haben. Erst später kam heraus: Das Bild ist alt und bereits vor 36 Jahren entstanden.

Auch britische Medien haben in den vergangenen Tagen über die verschwundene Katrice und das Phantombild berichtet, ihre Eltern bezeichneten dort das Zurückhalten der Zeichnung als „eklatanten Fehler". Das Vorgehen der Ermittler stößt bei Katrice’ Mutter auf Unverständnis. Sie könne nicht verstehen, wieso diese für die Ermittlungen relevante Information erst Jahre nach dem Verschwinden als relevant eingestuft wurde.

Richard Lee, Vater von Katrice, glaubt trotz erfolgloser Ermittlungen auch nach Jahren noch daran, seine Tochter irgendwann lebend wiederzusehen. Gegenüber des BBC sagte er: „Am Ende des Tages geht es hier um ein vermisstes Mädchen. Ich will sie zurück." Bereits im Jahr 2000 wurden die Ermittlungen im Fall Katrice Lee wieder aufgenommen – ohne Erfolg. 2013 war er Thema in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY".

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